BA-VorstÀndin will gezielte Sozialversicherungsreform
09.08.2025 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de"Eine groĂe Gesamtreform halte ich aktuell aber fĂŒr sehr ambitioniert. Es wĂ€re besser, mit gezielten Schritten in einzelnen Bereichen zu beginnen." Ahuja, einst Abteilungsleiterin im Bundesarbeitsministerium, wirkte in den 2000er-Jahren selbst in der Hartz-IV-Kommission mit. "Die Probleme, die wir heute haben, waren schon damals absehbar - und auch die Lösungsmöglichkeiten waren klar", sagte sie. Viele notwendige VerĂ€nderungen seien aber nicht durchsetzbar gewesen, weil der Druck auf die Politik noch nicht groĂ genug gewesen sei. Man mĂŒsse nun "alle Hebel nutzen", um die LĂŒcke zu schlieĂen, die durch den Renteneintritt der Babyboomer-Generation gerissen werde. "Qualifizierte Erwerbsmigration ist ein solcher Hebel", sagte Ahuja. "Es gibt aber auch noch andere Potenziale: Ă€ltere ErwerbstĂ€tige, Frauen in Teilzeit, Langzeitarbeitslose. Nur mit einer Kombination aus qualifizierter Zuwanderung, Aktivierung vorhandener ArbeitskrĂ€fte und ProduktivitĂ€tsfortschritten können wir das Problem lösen." Schon jetzt sehe man die Folgen des demografischen Wandels. "Wenn ArbeitskrĂ€fte fehlen, entstehen Wachstumsverluste und VersorgungsengpĂ€sse - das sehen wir heute schon in Branchen wie der Gastronomie oder der Pflege", sagte die BA-VorstĂ€ndin. Sie warnte vor den Konsequenzen, wenn die Ziele bei der Steigerung der Zuwanderung von ArbeitskrĂ€ften verfehlt wĂŒrden. "Dann drohen drastische Folgen fĂŒr Wirtschaft und Gesellschaft: Unternehmen könnten Investitionen streichen oder abwandern", sagte Ahuja. "Branchen wie die Gastronomie, die Pflege oder das Handwerk könnten ihre Leistungen nicht mehr in vollem Umfang anbieten. Zugleich fehlen dann Beitragszahler in den Sozialversicherungen." Um die Verfahren bei der Erwerbsmigration zu beschleunigen, mĂŒsse man die Prozesse verĂ€ndern und weniger Behörden beteiligen. Auch die Hochschulen mĂŒssten sich verĂ€ndern, um mehr auslĂ€ndischen Studenten nach ihrem Abschluss einen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. "Ich wĂ€re dafĂŒr, dass wir in den StudiengĂ€ngen Deutsch als Pflichtfach verankern", sagte Ahuja. "Arbeitgeber sollten offener auf internationale Talente zugehen, aber wenn Deutschkenntnisse fĂŒr die Stelle nötig sind, wird es nun mal schwierig."
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