US-Inflation, Benzinpreise

US-Inflation steigt im September auf 3,7 Prozent

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 16:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Verbraucherpreise in den USA steigen stärker als erwartet, vor allem wegen der Energieverteuerung. Das erhöht den Druck auf die Federal Reserve und belastet Trumps Republikaner vor den Zwischenwahlen.

US-Inflation belastet Fed und Republikaner

  • Die Verbraucherpreise stiegen im September binnen Jahresfrist um 3,7 Prozent.
  • Energie kostete 20,4 Prozent mehr, Benzin etwa 34 Prozent und Heizöl rund 74 Prozent.
  • Die Zwischenwahlen finden am 3. November statt, während Republikaner knappe Mehrheiten in beiden Kongresskammern halten.
Ölförderung in USA: Teues Öl und steigende Sritpreuse treiben die Inflation in den USA hoch (Archivbild) - Bild: Eli Hartman/AP/dpa
Ölförderung in USA: Teues Öl und steigende Sritpreuse treiben die Inflation in den USA hoch (Archivbild) - Bild: Eli Hartman/AP/dpa

US-Verbraucherpreise steigen im September auf 3,7 Prozent

Hohe Preise für Kraftstoff und Heizöl haben die Inflation in den USA im September überraschend stark angetrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte.

Energie verteuert sich deutlich

Im August hatte die Inflationsrate noch 3,4 Prozent betragen, während Analysten im Schnitt mit 3,6 Prozent gerechnet hatten. Damit näherte sich die Teuerung dem höchsten Stand seit mehr als drei Jahren, der im Mai infolge des Iran-Kriegs bei 4,2 Prozent gelegen hatte.

Für Energie mussten Verbraucher im September 20,4 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Benzin verteuerte sich um etwa 34 Prozent, Heizöl sogar um rund 74 Prozent.

Fed gerät wegen Inflation unter Druck

Die steigenden Energiekosten halten die US-Inflation deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Federal Reserve. Damit wächst der Druck auf die Notenbank, die Leitzinsen weiter anzuheben.

Der Ökonom Dirk Chlench von der Landesbank LBBW erwartet in den kommenden Monaten eine Inflationsrate von mehr als vier Prozent. Nach seiner Prognose dürfte die Fed den Leitzins bei ihrer Sitzung im Oktober zunächst unverändert lassen, eine Anhebung im Dezember sei jedoch wahrscheinlich.

Hohe Spritpreise belasten Republikaner

Die Entwicklung kommt für Präsident Donald Trump wenige Wochen vor den Zwischenwahlen am 3. November. Trump hatte versprochen, die Inflation einzudämmen, und die US-Notenbank wiederholt wegen ihrer Zinspolitik attackiert.

Trumps Republikaner verfügen derzeit über knappe Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses. Nach den gestiegenen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs steht ihre Wirtschaftspolitik zusätzlich unter Druck.

Russland soll Diesel liefern

Nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hatte Trump kürzlich angekündigt, Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt bereitstellen. Die Maßnahme soll den angespannten Energiemarkt entlasten, ändert aber zunächst nichts an der gestiegenen Septemberinflation.

Die Septemberdaten zeigen, wie stark Energiepreise die US-Inflation kurzfristig prägen können. Ein Anstieg der Verbraucherpreise um 3,7 Prozent liegt deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Federal Reserve und erhöht den geldpolitischen Druck.

Für Haushalte wirkt sich der Energieschub unmittelbar aus: Benzin und Heizöl verteuern sich nicht nur an der Tankstelle, sondern erhöhen auch Transport-, Produktions- und Heizkosten. Dadurch können Preissteigerungen in weiteren Bereichen entstehen, selbst wenn andere Gütergruppen weniger stark zulegen.

Geldpolitik unter Druck

Die Fed muss zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturrisiken abwägen. Höhere Zinsen können die Nachfrage bremsen, verteuern aber zugleich Kredite für Verbraucher, Unternehmen und den Staat. Bleiben Ölpreise und geopolitische Risiken hoch, könnte die Entspannung der Gesamtinflation länger dauern.

Die politische Bedeutung ist wegen der Zwischenwahlen am 3. November besonders groß. Die Republikaner verteidigen knappe Mehrheiten im Kongress; steigende Alltagskosten können die wirtschaftliche Bilanz der Regierung überschatten. Für Wähler sind vor allem regelmäßige Ausgaben wie Benzin und Heizung spürbar, während politische Maßnahmen zur Stabilisierung der Energiemärkte Zeit benötigen.

Ausblick auf die nächsten Monate

Entscheidend werden die Entwicklung des Ölangebots, die Dauer des Iran-Kriegs und die Reaktion der Finanzmärkte sein. Eine anhaltende Verteuerung könnte die Inflation weiter in Richtung vier Prozent treiben und die im Raum stehende Zinserhöhung im Dezember wahrscheinlicher machen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Inflation und Ölpreis drückt: Wall Street bleibt vor Bilanzsaison auf der Hut“ (12.10.2026)

Der Beitrag habe die Belastung der Märkte durch steigende Ölpreise, Inflationssorgen und mögliche Zinsschritte beschrieben. Anders als die dpa-Meldung habe er den Schwerpunkt auf Anlegerstimmung und den bevorstehenden Konjunkturdaten gelegt; offen geblieben seien die konkreten Septemberwerte.

Frankfurter Rundschau: „Vor den Midterms in den USA: Aktuelle Umfragen zu Trumps Beliebtheit – Werte im Keller“ (13.10.2026)

Der Artikel habe Trumps schwache Zustimmungswerte und die Bedeutung steigender Lebenshaltungskosten für die Midterms thematisiert. Er habe damit die politische Folgeebene stärker betont, während die dpa-Meldung die Inflationsdaten und den Druck auf die Fed in den Mittelpunkt gestellt habe.

Beide Beiträge hätten die Verbindung von Energiepreisen, wirtschaftlicher Unsicherheit und politischem Druck hervorgehoben. Unterschiede lägen vor allem im Fokus auf Finanzmärkte beziehungsweise Wahlumfragen; offen bleibe, wie lange die Energieverteuerung anhält.

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