Tarifverhandlung Handel: ver.di fordert 222 Euro mehr pro Monat
15.06.2026 - 17:31:26 | boerse-global.de
Die Gewerkschaft ver.di verschärft den Druck mit angekündigten Protestaktionen.
Forderungen und ergebnisloser Auftakt
ver.di verlangt eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um monatlich 222 Euro. Für Auszubildende soll die Vergütung um 150 Euro pro Monat steigen. Zudem fordern die Gewerkschafter ein Mindesteinkommen von 14,90 Euro pro Stunde. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags ist auf zwölf Monate angelegt.
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Das erste Treffen am 8. Mai blieb ohne Ergebnis. Die Arbeitgeberseite legte kein Angebot vor. Seitdem gab es bereits erste Arbeitsniederlegungen. Die Gewerkschaft argumentiert, die aktuellen Bezüge reichten angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht mehr aus.
Proteste auch in anderen Bundesländern
Parallel zu den Münchner Gesprächen ruft ver.di für Dienstag zu einer Demonstration in Stuttgart auf. Dort protestieren Beschäftigte gegen die bisherigen Angebote im baden-württembergischen Handel. Im Einzelhandel fordern die Arbeitnehmervertreter dort ein Plus von 300 Euro, im Großhandel 7 Prozent – mindestens 250 Euro.
Die Branche steht auch durch politische Pläne unter Druck. Die Bundesregierung will die Pauschalabgaben für Minijobs von 31 auf über 39 Prozent anheben. Gesundheitsministerin Nina Warken rechnet mit jährlichen Mehreinnahmen von rund drei Milliarden Euro. Der Handelsverband HDE warnt vor einer Kostenexplosion. Rund 800.000 der bundesweit 6,8 Millionen Minijobber arbeiten im Einzelhandel.
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Vergleich mit dem öffentlichen Dienst
Mehrere Bundesländer haben bereits Beamten-Erhöhungen beschlossen. Die meisten Länder übernehmen ein Tarifergebnis mit 2,8 Prozent rückwirkend zum 1. April sowie weitere Steigerungen bis 2028. Rheinland-Pfalz plant 3,3 Prozent. Bayern verschiebt die erste Erhöhung auf den 1. Oktober.
Für die Gewerkschaften im Handel dienen diese Werte als Maßstab. In Baden-Württemberg ist die nächste Verhandlungsrunde für den 8. Juli angesetzt, im Großhandel wird bereits am 26. Juni weiterverhandelt. Ob die bayerischen Arbeitgeber am Dienstag ein erstes verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, wird zeigen, ob weitere Streiks drohen.
