ROUNDUP, USA

USA hoffen nach PrÀsidentenwahl im Libanon auf StabilitÀt

Veröffentlicht: 10.01.2025 um 06:35 Uhr, dpa.de

Die Wahl eines PrÀsidenten im Libanon nach zweijÀhrigem Machtvakuum weckt international die Hoffnung auf StabilitÀt und Reformen in dem von Wirtschaftskrise und den Folgen des Kriegs der Hisbollah mit Israel gezeichneten Land.

Der scheidende US-PrĂ€sident Joe Biden sprach Libanons neuem PrĂ€sidenten Joseph Aoun sein Vertrauen aus. "Ich bin fest davon ĂŒberzeugt, dass er die richtige FĂŒhrungsperson fĂŒr diese Zeit ist", sagte Biden laut einer Mitteilung. Auch Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron gratulierte. Die Wahl von Aoun ebne den Weg fĂŒr Reformen, heißt es in einer Mitteilung Macrons auf der Onlineplattform X.

Aoun werde eine entscheidende Rolle dabei spielen, dass die Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel halte, Hunderttausende Menschen nach Hause zurĂŒckkehren könnten und der Libanon sich erhole und wiederaufgebaut werde, sagte Biden. Er erinnerte an das Leid, das nicht nur der Krieg, sondern auch die andauernde Finanzkrise fĂŒr viele Libanesen verursachte. Der US-Sondergesandte Amos Hochstein, der laut dem "Wall Street Journal" diese Woche den Libanon besuchte, um Aoun zu unterstĂŒtzen, nannte seine Wahl zum PrĂ€sidenten "einen Schritt in Richtung Frieden, Sicherheit und StabilitĂ€t".

Auch Israel gratuliert

Mehr als zwei Jahre lang hatte der Libanon keinen PrĂ€sidenten, einer der GrĂŒnde dafĂŒr war die weitreichende Macht der vom Iran unterstĂŒtzten Hisbollah. Sie agierte bis zuletzt wie ein Staat im Staate. Als politische Partei genoss sie großen politischen Einfluss und blockierte immer wieder Kandidaten fĂŒr das PrĂ€sidentenamt. Dass Aoun nun gewĂ€hlt werden konnte, ist auch ein Resultat des Kriegs zwischen der Hisbollah und Israel. In dem rund zweimonatigen Krieg Ende 2024 wurde die Schiiten-Miliz stark geschwĂ€cht.

Der israelische Außenminister Gideon Saar gratulierte Aoun und schrieb auf X: "Ich hoffe, dass diese Wahl zu StabilitĂ€t, einer besseren Zukunft fĂŒr den Libanon und sein Volk sowie zu gutnachbarlichen Beziehungen beitragen wird". Seit November gilt eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Als Chef der libanesischen Armee, die oft als neutrale Institution angesehen wird, ist Aoun auch dafĂŒr zustĂ€ndig, diese Waffenruhe zu ĂŒberwachen. Es geht vor allem darum, die Hisbollah-KĂ€mpfer von der Grenze zu Israel fernzuhalten.

Israel: Vermutlich jemenitische Drohnen abgefangen

Die israelische Luftabwehr fing unterdessen am Abend drei Drohnen ab. Sie seien vermutlich im Jemen gestartet worden, teilte die Armee mit. In dem Kibbuz Gwulot in der Negev-WĂŒste heulten die Sirenen, die Menschen mussten SchutzrĂ€ume aufsuchen. Über Opfer durch TrĂŒmmerteile wurde nichts bekannt. Die anderen beiden Drohnen seien ĂŒber dem Mittelmeer abgeschossen worden, ohne dass es Luftalarm gegeben habe, teilte das israelische MilitĂ€r weiter mit.

Die Huthi-Miliz im Jemen bekannte sich zunĂ€chst nicht zu den Angriffen. Die islamistische Miliz ist wie die Terrororganisation Hamas im umkĂ€mpften Gazastreifen und die libanesische Hisbollah mit Israels Erzfeind Iran verbĂŒndet. Die starke SchwĂ€chung der Hisbollah-Miliz infolge des Kriegs mit Israel und des Sturzes des syrischen Machthabers Baschar al-Assad Anfang Dezember durch Rebellen könnte den Einfluss des Irans im Nahen Osten fortan verringern. Dessen ungeachtet gratulierte Teheran ĂŒber seine Botschaft im Libanon Generalstabschef Aoun zu dessen Wahl als neuer PrĂ€sident des Landes.

Hoffnung auf Reformen im Libanon

Mit Aouns Amtsantritt könnten die Reformen in dem kleinen Land am Mittelmeer in Gang kommen, die seit langem von internationalen GeberlĂ€ndern gefordert werden. Der Libanon steckt seit Jahren in der schlimmsten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Sie wird vor allem auf die jahrzehntelange Korruption in Politik und Wirtschaft zurĂŒckgefĂŒhrt. Saudi-Arabien, die USA, Frankreich und die internationale Gemeinschaft hatten die Wahl eines PrĂ€sidenten immer wieder zur Bedingung fĂŒr finanzielle Hilfen fĂŒr den Libanon gemacht.

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