Umsatzsteuer: Deutsche Post muss ab 2027 GeschÀftsbriefe besteuern
04.07.2026 - 01:02:41 | boerse-global.de
Einem aktuellen Gesetzentwurf zufolge soll die DHL Group kĂŒnftig auf Firmenpost die Mehrwertsteuer erheben mĂŒssen. Das Ziel: gleiche Wettbewerbsbedingungen fĂŒr alle Briefdienste und mehr Geld fĂŒr den Staat.
Ab 2027 wird die GeschÀftspost besteuert
Die Neuregelung soll Anfang 2027 in Kraft treten. Bisher ist die Deutsche Post als Universaldienstleister von der Umsatzsteuer auf Briefe befreit. Das Ă€ndert sich nun fĂŒr den gewerblichen Bereich. Privatpersonen bleiben verschont â sie zahlen weiter keine Umsatzsteuer auf ihre Briefmarken.
Das Finanzministerium unter Ressortchef Klingbeil erhofft sich jĂ€hrliche Mehreinnahmen von rund 115 Millionen Euro. FĂŒr Unternehmen bedeutet das: Massensendungen und Firmenpost werden teurer â vorausgesetzt, die Post gibt die Kosten an ihre Kunden weiter.
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Streit um den Universaldienst
Die Deutsche Post wehrt sich gegen die PlÀne. Der Konzern beruft sich auf EU-Recht und argumentiert, die Steuerbefreiung sei untrennbar mit den Universaldienst-Verpflichtungen verbunden.
Doch die Wettbewerber sehen das anders. Sie sprechen von jahrelanger Wettbewerbsverzerrung. Nach ihrer EinschĂ€tzung liegt der finanzielle Vorteil der Deutschen Post durch die bisherige Befreiung bei bis zu 500 Millionen Euro jĂ€hrlich â weit mehr, als das Ministerium an Mehreinnahmen erwartet.
Der EuropĂ€ische Gerichtshof hatte in der Vergangenheit klargestellt: Speziell ausgehandelte VertrĂ€ge fĂŒr GeschĂ€ftspost gehören nicht zwingend zum Kern des Universaldienstes.
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Börse bleibt gelassen
Trotz der drohenden Mehrbelastung zeigte sich der Kapitalmarkt entspannt. Die DHL-Aktie legte nach Bekanntwerden der PlÀne zeitweise um 2,53 Prozent zu und notierte bei rund 55,20 Euro.
GroĂe Anleger verfolgen die Entwicklung genau. Der US-Vermögensverwalter BlackRock hĂ€lt laut aktuellen Meldungen rund 7,12 Prozent der Stimmrechte an dem Bonner Logistikkonzern. Ob die SteuerplĂ€ne die Dividendenstrategie oder Investitionen beeinflussen, bleibt offen. Die Deutsche Post kĂŒndigte an, den Gesetzentwurf kritisch zu begleiten.
