Tech-Konzerne, Microsoft

Tech-Konzerne: Microsoft, Google, Amazon investieren Milliarden in Kernkraft

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 06:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tech-Giganten sichern sich wegen KI-Boom Atom- und Solarkapazitäten. Trotz Milliardeninvestitionen steigen die CO2-Emissionen der Branche weiter an.

KI-Boom treibt Tech-Konzerne zu Milliarden-Investitionen in Atomkraft und Solarenergie
Moderne Rechenzentren in einer Landschaft mit Solarparks und industrieller Infrastruktur zur Stromerzeugung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Angesichts des rasant steigenden Energiebedarfs durch Künstliche Intelligenz und den Ausbau von Rechenzentren richten führende Technologieunternehmen ihre Strategien grundlegend neu aus. Unternehmen wie Alphabet, Amazon, Alibaba und Microsoft verstärken ihre Bemühungen, den Betrieb ihrer Infrastrukturen durch CO2-freie Energiequellen sicherzustellen und gleichzeitig den Zugriff auf kritische Rohstoffe für die Energiewende zu festigen.

Massive Investitionen in Kernkraft und Small Modular Reactors

Ein deutlicher Trend zeigt sich in der Hinwendung zur Kernkraft als stabiler Grundlastquelle. Microsoft hat ein auf 20 Jahre angelegtes Abkommen mit Constellation für die Einheit 1 von Three Mile Island geschlossen.

Das Kraftwerk mit einer Leistung von 835 Megawatt soll voraussichtlich im Jahr 2028 wieder in Betrieb gehen. Google setzt unterdessen auf die Technologie kleiner modularer Reaktoren (SMR) und hat eine Vereinbarung mit Kairos Power getroffen, wobei der erste Reaktor bis 2030 betriebsbereit sein soll.

Auch Amazon und Meta erweitern ihre Kapazitäten in diesem Sektor deutlich. Amazon investierte 650 Millionen US-Dollar in den Kauf eines Rechenzentrum-Komplexes von Talen Energy am Standort Susquehanna und beteiligte sich mit 500 Millionen US-Dollar an X-Energy.

Meta wiederum sicherte sich über ein 20-Jahres-Abkommen Zugriff auf 1,1 Gigawatt Leistung des Kernkraftwerks Clinton Nuclear ab Juni 2027 und plant Kooperationen mit Vistra sowie TerraPower für Kapazitäten von bis zu 2,8 Gigawatt ab dem Jahr 2032.

Ausbau der Solar-Kapazitäten und regionale Fortschritte

Neben der Kernkraft bleibt der Ausbau der Solarenergie eine zentrale Säule. Meta realisiert gemeinsam mit Zelestra ein Solarportfolio von 1,4 Gigawatt in den USA, das acht Projekte umfasst. In Texas entstehen unter anderem das Palmera-Projekt mit 180 Megawatt und die Skull Creek Solar Plant.

In Vietnam hat Samsung eine Dach-Solaranlage im Saigon Hi-Tech Park eröffnet. Die Anlage verfügt über etwa 45.000 Paneele und soll jährlich mehr als 40.000 Megawattstunden Strom erzeugen, was einer CO2-Reduktion von über 26.000 Tonnen pro Jahr entspricht.

Der chinesische Konzern Tencent meldete im Rahmen seines Berichts zur CO2-Neutralität signifikante Fortschritte. Demnach stieg die Nutzung erneuerbarer Energiequellen von 22,0 Prozent im Jahr 2024 auf 48,5 Prozent im Jahr 2025. In den eigenen Rechenzentren erreichte die Quote sogar 82,9 Prozent. Alibaba konzentriert sich verstärkt auf grüne Logistiklösungen und die Steigerung der Energieeffizienz durch Künstliche Intelligenz.

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Wachsender Energieverbrauch als ökologische Herausforderung

Trotz dieser Bemühungen bleibt der steigende Ressourcenverbrauch ein kritisches Thema. Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge nahm der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren im Jahr 2025 um 17 Prozent zu. Bis 2030 wird eine Verdopplung auf rund 945 Terawattstunden erwartet.

Berichten zufolge könnten allein die geplanten 60 US-Rechenzentren von Amazon, Microsoft, Google und Meta im Jahr 2025 rund 7 Prozent der nationalen Stromemissionen verursachen. Die Emissionen von Microsoft stiegen im Zeitraum 2024 bis 2025 um 25 Prozent, jene von Alphabet um 18 Prozent und die von Amazon um 16 Prozent.

UN-Generalsekretär António Guterres warnte in diesem Zusammenhang vor den Umweltauswirkungen und forderte eine vollständige Umstellung der Branche auf erneuerbare Energien bis 2030. Er wies darauf hin, dass der Wasserbedarf von Rechenzentren künftig den Grundbedarf von 1,3 Milliarden Menschen decken könnte.

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Infrastruktur und Finanzierung der Energiewende

Die Industrie reagiert mit massiven Investitionen in die Netzinfrastruktur. Siemens Energy stellt eine Milliarde US-Dollar für Produktionskapazitäten in den USA bereit, während E.ON plant, zwischen 2026 und 2030 insgesamt 48 Milliarden Euro zu investieren, davon 40 Milliarden Euro in Stromnetze.

Der Cleantech-Finanzierer RE Royalties sowie große Asset Manager wie Amundi betonen, dass die Kopplung von KI-Wachstum und Netto-Null-Zielen möglich sei, sofern die Governance und die Herkunft der Energie streng kontrolliert werden. Neue Messgrößen wie die „Carbon Usage Effectiveness“ sollen dabei helfen, die Fortschritte der Unternehmen vergleichbar zu machen.

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