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USA-China Handel: 30 Milliarden Dollar Waren für Zollerleichterungen

Veröffentlicht: 03.06.2026 um 06:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

US-Handelsbehörde leitet Verfahren zur Identifikation zollsenkbarer Waren ein. Fokus liegt auf Agrar- und Industriegütern ohne strategische Relevanz.

USA-China Handel: 30 Milliarden Dollar Waren für Zollerleichterungen Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
USA-China Handel: 30 Milliarden Dollar Waren für Zollerleichterungen Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) hat ein öffentliches Konsultationsverfahren eingeleitet, um nicht-strategische Waren für mögliche Zollsenkungen zu identifizieren. Die am 2. Juni 2026 angekündigte Initiative folgt auf eine Vereinbarung zwischen Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping bei ihrem Gipfeltreffen Mitte Mai in Peking. Beide Länder haben sich darauf verständigt, Waren im Wert von rund 30 Milliarden Dollar für mögliche Zollerleichterungen zu identifizieren.

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Neues Handelsgremium soll Beziehungen steuern

Die Konsultation ist Teil des neu geschaffenen „U.S.-China Board of Trade", eines Mechanismus zur langfristigen Steuerung der bilateralen Handelsbeziehungen. Der USTR sucht gezielt nach Rückmeldungen zu unkritischen Produkten und Sektoren, bei denen Zollsenkungen der heimischen Wirtschaft nutzen könnten, ohne strategische Interessen zu gefährden.

USTR-Chef Jamieson Greer betonte, Ziel des Verfahrens sei es, konkrete Ergebnisse für amerikanische Landwirte, Hersteller und Arbeiter zu liefern. Interessengruppen und die Öffentlichkeit haben bis zum 10. Juli 2026 Zeit, ihre Stellungnahmen zu bestimmten Produkten einzureichen – darunter Agrarexporte und Industriegüter.

Anpassungen bei Industrie- und Agrarzöllen

Die Annäherung an China fällt mit breiteren Anpassungen der US-Handelspolitik zusammen. Am 1. Juni 2026 unterzeichnete das Weiße Haus eine Executive Order, die Zölle auf verschiedene Metallprodukte und Maschinen ändert. Ab dem 8. Juni 2026 sinken die Zölle auf landwirtschaftliche Geräte wie Mähdrescher von 25 auf 15 Prozent.

Auch mobile Industrieausrüstung wie Planierraupen und Gabelstapler wird künftig mit 15 Prozent verzollt. Zudem führt die Verordnung einen Vorzugssatz von 10 Prozent für ausländische Investitionsgüter ein, die zu mindestens 85 Prozent aus US-Stahl oder -Aluminium bestehen. Die Maßnahmen gelten bis zum 31. Dezember 2027 und sollen kurzfristige Investitionen fördern sowie die heimische Industriebasis stärken.

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Transatlantische Entspannung und globale Ermittlungen

Während Washington eine neue Regelung mit Peking sucht, entspannt sich auch das Verhältnis zur Europäischen Union. Am 2. Juni 2026 stimmte der Handelsausschuss des Europäischen Parlaments für ein Abkommen zur Abschaffung der EU-Importzölle auf mehrere US-Waren – ein wichtiger Schritt zur Umsetzung des Turnberry-Abkommens. Parallel dazu senkten die USA die Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumderivate auf 15 Prozent.

Dennoch bleibt der USTR auch in anderen Bereichen aktiv. Greer kündigte an, dass Ergebnisse der Section-301-Untersuchungen zu Handelspraktiken von über 70 Ländern in den kommenden Wochen erwartet werden. Zudem schlug der USTR am 2. Juni 2026 einen Zoll von 25 Prozent auf eine breite Palette brasilianischer Exporte vor – mit Verweis auf unfaire Handelspraktiken. Ausgenommen sind kritische Güter wie Rindfleisch, Kaffee, Rohöl und pharmazeutische Produkte. Eine endgültige Entscheidung wird bis Mitte Juli erwartet.

Geopolitischer Kontext und innenpolitischer Druck

Die jüngsten Handelsentwicklungen folgen auf das Gipfeltreffen Mitte Mai, bei dem Trump Xi Berichten zufolge aufforderte, Chinas Einfluss zu nutzen, um Russland an den Verhandlungstisch im Ukraine-Konflikt zu bringen. Trump äußerte Besorgnis, dass die diplomatischen Fortschritte trotz jüngster Verschiebungen auf dem Schlachtfeld ins Stocken geraten seien.

Im Inland droht der US-Automobilbranche eine mögliche Zäsur durch den vorgeschlagenen „Motor Vehicle Modernization Act of 2026". Das Gesetzesvorhaben zielt darauf ab, Verkäufe von Herstellern zu verbieten, die zu mindestens 15 Prozent im Besitz oder unter finanzieller Kontrolle einer feindlich gesinnten Regierung stehen – womit konkret China gemeint ist. Ein solcher Schritt könnte Unternehmen wie Mercedes-Benz treffen, an dem Chinas BAIC Group und Geely-Gründer Li Shufu jeweils rund zehn Prozent halten. Die USA bleiben für den deutschen Autobauer ein entscheidender Markt: 2025 erzielte Mercedes-Benz mit Pkw-Verkäufen in den USA Erlöse von knapp 31 Milliarden Euro.

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