Tokenisierte, Wertpapiere

Tokenisierte Wertpapiere: Europa wächst auf 1,9 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Circle bereitet den Arc-Start vor, während US-Regulierung stockt und Europas Aufseher vor wachsenden Risiken im Kryptomarkt warnen.

Circle startet Arc-Mainnet mit BlackRock und Visa als Validatoren
Minimalistische moderne Architektur mit geometrischen Betonpfeilern und hohen Glasdecken, die institutionelle Stabilität symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Am 16. September 2026 plant das US-Finanztechnologieunternehmen Circle den Start des Arc-Mainnets. Dieses Vorhaben wird von einer Gruppe prominenter Gründungsvalidatoren unterstützt, zu denen unter anderem BlackRock, Visa, Mastercard, die DTCC sowie die ICE und Standard Chartered gehören.

Auch Galaxy, MoneyGram und die SBI Group sind an der Validierung des Netzwerks beteiligt. Der Start erfolgt mit insgesamt 12 Validatoren, wobei der Vermögensverwalter BlackRock bereits angekündigt hat, Vermögenswerte in Höhe von 3,2 Milliarden US-Dollar des BUIDL-Fonds auf die Arc-Plattform zu übertragen.

Finanzielle Kennzahlen und institutionelles Interesse

Im Vorfeld des Mainnet-Starts konnte Circle im Rahmen eines Vorverkaufs für ARC-Token insgesamt 242,2 Millionen US-Dollar einsammeln. Der Preis pro Token lag dabei bei 0,30 US-Dollar, was einer Bewertung des Netzwerks (Fully Diluted Valuation) von 3 Milliarden US-Dollar entspricht. Zu den beteiligten Investoren gehörten neben BlackRock auch a16z crypto, Apollo und ARK Invest.

Die operativen Kennzahlen von Circle unterstreichen die wachsende Bedeutung digitaler Dollar-Derivate. Im zweiten Quartal 2026 befanden sich 73,3 Milliarden US-Dollar der stabilen Kryptowährung USDC im Umlauf. Das Onchain-Volumen erreichte in diesem Zeitraum 14,8 Billionen US-Dollar, was einer Steigerung von 151 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

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Parallel dazu treibt die US-Börsenaufsicht SEC Bestrebungen voran, Blockchain-Ledger als offizielle Aktienregister für tokenisierte Wertpapiere zuzulassen. Eine entsprechende Konsultationsphase soll Anfang November 2026 enden.

Politische Weichenstellungen im US-Senat

Während die technische Infrastruktur ausgebaut wird, steht die regulatorische Landschaft in den USA vor einer Zäsur. Für den 15. September 2026 ist im US-Senat die Abstimmung über den Digital Asset Market CLARITY Act (H.R. 3633) angesetzt. Für ein Ende der Debatte, das sogenannte Cloture, sind 60 Stimmen erforderlich.

Der Gesetzentwurf, der bereits im Juli 2025 das Repräsentantenhaus passierte, sieht unter anderem eine klare Trennung der Zuständigkeiten zwischen der SEC und der CFTC sowie spezifische Regeln für den Bereich Decentralized Finance (DeFi) vor.

Senatsrepublikaner legten hierzu eine 630-seitige Fassung vor, die mehr als 114 Bestimmungen enthält. Diese umfassen unter anderem eine Registrierungspflicht für DeFi-Protokolle bei der CFTC und den Schutz für Softwareentwickler.

Aktuell wird das Vorhaben jedoch durch einen Ethikstreit blockiert, da demokratische Senatoren eine parteiübergreifende Regelung fordern. Marktprognosen auf Plattformen wie Polymarket beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung bis zum Jahresende derzeit nur noch auf 22 Prozent, nachdem dieser Wert im Februar noch bei 82 Prozent gelegen hatte.

Europäische Aufsicht und operationelle Risiken

In Europa warnt die Wertpapieraufsicht ESMA in einem aktuellen Bericht vor den zunehmenden Risiken einer Übertragung von Volatilität zwischen Krypto-Märkten und dem traditionellen Finanzsektor.

Demnach stieg das Volumen tokenisierter Aktien in Europa innerhalb von 18 Monaten von rund 300 Millionen Euro auf fast 1,9 Milliarden Euro. Das Handelsvolumen auf den zwei größten Prognosemärkten überschritt im vierten Quartal 2025 die Marke von 20 Milliarden US-Dollar.

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Gleichzeitig verfestigt sich die regulatorische Struktur für Dienstleister. Zum 21. August 2026 verzeichnete die ESMA 335 Registereinträge für 330 Unternehmen aus 26 Staaten. Deutschland führt diese Liste mit 79 durch die BaFin registrierten Unternehmen an. Die unionsweite Übergangsfrist für solche Dienstleister endete spätestens am 1. Juli 2026.

Zusätzlich rücken operationelle Risiken durch die DORA-Verordnung in den Fokus. Die BaFin wertete für das Jahr 2025 insgesamt 733 gemeldete Vorfälle im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) aus, von denen 478 als unabhängige Einzelereignisse eingestuft wurden.

Fast die Hälfte dieser Vorfälle war auf Systemfehler zurückzuführen, wobei etwa 50 Prozent der Ursachen bei externen Drittanbietern lagen. Die neuen Anforderungen verlangen von Finanzinstituten nun eine strengere Klassifizierung von Vorfällen sowie die Einhaltung enger Meldefristen.

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