Thyssenkrupp, Aktionäre

Thyssenkrupp: Aktionäre beschließen Abspaltung von TK Accelis

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Thyssenkrupp-Aktionäre stimmen der Abspaltung von TK Accelis zu. Der Börsengang der Werkstoffsparte ist für Ende Oktober geplant.

Thyssenkrupp-Aktionäre ebnen Weg für TK-Accelis-Abspaltung und Börsengang
Modernes Industrielager mit gestapelten Metallmaterialien als Symbol für die Abspaltung der Werkstoffsparte. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Auf der digitalen Hauptversammlung der Thyssenkrupp AG am 7. August 2026 haben die Aktionäre mit einer deutlichen Mehrheit von 99,99 Prozent für die Abspaltung der Werkstoffhandelssparte TK Accelis gestimmt. Damit erhielt Konzernchef Miguel López das notwendige Mandat für die Neuordnung des Konzerns und den geplanten Börsengang der Tochtergesellschaft, die bisher unter dem Namen Materials Services geführt wurde.

Struktur der Abspaltung und geplanter Börsengang

Die beschlossene Transaktion sieht vor, dass 49 Prozent der Anteile an TK Accelis vom Mutterkonzern getrennt werden. Die Thyssenkrupp AG wird nach der Abspaltung weiterhin eine Mehrheit von 51 Prozent an dem Unternehmen halten. Ein Anteil von 10 Prozent soll an die Krupp-Stiftung gehen. Für die bestehenden Aktionäre der Thyssenkrupp AG ist ein Zuteilungsverhältnis von 20 zu 1 vorgesehen: Für jeweils 20 gehaltene Thyssenkrupp-Aktien erhalten sie ein Wertpapier der neuen Gesellschaft TK Accelis.

Der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse ist nach aktuellen Planungen für Ende Oktober oder Anfang November 2026 vorgesehen. Um den Kapitalmarkt über die Details der Ausgliederung zu informieren, wurde zudem ein Kapitalmarkttag für Ende September 2026 angekündigt.

Wirtschaftliche Eckdaten und operative Aufstellung

TK Accelis agiert als globaler Dienstleister im Werkstoffhandel. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete die Sparte einen Umsatz von 11,4 Mrd. EUR und erzielte ein bereinigtes Ebit von 132 Mio. EUR. Das Unternehmen beschäftigt rund 15.500 Mitarbeiter an 400 Standorten in 30 Ländern. Die Kundenbasis umfasst etwa 250.000 Abnehmer, zu denen unter anderem Konzerne wie Airbus, BP, Tesla und VW zählen. Auf der Beschaffungsseite arbeitet die Sparte mit rund 11.000 Lieferanten zusammen.

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Mittelfristig verfolgt das Management ambitionierte Wachstums- und Profitabilitätsziele. Angestrebt werde ein Umsatzwachstum von mehr als 4 Prozent sowie eine EBITDA-Marge zwischen 4 und 5 Prozent. Im Geschäftsjahr 2024/25 lag die Marge bei 2 Prozent. Eine erste Dividendenausschüttung stellt das Unternehmen für den Beginn des Jahres 2028 in Aussicht. Das Analysehaus Jefferies bewertet die Sparte TK Accelis inklusive der Schulden derzeit mit einem Enterprise Value von zirka 3,6 Mrd. EUR.

Strategische Ausrichtung und Kritik der Investoren

Die Abspaltung ist Teil einer umfassenden Restrukturierung, durch die Thyssenkrupp perspektivisch zu einer Finanzholding umgebaut werden soll. In diesem Zusammenhang ist die Stahlsparte als nächste geplante Abspaltung vorgesehen. TK Accelis selbst plant, seine Marktposition durch Zukäufe in Nordamerika weiter zu stärken.

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Trotz der fast geschlossenen Zustimmung der Aktionäre gab es auch kritische Stimmen aus dem Investorenlager. Der Fondsanleger DWS enthielt sich bei der Abstimmung. Vertreter des Hauses kritisierten die gewählte Rechtsform einer AG & Co. KGaA sowie den weiterhin starken Einfluss der Konzernmutter auf die künftig eigenständige Sparte. Diese Struktur könne die Unabhängigkeit des neuen Unternehmens am Kapitalmarkt einschränken, hieß es von Seiten der Kritiker.

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