Textilvernichtung: Neue Regeln für große Unternehmen ab 19. Juli
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 16:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Entscheidend sind Nutzungsintensität, Schweißverfahren und Pflege.
Was die Lebensdauer bestimmt
Die Materialbeschaffenheit spielt eine Schlüsselrolle. Hochwertige Textilien mit höherer Grammatur halten in der Regel länger. Entscheidend ist auch die richtige Schutzklasse: Wer Kleidung der Klasse 1 für Verfahren einsetzt, die Klasse 2 erfordern, riskiert nicht nur die Sicherheit – das Material ermüdet auch schneller.
Ein Austausch wird fällig, sobald sichtbare Schäden auftreten oder die Schutzwirkung nachlässt. Verschmutzungen können die flammhemmenden Eigenschaften beeinträchtigen. Regelmäßige Kontrollen gehören daher zur betrieblichen Routine. Bei beschädigter PSA drohen rechtliche Konsequenzen.
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So bleibt die Schutzkleidung funktionstüchtig
Die Reinigung erfordert Sorgfalt. Weichspüler und Chlorbleiche sind tabu – sie greifen Fasern und Schutzimprägnierung an. Ein gründlicher Spülgang entfernt Waschmittelrückstände, die die Entflammbarkeit beeinflussen könnten.
Bei starkem Schweißgeruch hilft Natron, da es den pH-Wert ausgleicht. Bei hartnäckigen Gerüchen oder Bakterienbefall sind Enzymreiniger oder Sauerstoffbleiche zuverlässiger als Hausmittel.
An- und Ablegen ist Arbeitszeit
Die Zeit für das An- und Ablegen von Schutzausrüstung sowie die Wegezeiten im Betrieb gelten als Arbeitszeit und müssen vergütet werden. Das bestätigte das Landesarbeitsgericht Hamburg am 6. Juli 2015, das Bundesarbeitsgericht folgte am 13. Dezember 2016. Tarifvertragliche Abweichungen, die diese Zeiten von der Vergütung ausschließen, sind unwirksam.
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Neue Regeln für ausgediente Kleidung
Ab dem 19. Juli 2026 gilt für große Unternehmen ein Vernichtungsverbot für unverkaufte Textilien und Schuhe. Verstöße kosten bis zu 100.000 Euro. Mittlere Unternehmen sind ab 2030 betroffen.
Branchenverbände wie der Gesamtverband Textil+Mode kritisieren den Dokumentationsaufwand. Gleichzeitig entstehen neue Kreislaufsysteme: Ende Juni 2026 startete ein herstellerunabhängiges Rücknahmesystem für Berufskleidung. Ziel ist es, den Anteil recycelter Fasern zu erhöhen – bei spezialisierten Serien liegt er heute bereits bei rund 27 Prozent.
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