Trump, Kanadas

Trump: Kanadas Palästina-Kurs erschwert Zolleinigung

Veröffentlicht am: 31.07.2025 um 14:18 Uhr | dpa.de

Nach ähnlichen Ankündigungen aus Europa will auch Kanada Palästina als Staat anerkennen. Das stößt auf Kritik aus Washington. Trump droht mit Konsequenzen in den Handelsbeziehungen.

Trump bei der Vorstellung seines globalen Zollpakets im April: Ein Abkommen mit der EU hat zumindest das Schlimmste verhindert. (Archivbild) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Trump bei der Vorstellung seines globalen Zollpakets im April: Ein Abkommen mit der EU hat zumindest das Schlimmste verhindert. (Archivbild) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump sieht Kanadas geplante Anerkennung von Palästina als eigenständigen Staat als Belastung für eine Einigung im Zollstreit mit dem nördlichen Nachbarland. «Wow! (...) Das wird es für uns sehr schwer machen, ein Handelsabkommen mit ihnen zu schließen», schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social.

Kanadas Ministerpräsident Mark Carney hatte zuvor angekündigt, sein Land beabsichtige, den Staat Palästina in der 80. Sitzung der UN-Vollversammlung im September 2025 anzuerkennen. Kanada schließt sich damit als erstes G7-Land einer Ankündigung Frankreichs von vergangener Woche an. Auch Großbritannien drohte Israel zuletzt offen mit einer Anerkennung Palästinas, falls die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Gaza-Krieg und das Leiden der Palästinenser nicht beenden sollte. 

Carney begründete den Schritt mit zunehmend schlechteren Aussichten auf eine Zweistaatenlösung und prangerte die Lage im Westjordanland sowie die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen an. Israels Regierung verurteilte die Entscheidung.

Die USA sind für Kanada mit Abstand der wichtigste Handelspartner. Trump hatte seit seinem Amtsantritt immer wieder neue Zölle gegen das Land verhängt oder damit gedroht. Handelsgespräche hatte er Ende Juni vorerst aufgekündigt.

de | wirtschaft | 67861469 |