Trump, Metallzölle

Trump senkt Metallzölle: Agrarmaschinen und Klimaanlagen ab 8. Juni

02.06.2026 - 10:39:37 | boerse-global.de

Die USA reduzieren Zölle auf Aluminium, Stahl und Kupfer. Agrarmaschinen und Klimaanlagen profitieren von niedrigeren Sätzen.

Trump senkt Metallzölle: Agrarmaschinen und Klimaanlagen ab 8. Juni - Bild: über boerse-global.de
Trump senkt Metallzölle: Agrarmaschinen und Klimaanlagen ab 8. Juni - Bild: über boerse-global.de

US-Präsident Trump hat die Einfuhrzölle für bestimmte Metallprodukte gesenkt. Landwirtschaft und Industrie profitieren von niedrigeren Sätzen.

Die Änderungen treten am 8. Juni 2026 in Kraft und gelten bis Ende 2027. Betroffen sind Einfuhren von Aluminium, Stahl und Kupfer sowie zahlreiche Metallprodukte. Die neue Verordnung ersetzt teilweise die drastischen Zollerhöhungen vom April, als Trump pauschal 50 Prozent auf die meisten Stahl- und Aluminiumderivate verhängt hatte.

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Landtechnik und Klimaanlagen werden gĂĽnstiger

Die deutlichsten Entlastungen gibt es für zwei Branchen: Agrarmaschinen und Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HVAC). Hier sinken die Zölle von 25 auf 15 Prozent. Auch mobile Industrieausrüstung wie Bulldozer und Gabelstapler fällt künftig unter diesen ermäßigten Satz – allerdings nur für Länder, mit denen die USA ein aktives Handelsabkommen haben.

Die Zollbehörde CBP berechnet die Abgaben weiterhin auf Basis des vollen Zollwerts der Ware. Für deutsche Exporteure bedeutet das: Wer etwa Traktoren oder Klimaanlagen in die USA liefert, zahlt künftig weniger – sofern die Produkte die neuen Ursprungsregeln erfüllen.

Weniger US-Anteil nötig für Vorzugszölle

Die wohl wichtigste Änderung betrifft die sogenannten „Domestic Sourcing Requirements". Bislang mussten ausländische Hersteller nachweisen, dass ihre Produkte zu 95 Prozent aus amerikanischem Metall bestehen, um vergünstigte Zölle zu erhalten. Diese Hürde sinkt nun auf 85 Prozent.

Wer diese Schwelle erreicht, zahlt nur noch 10 Prozent Einfuhrzoll statt der regulären Sätze. Ein klarer Anreiz für internationale Konzerne, US-Stahl und US-Aluminium in ihre Lieferketten einzubauen. Für deutsche Mittelständler, die ohnehin in den USA produzieren, könnte sich das rechnen.

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Doch nicht alle Sätze sinken: Für Stahlregale und Aluminium-Druckplatten gelten künftig neue 25-Prozent-Zölle. Und die 200-Prozent-Strafzölle auf russisches Aluminium bleiben unangetastet.

Handelskrieg mit Europa – Deals mit Taiwan

Die Zolländerungen sind Teil eines größeren geopolitischen Puzzles. Erst im Frühjahr hatte Washington angekündigt, die Strafzölle auf Autoimporte aus der EU auf 25 Prozent zu erhöhen. Grund: Die Europäer hätten sich nicht an frühere Abkommen gehalten. Dabei hatte ein 2025er-Deal zunächst 15 Prozent vorgesehen.

Ganz anders das Verhältnis zu Taiwan: Ende Mai schlossen beide Seiten ein Handelsabkommen. Für taiwanesische Auto-, Holz- und Flugzeugteile gelten rückwirkend zum 1. Mai Höchstzölle von 15 Prozent. Im Gegenzug sagte Taipeh Investitionen von umgerechnet rund 230 Milliarden Euro in US-Halbleiter-, KI- und Energieprojekte zu.

US-Industrie boomt – aber zu welchem Preis?

Die heimische Wirtschaft zeigt sich unbeeindruckt von den Handelskonflikten. Der ISM-Einkaufsmanagerindex kletterte im Mai auf 54,0 Punkte – das fünfte Wachstum in Folge und der höchste Stand seit vier Jahren. Ein Index über 50 signalisiert Expansion.

Doch die Kehrseite: Der Preisindex liegt bei alarmierenden 82,1 Punkten. Die US-Notenbank Fed hält die Leitzinsen daher zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Für deutsche Exporteure bedeutet das: Die Nachfrage in den USA ist da – aber die Inflation frisst Margen, und die Zollpolitik bleibt unberechenbar.

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