Nahrungsmittel

Unternehmensgruppen gewinnen in Landwirtschaft weiter an Bedeutung

15.04.2026 - 08:07:50 | dts-nachrichtenagentur.de

Unternehmensgruppen nehmen eine zunehmend wichtige Rolle in der deutschen Landwirtschaft ein.Wie neue Auswertungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, waren rund 5.150 landwirtschaftliche Betriebe, die in der Rechtsform juristische Person oder Personenhandelsgesellschaft gefĂŒhrt wurden, im Jahr 2024 Teil einer Unternehmensgruppe.

Bauer mit Traktor (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das entsprach 46 Prozent der insgesamt 11.100 Betriebe dieser Rechtsformen und zwei Prozent aller 255.010 landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland. Seit dem Jahr 2020 stieg die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe, die Teil einer Unternehmensgruppe sind, deutlich um 38 Prozent oder 1.410 Betriebe.

Die in insgesamt 3.160 Unternehmensgruppen organisierten Betriebe bewirtschafteten im Jahr 2024 eine landwirtschaftlich genutzte FlÀche von rund 2,22 Millionen Hektar. Das waren 13 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten FlÀche in Deutschland. Im Jahr 2020 hatte dieser Anteil noch bei elf Prozent gelegen. Zugleich hielten die in Unternehmensgruppen organisierten Betriebe acht Prozent des gesamten Rinder- und 14 Prozent des gesamten Schweinebestands in Deutschland.

Regional lassen sich weiterhin deutliche Unterschiede feststellen. WĂ€hrend 2024 in den westlichen BundeslĂ€ndern 36 Prozent der als juristische Personen oder Personenhandelsgesellschaften gefĂŒhrten Landwirtschaftsbetriebe einer Unternehmensgruppe angehörten, waren es in den östlichen BundeslĂ€ndern 59 Prozent. 2020 hatte der Anteil im Westen noch bei 26 Prozent und im Osten bei 48 Prozent gelegen. Der Anteil dieser Betriebe an der gesamten landwirtschaftlich genutzten FlĂ€che in Deutschland lag im Jahr 2024 mit einem Prozent im Westen und zwölf Prozent im Osten Ă€hnlich ungleich verteilt.

2024 bewirtschafteten landwirtschaftliche Betriebe in Unternehmensgruppen in Brandenburg eine landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che von rund 516.700 Hektar, in Mecklenburg-Vorpommern 493.800 Hektar und in Sachsen-Anhalt 330.100 Hektar. Dabei zeigten diese BundeslĂ€nder die grĂ¶ĂŸten FlĂ€chenzuwĂ€chse gegenĂŒber 2020, mit jeweils +21 Prozent in Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie +24 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Mit 2,05 Millionen Hektar lagen 92 Prozent der durch Unternehmensgruppen bewirtschafteten landwirtschaftlichen FlĂ€che in den östlichen BundeslĂ€ndern.

In den westlichen BundeslĂ€ndern hingegen ist eine deutlich stĂ€rkere Dynamik zu beobachten. So hat sich die von Unternehmensgruppen bewirtschaftete FlĂ€che vor allem in Nordrhein-Westfalen von rund 12.900 Hektar im Jahr 2020 auf 25.100 Hektar im Jahr 2024 nahezu verdoppelt (+94 Prozent). In Schleswig-Holstein stieg die FlĂ€che von 12.800 auf 23.600 Hektar (+84 Prozent) und in Rheinland-Pfalz von 4.200 auf 7.700 Hektar (+82 Prozent). Da familiengefĂŒhrte Einzelunternehmen im Westen dominieren, war der Anteil der von Unternehmensgruppen bewirtschafteten FlĂ€chen mit einem Prozent noch immer gering.

Fast drei Viertel (73 Prozent) der Unternehmensgruppen mit landwirtschaftlichen Betrieben wurden im Jahr 2024 von einem nicht-landwirtschaftlichen Gruppenoberhaupt mit Sitz in Deutschland kontrolliert (2.320 Gruppen). Diesen Unternehmensgruppen gehörten 3.510 Betriebe und damit gut zwei Drittel (68 Prozent) aller in Unternehmensgruppen zusammengeschlossenen Betriebe an. DemgegenĂŒber standen landwirtschaftlich geprĂ€gte Unternehmen 680 Gruppen mit 1.380 Betrieben vor. Weitere 160 Gruppen mit 260 Betrieben wurden von Unternehmen mit Sitz im Ausland kontrolliert.

WÀhrend Unternehmensgruppen mit landwirtschaftlich geprÀgtem Gruppenoberhaupt mit rund 1,14 Millionen Hektar im Jahr 2024 etwas mehr als die HÀlfte (51 Prozent) der von Unternehmensgruppen landwirtschaftlich genutzten FlÀche bewirtschafteten, konzentrierte sich bei den TierbestÀnden vor allem die Schweinehaltung etwas stÀrker bei Unternehmensgruppen mit nicht-landwirtschaftlichem Gruppenoberhaupt. Diese hielten unter anderem rund 1,70 Millionen Schweine und damit 56 Prozent des Schweinebestands von Unternehmensgruppen mit landwirtschaftlichen Betrieben.

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