Elevator, Metall

TK Elevator: IG Metall sichert Kündigungsschutz bei Kone-Übernahme

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TK Elevator und IG Metall sichern mit einem Prozessvertrag Kündigungsschutz, Tarifbindung und Mitbestimmung während der geplanten Übernahme durch Kone.

TK Elevator und IG Metall: Einigung zum Schutz der Beschäftigten bei Kone-Übernahme
Zwei Personen bei der Unterzeichnung eines Vertrages in einem modernen, hellen Bürogebäude. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Rahmen der geplanten Übernahme von TK Elevator (TKE) durch den finnischen Konkurrenten Kone haben das Unternehmen und die Gewerkschaft IG Metall eine wegweisende Einigung erzielt.

Am 18. Juni 2026 unterzeichneten beide Parteien einen sogenannten Prozessvertrag, der die Belegschaft vor den potenziell negativen Auswirkungen des Eigentümerwechsels absichern soll. Die Vereinbarung stellt einen zentralen Baustein dar, um soziale Standards und Mitbestimmungsrechte im Zuge der Konsolidierung in der Aufzugsbranche zu wahren.

Schutzmechanismen im Übernahmeprozess

Die getroffene Vereinbarung konzentriert sich maßgeblich auf die soziale Absicherung der Beschäftigten während der Übergangsphase. Ein Kernbestandteil des Vertrages ist der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Diese Garantie gilt laut den Vertragspartnern bis zum vollständigen Abschluss des Verkaufs an Kone. Damit reagieren das Management von TKE und die Arbeitnehmervertretung auf die bestehende Unsicherheit innerhalb der Belegschaft, die üblicherweise mit großen Fusionen dieser Größenordnung einhergeht.

Neben dem unmittelbaren Schutz vor Entlassungen beinhaltet der Vertrag einen umfassenden Bestandsschutz. Dieser soll sicherstellen, dass wesentliche Strukturen des Unternehmens auch unter der neuen Eigentümerschaft erhalten bleiben.

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Für die Mitarbeiter bedeutet dies eine höhere Planungssicherheit in einem Marktumfeld, das durch einen starken Konsolidierungsdruck geprägt ist. Der Prozessvertrag fungiert hierbei als rechtlich bindendes Instrument, das die Bedingungen des Übergangs definiert, noch bevor die finale Integration in den Kone-Konzern vollzogen ist.

Tarifliche Stabilität und industrielle Mitbestimmung

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Einigung betrifft die tarifliche Bindung des Unternehmens. Der Fortbestand der geltenden Tarifverträge wurde explizit im Vertragswerk verankert. Damit bleibt die Entlohnungs- und Arbeitszeitstruktur für die Beschäftigten von TKE auch während des Übernahmeprozesses unangetastet.

Die Gewerkschaft wertet dies als wichtiges Signal für die Kontinuität der Arbeitsbedingungen, unabhängig von den Veränderungen in der Eigentruktur.

Zudem sichert der Prozessvertrag der Arbeitnehmerseite eine starke Mitbestimmung zu. Dies umfasst erweiterte Informations- und Konsultationsrechte bei strategischen Entscheidungen, die im Zusammenhang mit der Fusion stehen.

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Ziel ist es, die Integration der beiden Aufzugshersteller so zu gestalten, dass die Interessen der Arbeitnehmer nicht hinter rein betriebswirtschaftlichen Synergieeffekten zurückstehen. Die vertraglich zugesicherte Einbindung der Belegschaftsreprsentanten soll dazu beitragen, den Transformationsprozess transparent und sozialverträglich zu begleiten.

Bedeutung für die Branchenkonsolidierung

Die Einigung zwischen TK Elevator und der IG Metall wird von Beobachtern als bedeutender Präzedenzfall für großvolumige Transaktionen im Industriesektor gewertet. Sie verdeutlicht, dass der Schutz von Arbeitnehmerrechten auch bei internationalen Übernahmen ein zentrales Verhandlungselement sein kann.

Während Kone durch die Vereinbarung eine stabilere Ausgangslage für die geplante Integration erhält, sichert der Vertrag den Fortbestand bewährter sozialpartnerschaftlicher Modelle bei TKE.

Für die betroffenen Mitarbeiter bietet der Abschluss des Prozessvertrages eine rechtliche Grundlage, um gegen mögliche Verschlechterungen ihrer Arbeitssituation im Zuge der Übernahme vorzugehen.

Da der Verkauf eines global agierenden Unternehmens wie TK Elevator komplexe rechtliche und organisatorische Hürden mit sich bringt, dient der Vertrag als stabilisierende Komponente bis zum endgültigen Verkaufsabschluss. Das Dokument legt fest, dass der Wandel im Unternehmen nicht zulasten der sozialen Standards erfolgen darf, die über Jahrzete in der deutschen Industrie gewachsen sind.

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