Von HockeyschlÀgern bis Wein: Neue Trump-Zölle gegen Kanada
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 00:48 Uhr | dpa.de
US-PrĂ€sident Donald Trump erhöht im Handelsstreit mit Kanada den Druck und kĂŒndigt neue Zusatzzölle in Höhe von 50 Prozent an. Betroffen ist laut dem WeiĂen Haus eine breite Palette von GĂŒtern, die in die USA importiert werden â als Beispiele wurden HockeyschlĂ€ger, Wein und Zement genannt. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer teilte mit, dass die neuen Zölle auf Importe aus Kanada im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar gelten werden.Â
Laut einer ErklĂ€rung aus dem WeiĂen Haus reagieren die USA damit «auf Kanadas diskriminierende Behandlung amerikanischer Produkte». Die Zölle sollen 30 Tage nach der Unterzeichnung in Kraft treten, laut Proklamation am 19. August. Mit den Zöllen will Trump erreichen, dass die Bedingungen fĂŒr den Export von amerikanischen Autos verbessert wird.
USA und Kanada streiten schon lÀnger
Die neuen Zölle sind eine weitere Umdrehung im Handelsstreit zwischen den beiden NachbarlÀndern. Immer wieder hatte Trump Kanada wie auch anderen LÀndern weltweit ein Handelsungleichgewicht zulasten der USA vorgeworfen. Zölle sind ein wichtiges Instrument seiner zweiten Amtszeit als US-PrÀsident. Kanada sieht hingegen einen Verstoà gegen ein Freihandelsabkommen der NachbarlÀnder.
Allerdings hatte Trump mit seiner Zollpolitik nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs in den USA zurĂŒckrudern mĂŒssen, als es ihm verbot, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz Zölle auf den Import von Waren aus vielen LĂ€ndern zu verhĂ€ngen. Seither versucht der PrĂ€sident ĂŒber alternative Wege, Zölle durchzusetzen. In der Vergangenheit kam es zudem vor, dass er zwar Zölle androhte, sie aber dann doch nicht in die Tat umsetzte.
Der kanadische Premierminister Mark Carney signalisierte in einer Reaktion auf die neueste ZollankĂŒndigung Washingtons GesprĂ€chsbereitschaft. Kanada sei bereit, sich mit Nachdruck an GesprĂ€chen zu beteiligen, um noch offene Streitpunkte mit den USA zu lösen. Zugleich machte er klar, dass man die StĂ€rke Kanadas ausbauen wolle.
Trump ist verĂ€rgert ĂŒber Kanada â wegen der WaldbrĂ€nde
Vor wenigen Tagen hatte Trump Kanada bereits aus einem anderen Grund mit höheren Zöllen gedroht. Er schrieb auf seiner Plattform Truth Social, dass den USA mit der durch WaldbrĂ€nde verursachten Luftverschmutzung hohe Kosten entstehen wĂŒrden. Deswegen mĂŒssten diese Kosten «zwangslĂ€ufig» den bestehenden Zöllen auf kanadische Importe hinzugerechnet werden.Â
In groĂen Teilen des Nordostens der USA hatte es in der vergangenen Woche Rauchschwaden gegeben, nachdem Dutzende WĂ€lder im benachbarten Kanada gebrannt hatten. In der Hauptstadt Washington wurde etwa fĂŒr Freitag zeitweise eine Warnung an die Bewohner vor der schlechten LuftqualitĂ€t ausgesprochen. Dort lag ein Brandgeruch in der Luft.
