Urlaubsrecht, Thüringen

Urlaubsrecht: LAG Thüringen kippt betriebliche Zweiwochenbegrenzung

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 00:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Petra Raspels kehrt als Chief People Officer in die PwC-Geschäftsführung zurück. Der Artikel beleuchtet zudem aktuelle Arbeitsrechtsurteile und Personalwechsel in der Branche.

PwC Deutschland: Petra Raspels übernimmt als Chief People Officer die Personalführung
Eine professionell gekleidete Frau in einem modernen, hellen Bürogebäude bei der Arbeit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

**Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland besetzt eine zentrale Schlüsselposition in ihrer Führungsebene neu. Petra Raspels hat zum 1. Juli 2026 die Rolle des Chief People Officer (CPO) übernommen und verstärkt in dieser Funktion die Geschäftsführung des Unternehmens.

Die Personalie erfolgt in einer Phase, in der arbeitsrechtliche Fragestellungen und strategisches Personalmanagement zunehmend an Bedeutung für die Stabilität von Unternehmen gewinnen.**

Rückkehr in die Geschäftsführung und neue HR-Verantwortung

Mit der Ernennung von Petra Raspels setzt PwC Deutschland auf eine erfahrene Führungskraft aus den eigenen Reihen. Raspels ist seit Anfang Juli 2026 für die Personalstrategie des Beratungsriesen verantwortlich. Es handelt sich dabei um eine Rückkehr in bekannte Verantwortungsbereiche: Bereits im Zeitraum von Juli 2015 bis Juni 2018 gehörte sie der Geschäftsführung an und bekleidete damals die Position der Arbeitsdirektorin.

In ihrer neuen Funktion als Chief People Officer wird Raspels die Aufgabe zukommen, die personellen Rahmenbedingungen in einem sich wandelnden Marktumfeld zu gestalten. Dies umfasst nicht nur die Rekrutierung und Bindung von Fachkräften, sondern auch die Steuerung arbeitsrechtlicher und regulatorischer Anforderungen, die für Großunternehmen in Deutschland stetig komplexer werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen für Urlaubsansprüche

Wie entscheidend die Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards für das Personalmanagement ist, verdeutlichte in den vergangenen Monaten ein Beschluss des Landesarbeitsgerichts (LAG) Thüringen. In einem Verfahren im März 2026 befassten sich die Richter mit der Frage, inwieweit betriebliche Regelungen den gesetzlichen Urlaubsanspruch einschränken dürfen.

Eine Arbeitnehmerin hatte per einstweiliger Verfügung die Gewährung von 17 zusammenhängenden Urlaubstagen durchgesetzt. Der Arbeitgeber hatte dies zuvor unter Verweis auf eine interne Richtlinie abgelehnt, die eine maximale Urlaubsdauer von zwei Wochen vorsah. Das Gericht entschied jedoch, dass eine solche pauschale Regelung gegen den Paragrafen 7 des Bundesurlaubsgesetzes verstößt.

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Da keine dringenden betrieblichen Gründe für die Verweigerung vorlagen und die Eilbedürftigkeit bejaht wurde, musste der Arbeitgeber den Urlaub gewähren. Solche Urteile unterstreichen die Notwendigkeit für Personalverantwortliche, interne Richtlinien fortlaufend an der aktuellen Rechtsprechung zu spiegeln.

Finanzielle Engpässe und Restrukturierungsdruck in der Immobilienbranche

Dass strategisches Personalmanagement oft Hand in Hand mit finanzieller Sanierung geht, zeigt die aktuelle Entwicklung bei der PANDION AG. Das Unternehmen sah sich gezwungen, am 10. August 2026 die Insolvenz in Eigenverwaltung zu beantragen. Betroffen von diesem Schritt sind insgesamt fünf Konzerneinheiten.

Auslöser für die finanzielle Schieflage war eine fällige Zinszahlung in Höhe von 3,6 Millionen Euro für eine Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 45 Millionen Euro. Für die rund 190 Beschäftigten des Unternehmens konnten die Löhne und Gehälter bis Oktober 2026 gesichert werden.

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Während spezifische Projekte wie das an Siemens vermietete Vorhaben in München fortgeführt werden sollen, bleibt die Zukunft anderer Bauvorhaben derzeit unklar. In solchen Krisenszenarien ist die arbeitsrechtliche Absicherung der Belegschaft ein zentraler Bestandteil der Restrukturierungsbemühungen.

Weitere Personalwechsel im Finanz- und Handelssektor

Neben der Neubesetzung bei PwC verzeichnen auch andere Branchen namhafte Zugänge in ihren Vertriebs- und Führungsteams. Melanie Kösser ist seit dem 17. August 2026 als Senior Sales Managerin für Finanzintermediäre bei Pictet Asset Management Deutschland tätig. Sie verfügt über langjährige Erfahrung im Finanzsektor, unter anderem durch Stationen bei Schroders und im Wirtschaftsjournalismus, und betreut künftig Kunden in den Regionen West und Nord.

Auch im Handel gibt es Bewegung: Frederick Franz hat zum 1. August 2026 die Position des Director D2C Sales & Customer Experience beim Berufsbekleidungsspezialisten Strauss übernommen. Er wechselte von einem Anbieter im Bereich Bekleidung zu dem Markenhersteller, um dort den Direktvertrieb und das Kundenerlebnis weiterzueltern.

Diese Wechsel verdeutlichen, dass trotz konjunktureller Herausforderungen in Teilbranchen der Wettbewerb um erfahrene Führungskräfte in den Bereichen Personal, Vertrieb und Strategie ungebrochen hoch bleibt.

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