Telekom-Tarifvertrag: 60.000 Beschäftigte erhalten 340 Euro ab August
30.05.2026 - 10:00:30 | boerse-global.deKarriereexperten raten, die Ablehnung strategisch zu nutzen.
Die richtigen Fragen nach dem „Nein“
Ron Seifert von der Unternehmensberatung Korn Ferry empfiehlt Arbeitnehmern, nach einer abgelehnten Gehaltsforderung zwei entscheidende Fragen zu stellen. Zunächst sollten sie erfragen, nach welchen Kriterien das Unternehmen die Vergütung für ihre Position festlegt – etwa nach Marktdaten, internen Vergleichen oder Leistungsbewertungen.
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Die zweite Frage zielt auf die Zukunft ab: Unter welchen Bedingungen wäre eine erneute Verhandlung möglich, und wann könnte diese stattfinden? Ziel ist es, aus einer einfachen Absage einen strukturierten Karriereplan zu machen. Wer diese Informationen erhält, schafft Transparenz und eine konkrete Zeitachse für die nächste Runde.
Tarifpolitik: Zwischen Erfolg und Stillstand
Die individuelle Gehaltsentwicklung spiegelt oft die größeren Tarifbewegungen wider. Ende Mai 2026 einigten sich die Deutsche Telekom und die Gewerkschaft Verdi nach vier Verhandlungsrunden für rund 60.000 Beschäftigte. Der Abschluss sieht eine Erhöhung der zusätzlichen monatlichen Vergütung auf 340 Euro ab August 2026 vor, die bis Juli 2027 auf 480 Euro steigt. Die Tabellenentgelte sollen im Juni 2028 um 2,4 Prozent angehoben werden. Zudem gibt es eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2028.
Ganz anders sieht es in der Gastronomie aus: Am 29. Mai 2026 endeten die Tarifverhandlungen für die Hotel- und Gaststättenbranche ohne Ergebnis. Die Arbeitgeber hatten eine Erhöhung von 3,4 Prozent für die unteren Lohngruppen und durchschnittlich 3 Prozent für die Mindestgehälter angeboten. Die Gewerkschaft Vida lehnte ab. Die bestehenden Lohntabellen aus Mai 2025 bleiben vorerst in Kraft.
Die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie erzielte dagegen am 29. Mai 2026 eine Einigung für 60.000 Beschäftigte. Die Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen steigen um 3 Prozent, die Ist-Gehälter um 1,85 Prozent plus einen Fixbetrag von 22 Euro – insgesamt bis zu 2,7 Prozent mehr. Der Abschluss gilt rückwirkend zum 1. Mai 2026 und bringt zudem Gesundheitstage für Mitarbeiter über 40 mit 20 Jahren Betriebszugehörigkeit.
Marktwerte und Reallohnentwicklung
Wer sich auf eine Gehaltsverhandlung vorbereitet, findet in aktuellen Studien konkrete Anhaltspunkte. Eine Vergütungsstudie von Kienbaum vom Juni 2026 zeigt: Key Account Manager verdienen im Schnitt 92.000 Euro pro Jahr, IT-Service-Level-Manager kommen auf rund 83.000 Euro. 90 Prozent der Vertriebsleiter erhalten variable Vergütungsanteile, die etwa 18 Prozent ihres Gesamtgehalts ausmachen. Besonders gefragt sind IT-Spezialisten: In Banken und Chemieunternehmen verdienen sie rund 20 Prozent mehr als der Branchendurchschnitt.
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Das Statistische Bundesamt meldete am 28. Mai 2026 einen Anstieg der Reallöhne um 1,8 Prozent im ersten Quartal 2026. Grund waren nominale Lohnsteigerungen von 4,1 Prozent, während die Verbraucherpreise nur um 2,2 Prozent zulegten. Besonders Niedrigverdiener profitierten: Ihre Löhne stiegen um 7,0 Prozent – auch wegen der Erhöhung des Mindestlohns auf 13,90 Euro.
Wenn der Chef zu spät zahlt: Ihre Rechte
Arbeitnehmer sollten auch die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Ende Mai 2026 wiesen Arbeitsrechtler darauf hin, dass Arbeitgeber automatisch in Verzug geraten, wenn sie Gehälter nicht pünktlich zahlen. Der Verzugszins liegt aktuell bei 6,27 Prozent und wird täglich auf das Bruttogehalt berechnet. Bei wiederholten Verzögerungen können Beschäftigte sogar außerordentlich kündigen.
KI überwacht Ihre Kommunikation
Ein neuer Faktor kommt hinzu: Am 28. Mai 2026 wurde bekannt, dass Salesforce-CEO Marc Benioff Künstliche Intelligenz in Slack einsetzt, um Mitarbeiterkommunikation zu analysieren. Die KI soll Stimmungen und Frustrationen in Echtzeit erkennen. Da Arbeitgeber in der Regel die Daten auf den Arbeitsplattformen besitzen, raten Experten zu professioneller digitaler Kommunikation. Diese Analysen könnten indirekt Leistungsbewertungen und künftige Gehaltsverhandlungen beeinflussen.
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