US-Arbeitsmarkt: Privatwirtschaft schafft nur 38.000 Stellen im August
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Arbeitsmarkt weist Anzeichen einer deutlichen Abkühlung auf. Wie aus dem aktuellen Bericht des Dienstleisters ADP hervorgeht, schuf die Privatwirtschaft in den Vereinigten Staaten im August lediglich 38.000 neue Stellen. Dies stellt den schwächsten Zuwachs seit Januar dar und unterstreicht die nachlassende Dynamik bei den Neueinstellungen.
Die gemeldeten Zahlen blieben signifikant hinter den Erwartungen von Marktbeobachtern zurück. Analysten waren im Vorfeld von einem Anstieg im Bereich von 47.000 bis 48.000 Stellen ausgegangen.
Zusätzlich zu den schwachen August-Daten wurde auch der Wert für den Vormonat korrigiert: ADP revidierte die Zahl der im Juli neu geschaffenen Stellen nach unten auf nun 46.000. Der monatliche Bericht stützt sich auf eine breite Datenbasis von rund 26 Millionen Beschäftigten in den USA.
Divergenz zwischen den Wirtschaftssektoren
Innerhalb der Privatwirtschaft zeigte sich im August ein uneinheitliches Bild. Während einige Branchen weiterhin Personal aufbauten, verzeichneten andere deutliche Verluste. Den stärksten Zuwachs verbuchten die Sektoren Bildung und Gesundheit mit einem Plus von 45.000 Stellen. Auch das Freizeit- und Gastgewerbe (+16.000) sowie das Baugewerbe (+12.000) trugen zur positiven Bilanz bei.
Demgegenüber standen signifikante Rückgänge in anderen Bereichen. Die Fertigungsindustrie verzeichnete ein Minus von 17.000 Arbeitsplätzen, und auch im Sektor der professionellen Dienstleistungen fielen 16.000 Stellen weg.
Bei der Betrachtung der Unternehmensgrößen wurde deutlich, dass vor allem Großunternehmen mit 500 oder mehr Beschäftigten für den Stellenzuwachs verantwortlich waren; sie schufen im Berichtszeitraum 34.000 neue Jobs. Regional konzentrierte sich das Wachstum insbesondere auf den Nordosten der USA, wo ein Anstieg von 38.000 Stellen registriert wurde.
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Lohnentwicklung und allgemeine Arbeitsmarktlage
Trotz der verlangsamten Einstellungsquote blieb das Lohnwachstum auf einem stabilen Niveau. ADP bezifferte das Wachstum der Basislöhne auf 3,2 Prozent, während das Bruttolohnwachstum für die Gesamtheit der Arbeitnehmer bei 4,7 Prozent lag.
Flankiert werden diese Daten durch Erhebungen des Bureau of Labor Statistics (BLS). Den sogenannten JOLTS-Daten zufolge lag die Zahl der offenen Stellen im Juli bei 7,271 Millionen. Bemerkenswert ist hierbei der Rückgang der tatsächlichen Einstellungen um 278.000 auf insgesamt 5,054 Millionen im Juli. Das Verhältnis zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen wurde für diesen Zeitraum mit einem Faktor von 1,05 angegeben.
Ausblick auf den Regierungsbericht
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Die ADP-Zahlen gelten traditionell als wichtiger Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, der für diesen Freitag erwartet wird. Experten prognostizieren für den staatlichen Bericht einen Zuwachs zwischen 45.000 und 56.000 Stellen.
Die Arbeitslosenquote in den USA wird nach aktuellen Schätzungen in einer Spanne von 4,0 Prozent bis 4,2 Prozent erwartet. Die nun veröffentlichten Daten der Privatwirtschaft könnten darauf hindeuten, dass die tatsächlichen Regierungszahlen ebenfalls am unteren Ende der Erwartungen liegen könnten.
