Tegut-Verkauf: 36 Filialen bleiben ohne Käufer
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 12:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVerteilung der Tegut-Standorte
- Rewe übernimmt 38 Tegut-Filialen, nachdem das Bundeskartellamt den Erwerb in dieser Woche genehmigt hat.
- Edeka erhält 178 Märkte sowie das Logistikzentrum, die Bäckerei Herzberger und 41 personallose Teo-Märkte.
- 35 Teo-Märkte gehen an die Mannheimer Yobsti Nahversorgung GmbH, während Edeka die Standorte künftig beliefern soll.
36 Tegut-Filialen warten noch auf einen Käufer
Die Handelsketten Rewe, Edeka und Tante Enso übernehmen 252 Tegut-Supermärkte, während die Zukunft von 36 weiteren Filialen offen ist. Der bisherige Eigentümer Migros Zürich teilte mit, dass für diese Standorte ein weiteres Bieterverfahren läuft und die Läden bis zu einer Übernahme unverändert geöffnet bleiben.
Rewe erhält 38 Märkte
Das Bundeskartellamt genehmigte in dieser Woche den Erwerb von 38 Tegut-Filialen durch Rewe. Der Konzern übernimmt damit zwei Märkte weniger als ursprünglich geplant.
Edeka hatte zuvor die Genehmigung für 178 Filialen erhalten. Auch diese Freigabe gilt unter Auflagen, weil die Wettbewerbshüter eine zu starke Konzentration in einzelnen Regionen verhindern wollen.
Tante Enso setzt auf Smart Stores
Ein drittes Paket mit 36 Standorten geht an die Smart-Store-Kette Tante Enso. Namen möglicher Interessenten für die verbliebenen Filialen nannte Migros nicht; offen blieb zunächst auch, wann das Bieterverfahren abgeschlossen sein soll und ob Märkte später schließen müssen.
Edeka gibt 35 Teo-Märkte weiter
Zum Edeka-Paket gehören außerdem das Tegut-Logistikzentrum in Hünfeld-Michelsrombach, die Bäckerei Herzberger und 41 personallose Teo-Minimärkte. Edeka wird davon 35 Teo-Märkte nicht selbst weiterbetreiben.
Diese Standorte übernimmt die Yobsti Nahversorgung GmbH aus Mannheim, ein Betreiber von Smart Stores. Edeka soll die Märkte künftig beliefern.
Kritik an der Marktkonzentration
Die Übernahmen stoßen bei Experten teilweise auf Kritik. Die Monopolkommission warnt vor einer hohen Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel und möglichen Nachteilen für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Die vier großen Handelsketten vereinen der Meldung zufolge bereits mehr als 90 Prozent der Umsätze im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Migros Zürich hatte im März den Verkauf von Tegut angekündigt; die Marke soll aufgegeben werden.
Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe. Die Kette ist in sechs Bundesländern vertreten und beschäftigt nach Angaben von Migros knapp 7.500 Menschen.
Der Verkauf von Tegut steht für eine Neuordnung im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Mit Rewe, Edeka und Tante Enso übernehmen drei unterschiedliche Geschäftsmodelle insgesamt 252 Märkte, während 36 Standorte zunächst keinem Käufer zugeordnet sind.
Die Aufteilung zeigt zugleich die Grenzen des Wettbewerbsrechts. Das Bundeskartellamt genehmigte die Übernahmen nur unter Auflagen, weil einzelne regionale Märkte durch die Konzentration stärker von einem Anbieter geprägt werden könnten. Rewe darf 38 Filialen übernehmen, Edeka 178; bei beiden Paketen wurden Standorte ausgenommen oder Erwerbsbeschränkungen vereinbart.
Konzentration im Lebensmittelhandel
Die vier großen Handelsgruppen Rewe, Edeka, Aldi und Lidl beziehungsweise Kaufland vereinen bereits mehr als 90 Prozent des Umsatzes im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Der Wegfall von Tegut als eigenständigem Wettbewerber verändert damit nicht nur die Eigentümer einzelner Märkte, sondern auch die Auswahl möglicher Abnehmer für Lebensmittelhersteller.
Für Beschäftigte und Kundinnen und Kunden der 36 offenen Filialen bleibt vorerst entscheidend, dass die Märkte bis zu einer Übernahme unverändert geöffnet bleiben. Offen sind der Abschluss des laufenden Bieterverfahrens, mögliche spätere Schließungen und die künftige Versorgung der betroffenen Regionen.
