Ungarn erzwingt Aufhebung von EU-Sanktionen gegen Russen
14.03.2025 - 11:32:38 | dpa.deZu den Personen, die kĂŒnftig nicht mehr auf der EU-Sanktionsliste stehen werden, gehört unter anderem der Oligarch Wjatscheslaw Mosche Kantor, wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigten. Zudem gehe es um eine Schwester des bekannten russischen Unternehmers Alischer Usmanow und zwei weitere Personen.
Druckmittel Ungarns war nach Angaben von Diplomaten die bis zu diesem Samstag notwendige VerlĂ€ngerung von Russland-Sanktionen, die insgesamt rund 2.200 Personen und Organisationen betreffen. Die Entscheidung dafĂŒr erfordert einen einstimmigen Beschluss der 27 EU-Mitgliedstaaten. Ungarn drohte diesen zu blockieren, wenn nicht mehrere Russen von der Liste genommen werden.
OrbĂĄn hĂ€lt Russland-Sanktionen nicht fĂŒr zielfĂŒhrend
Der genaue Hintergrund des ungarischen Vorgehens ist unklar. MinisterprĂ€sident Viktor OrbĂĄn hatte allerdings bereits mehrfach erklĂ€rt, dass er die Russland-Sanktionen der EU grundsĂ€tzlich nicht fĂŒr zielfĂŒhrend hĂ€lt.
Die Sanktionen der EU umfassen in der Regel ReisebeschrÀnkungen, das Einfrieren von Vermögenswerten sowie das Verbot der Bereitstellung von Geldern oder anderen wirtschaftlichen Ressourcen. Sie wurden in den meisten FÀllen als Reaktion auf die aus EU-Sicht ungerechtfertigte und grundlose militÀrische Aggression Russlands gegen die Ukraine verhÀngt.
Das Risiko von Ungarns VorstoĂ
Ăber die Forderungen Ungarns hatte es wochenlang Diskussionen gegeben, weil etliche Mitgliedstaaten sie zunĂ€chst nicht akzeptieren wollten. Als Risiko gilt, dass die Aufhebung der Sanktionen anderen Russen Argumente fĂŒr Klagen gegen StrafmaĂnahmen geben könnte.
So hieĂ es beispielsweise im Sanktionsbeschluss gegen Kantor, dieser habe enge Verbindungen zu PrĂ€sident Wladimir Putin, die ihm geholfen hĂ€tten, sein betrĂ€chtliches Vermögen zu sichern. Er habe Putin bei zahlreichen Gelegenheiten offen seine UnterstĂŒtzung und Freundschaft bekundet und unterhalte gute Beziehungen zum Kreml. Dadurch habe er von russischen EntscheidungstrĂ€gern profitiert, die fĂŒr die rechtswidrige Annexion der Halbinsel Krim durch Russland oder die Destabilisierung der Ukraine verantwortlich seien. Nach Angaben der EU ist Kantor ein groĂer Anteilseigner von einem der gröĂten DĂŒngemittelhersteller Russlands.
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