Varta-Insolvenz: Verwalter meldet Interesse von mehreren Investoren
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 09:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der vorläufige Insolvenzverwalter der Varta AG, Tobias Wahl von der Kanzlei Anchor, hat am 31. Juli 2026 über einen positiven Verlauf der ersten Phase der Investorensuche berichtet. Nach Angaben des Verwalters gibt es eine erfreulich große Zahl von Interessenten für eine Fortführungslösung des angeschlagenen Batterieherstellers. Ziel der laufenden Bemühungen sei es, einen geeigneten Investor zu finden und dabei so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.
Suche nach einer langfristigen Investorenlösung
Nachdem Tobias Wahl bereits am 28. Juli 2026 seine Arbeit aufgenommen hatte, liegt der Fokus derzeit auf der Sicherung des laufenden Geschäftsbetriebs. Der vorläufige Insolvenzverwalter betonte das vorhandene Know-how des Unternehmens im wachsenden Markt für Energiespeicher. Eine Entscheidung darüber, ob der Konzern als Gesamtpaket oder in Einzelteilen veräußert wird, stehe zum jetzigen Zeitpunkt noch aus.
Bereits im Vorfeld hatte der Hauptaktionär Michael Tojner Interesse an der Übernahme von Unternehmensteilen signalisiert. Die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die Belegschaft werde derzeit über die Bundesagentur für Arbeit koordiniert, um die finanzielle Absicherung der Mitarbeiter während der laufenden Restrukturierung zu gewährleisten.
Struktur der Insolvenzverfahren und betroffene Einheiten
Die Varta AG hatte am 29. Juli 2026 beim Amtsgericht Stuttgart einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Betroffen von diesem Schritt sind neben der Holding auch die Varta Microbattery GmbH sowie die für Solarstromspeicher zuständige Varta Storage in Nördlingen. Insgesamt befinden sich die Varta AG und drei weitere Einheiten in einem vorläufigen Insolvenzverfahren.
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Nach Informationen vom 30. Juli 2026 wechselten die Varta AG und die Varta Microbattery GmbH von der ursprünglich angestrebten Eigenverwaltung in ein reguläres Insolvenzverfahren. Grund hierfür waren laut Berichten komplexe konzerninterne Verflechtungen, die eine Sanierung in Eigenregie erschwerten. Von diesem Verfahrensschritt sind rund 2300 Beschäftigte unmittelbar betroffen. Insgesamt beschäftigt der Konzern etwa 3300 Mitarbeiter.
Ausgenommen von der Insolvenz ist die Sparte für Haushaltsbatterien (Varta Consumer Batteries). Diese Einheit wird von einem Konsortium fortgeführt, dem unter anderem die Deutsche Bank und der Finanzinvestor Blantyre angehören. Eine Interessensbekundung der Gruppe Allswiss für diesen Bereich wurde laut Gläubigervertretern mangels vorliegender Unterlagen nicht geprüft.
Ursachen für die finanzielle Schieflage
Das Unternehmen nannte am 29. Juli 2026 mehrere Faktoren, die zur aktuellen Situation geführt haben. Neben einer strukturellen Finanzierungslücke belasteten eine schwache Marktnachfrage sowie negative Währungseffekte die Bilanz. Ein wesentlicher Rückschlag war zudem der Verlust des Großkunden Apple. Die Ad-hoc-Gläubigergruppe, bestehend aus Institutionen wie RBC BlueBay, Whitebox, Blantyre und der Deutschen Bank, verwies auf eine Analyse der Beratungsgesellschaft FTI. Diese habe einen Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich festgestellt, für den kein externer Investor kurzfristig Mittel bereitstellen wollte.
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Reaktionen der Arbeitnehmervertreter
Die Gewerkschaft IG Metall kündigte angesichts der unsicheren Zukunft der Beschäftigten eine Kundgebung für den 31. Juli 2026 in Ellwangen an. Damit will die Arbeitnehmervertretung den Druck auf die Beteiligten erhöhen, um den Erhalt der Produktionsstandorte und der Arbeitsplätze in der Region zu sichern. Der Insolvenzverwalter Tobias Wahl zeigte sich hinsichtlich einer tragfähigen Lösung vorsichtig optimistisch, verwies jedoch auf die Notwendigkeit einer nachhaltigen Restrukturierung.
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