Trassenpreise 2027, DB InfraGO

Trassenpreise 2027 steigen im Schnitt um 7,9 Prozent

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 16:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Gebühren für die Nutzung des deutschen Schienennetzes sollen 2027 im Schnitt um 7,9 Prozent steigen. Besonders stark betroffen ist der Güterverkehr, während im Nahverkehr höhere Kosten den Druck auf Länder und Verkehrsunternehmen erhöhen.

Für die Nutzung der Schieneninfrastruktur müssen Verkehrsunternehmen Geld an die DB InfraGo zahlen. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Für die Nutzung der Schieneninfrastruktur müssen Verkehrsunternehmen Geld an die DB InfraGo zahlen. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Die Gebühren für die Nutzung des deutschen Schienennetzes sollen 2027 im Durchschnitt um 7,9 Prozent steigen.

DB InfraGO beantragt 7,5 Milliarden Euro

Die für das Netz zuständige DB InfraGO will bei der Bundesnetzagentur einen Zielerlös von 7,5 Milliarden Euro beantragen, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Im Schienengüterverkehr sollen die Trassenpreise demnach um 12,9 Prozent steigen, im Schienenpersonennahverkehr um 7,7 Prozent und im Fernverkehr um 5,0 Prozent.

Trassenpreise sind Gebühren, die Eisenbahnverkehrsunternehmen für die Nutzung der Schienen zahlen. DB InfraGO finanziert damit unter anderem den Betrieb, die Instandhaltung und Investitionen in das deutsche Schienennetz.

Obergrenze wird nicht ausgeschöpft

Die geplante Erhöhung bleibt damit unter der Obergrenze von 8,2 Milliarden Euro, die das Verwaltungsgericht Köln in der vergangenen Woche festgelegt hatte. Das Gericht hatte entschieden, dass die Bahn die Trassenpreise im kommenden Jahr im geplanten Umfang erhöhen und auf die Verkehrsunternehmen umlegen darf.

Für 2028 will DB InfraGO zunächst einen Zielerlös von 8,6 Milliarden Euro beantragen. Rechnerisch entspräche das einer durchschnittlichen Erhöhung der Trassenpreise um 15,1 Prozent.

Förderhöhe für 2028 noch offen

Nach Angaben der Bahn handelt es sich bei der Zahl für 2028 um einen vorläufigen Wert. Unter anderem stehe die Höhe der Instandhaltungsförderung noch nicht fest. Sobald die offenen Punkte geklärt seien, solle der Antrag nach unten angepasst werden.

Folgen für den Nahverkehr möglich

Die Gebühren werden pro Kilometer erhoben und fallen für Güter-, Fern- und Regionalverkehr unterschiedlich hoch aus. Die jeweiligen Trassenpreise muss die Bundesnetzagentur jedes Jahr in einem komplexen Verfahren genehmigen.

Die höheren Gebühren könnten sich auf das Angebot im Regionalverkehr auswirken. Die Verkehrsunternehmen kämpfen bereits mit gestiegenen Personal- und Energiekosten. Zudem kippte der Europäische Gerichtshof im März die sogenannte Trassenpreisbremse, die Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr vor besonders starken Erhöhungen geschützt hatte.

Bernreiter fordert Unterstützung vom Bund

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der derzeit den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz innehat, kritisierte die Ankündigung. Die DB InfraGO habe noch immer nicht verstanden, wie es um den Verkehr auf der Schiene stehe, erklärte der CSU-Politiker.

Der Schienenpersonennahverkehr kämpfe mit steigenden Trassenpreisen sowie höheren Kosten für Energie und Personal. Diese Entwicklung falle stärker aus als der Zuwachs bei Regionalisierungsmitteln und Fahrgeldeinnahmen. „Weitere massive Trassenpreissteigerungen sind nicht akzeptabel“, sagte Bernreiter.

Der Bund müsse für Planungssicherheit sorgen, die Entwicklung der Trassenpreise bremsen und ausreichend Regionalisierungsmittel bereitstellen. Andernfalls drohten im schlimmsten Fall erhebliche Streichungen im Nahverkehr, warnte der Minister.

Schienenmaut als Kostenfaktor

Trassenpreise sind für Eisenbahnverkehrsunternehmen ein zentraler Kostenbestandteil. Sie werden pro gefahrenem Kilometer erhoben und unterscheiden sich nach Verkehrsart. DB InfraGO finanziert damit unter anderem Betrieb, Instandhaltung und Investitionen in das Schienennetz.

Die geplante Erhöhung fällt im Güterverkehr mit 12,9 Prozent besonders stark aus. Das kann die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs gegenüber der Straße belasten, sofern Unternehmen die zusätzlichen Kosten nicht auffangen können. Im Fernverkehr liegt der Anstieg mit 5,0 Prozent niedriger, kann aber ebenfalls in die Kalkulation von Ticketpreisen und Zugangeboten einfließen.

Besondere Bedeutung für den Regionalverkehr

Für den Schienenpersonennahverkehr ist die Entwicklung politisch besonders relevant, weil Länder und Aufgabenträger die Verkehrsleistungen bestellen und finanzieren. Steigende Trassenpreise treffen dort auf bereits höhere Personal- und Energiekosten. Ob daraus tatsächlich Angebotskürzungen entstehen, hängt von den verfügbaren Regionalisierungsmitteln, den Fahrgeldeinnahmen und den jeweiligen Verkehrsverträgen ab.

Das Verwaltungsgericht Köln hat für 2027 eine höhere Umlage der Kosten zugelassen; DB InfraGO will die genehmigungsfähige Obergrenze nach eigener Darstellung dennoch nicht ausschöpfen. Für 2028 bleibt die Belastung vorläufig, weil die Höhe der Instandhaltungsförderung noch offen ist. Die Bundesnetzagentur muss die jeweiligen Trassenpreise jährlich genehmigen.

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