Deutschland, International

Ifo: Stimmung in Reisebranche bricht ein

10.04.2026 - 09:35:30 | dpa.de

Umbuchungen, Stornierungen und teurere FlĂŒge: Die Eskalation im Nahen Osten trifft Reiseunternehmen hart. Was das fĂŒr Urlauberinnen und Urlauber bedeutet.

Seit der Eskalation des Konflikts Ende Februar wurden fĂŒr wichtige TransitlĂ€nder mit DrehkreuzflughĂ€fen in der Golfregion Reisewarnungen ausgesprochen. (Archivbild) - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa

ReisebĂŒros und Reiseveranstalter stellen sich aufgrund des Nahost-Konflikts auf deutlich schlechtere GeschĂ€fte und steigende Preise ein. Im MĂ€rz hat sich das GeschĂ€ftsklima in der Branche deutlich abgekĂŒhlt, wie das Ifo Institut in MĂŒnchen mitteilt. Als Hauptursache gilt die Eskalation im Nahen Osten mit Reisewarnungen fĂŒr wichtige TransitlĂ€nder der Golfregion.

Der Ifo-Branchenindikator fiel demnach auf minus 41,7 Punkte, nach minus 14,8 Punkten im Februar. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage erheblich zurĂŒckhaltender, auch die GeschĂ€ftserwartungen haben sich laut Ifo deutlich verschlechtert. «Die geopolitische Situation fĂŒhrt zu hoher Verunsicherung bei Reisenden und Reiseunternehmen, besonders fĂŒr Reisen ĂŒber die Golfstaaten im Nahen Osten», sagt Ifo-Experte Patrick Höppner. 

Auswirkungen der Reisewarnungen

Seit der Eskalation des Konflikts Ende Februar wurden fĂŒr wichtige TransitlĂ€nder mit DrehkreuzflughĂ€fen in der Golfregion Reisewarnungen ausgesprochen. Das hat direkte Folgen fĂŒr den internationalen Flugverkehr: Viele Reisende mit Zielen in Asien steigen an den Hubs in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten um. 

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts hatten dem Ifo zufolge im Jahr 2025 rund 2,7 Millionen Flugpassagiere mit Start an einem deutschen Hauptverkehrsflughafen ein erstes Streckenziel in Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten – das entsprach etwa 5,9 Prozent aller abfliegenden Passagiere mit einem ersten Streckenziel außerhalb der EU. 

Umbuchungen und Stornierungen

Mit der TĂŒrkei und Ägypten grenzen zudem zwei wichtige ReiseziellĂ€nder an die Konfliktregion. Januar und Februar sind traditionell die buchungsstĂ€rksten Monate fĂŒr Urlaubsreisen. «Viele ReisebĂŒros und Reiseveranstalter mussten fĂŒr bereits gebuchte Reisen in oder ĂŒber LĂ€nder im Nahen Osten Umbuchungen oder Stornierungen vornehmen», sagt Höppner.

Reisebudgets von Urlaubern dĂŒrften belastet werden

ZusĂ€tzlich zur Buchungsflaute zeichnet sich ein Preisanstieg ab. Der Anteil der ReisebĂŒros und Reiseveranstalter, der in den Ifo-Umfragen fĂŒr die kommenden Monate von steigenden Preisen fĂŒr Reisedienstleistungen ausgeht, habe sich im MĂ€rz erhöht. Einer der GrĂŒnde sei der Anstieg der Treibstoffkosten, der perspektivisch An- und AbreiseflĂŒge verteuern könne. «Ein Anstieg der Inflationsrate dĂŒrfte die Reisebudgets vieler Urlauberinnen und Urlauber im weiteren Jahresverlauf belasten», warnt Höppner.

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