Transcom-Schließung: 150 Beschäftigte lehnen Abwicklungsplan ab
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 22:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Belegschaft des niederländischen Standorts des schwedischen Unternehmens Transcom hat den von der Konzernleitung vorgelegten Abwicklungsplan für die Niederlassung in Groningen am Montag geschlossen abgelehnt. Mit der geplanten Schließung steht der Standort nach 26 Jahren Betrieb vor dem Aus, wovon rund 150 Arbeitsplätze unmittelbar betroffen sind. Die Verhandlungen zwischen der Unternehmensführung und den Arbeitnehmervertretern sind damit vorerst gescheitert.
Gewerkschaft fordert deutlich höhere Abfindungen und soziale Absicherung
Die niederländische Gewerkschaft FNV wies das als endgültig bezeichnete Angebot von Transcom zurück. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren die vorgeschlagenen Konditionen als unzureichend und haben einen eigenen Forderungskatalog vorgelegt. Dieser sieht eine Abfindung in Höhe des 1,8-fachen der gesetzlich verankerten Übergangszahlung vor. Dabei soll nach Vorstellungen der Gewerkschaft eine Mindestgrenze von 7.500 Euro pro Mitarbeiter gelten.
Zusätzlich zu den finanziellen Entschädigungen fordert die FNV umfassende flankierende Maßnahmen für die betroffenen Angestellten. Dazu gehören Zusagen für berufliche Schulungen und Umschulungen, um die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Auch Regelungen zur betrieblichen Altersvorsorge sowie die Übernahme von Kosten für rechtliche Unterstützung sind Teil der gewerkschaftlichen Forderungen.
Strategische Umstrukturierung führt zur Standortschließung
Transcom begründete die Entscheidung, die Zelte in Groningen abzubrechen, mit einer notwendigen strategischen Umstrukturierung des Konzerns. Das schwedische Unternehmen hatte den Beschäftigten zuvor ein Paket angeboten, das eine begrenzte Abfindungszahlung sowie einen sogenannten Unterzeichnungsbonus vorsah.
Im Rahmen der Wiedereingliederungsmaßnahmen bot das Management den Mitarbeitern zudem die Möglichkeit an, an einen Firmenstandort in Spanien umzuziehen. Diese Offerte sowie die weiteren angebotenen Unterstützungsleistungen bei der Jobsuche reichten aus Sicht der Belegschaft und der Gewerkschaft jedoch nicht aus, um den Verlust der langjährigen Arbeitsverhältnisse in den Niederlanden angemessen zu kompensieren.
Streit um Haftung der schwedischen Muttergesellschaft
Ein wesentlicher Konfliktpunkt in der Auseinandersetzung betrifft die finanzielle Leistungsfähigkeit der niederländischen Tochtergesellschaft. Die Gewerkschaft FNV erklärte im Zuge der Verhandlungen, dass die lokale Einheit von Transcom nicht über die notwendigen Mittel verfüge, um einen fairen Sozialplan aus eigener Kraft zu finanzieren. Vor diesem Hintergrund fordern die Arbeitnehmervertreter, dass die schwedische Muttergesellschaft direkt für die Verbindlichkeiten und Abfindungszahlungen haften müsse.
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Unterstützung erhält die lokale Belegschaft von der internationalen Gewerkschaftsföderation UNI Global Union. Deren Generalsekretär Parton betonte die Notwendigkeit eines anständigen Sozialplans für die Menschen, die teils seit Jahrzehnten für das Unternehmen tätig sind. Da die Fronten nach der Ablehnung des Abwicklungsplans verhärtet sind, drohte die FNV bereits mit weiteren Schritten. Welche konkreten Maßnahmen die Gewerkschaft nach dem Scheitern der Gespräche ergreifen wird, blieb zunächst offen.
