VDMA-Umfrage, Maschinenbauer

VDMA-Umfrage: 67 Prozent der Maschinenbauer sehen unsichere Importware

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Laut VDMA-Umfrage erfĂŒllen 67 Prozent der Maschinenbauunternehmen SicherheitsmĂ€ngel bei Konkurrenzprodukten und melden Auftragsverluste.

VDMA fordert strengere Kontrollen fĂŒr unsichere Importmaschinen
Ein weitlÀufiger, leerer Containerhafen bei DÀmmerung mit gestapelten Stahlcontainern unter einem bewölkten Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts mangelhafter Sicherheitsstandards bei importierten Industrieanlagen verlangt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ein entschiedeneres Durchgreifen der Behörden.

Aus einer Blitzumfrage des Verbands unter mehr als 400 Mitgliedsunternehmen aus knapp 20 Fachzweigen geht hervor, dass Konkurrenzprodukte aus Drittstaaten massive MĂ€ngel aufweisen und hiesige Hersteller wirtschaftlich unter Druck setzen. Der VDMA dringt daher auf strenge Importverbote sowie eine grundlegende Reform der Kontrollstrukturen.

Mangelhafte Schutzeinrichtungen und verlorene AuftrÀge

Den Ergebnissen der Erhebung zufolge treffen zwei von drei Maschinenbaufirmen (67 Prozent) im Wettbewerb auf Erzeugnisse, die wesentliche gesetzliche Sicherheitsanforderungen nicht erfĂŒllen. Mehr als die HĂ€lfte der befragten Betriebe, zu denen unter anderem Jungheinrich, die Homag Group sowie Baljer und Zembrod gehören, berichtet zudem von konkreten Auftragsverlusten gegenĂŒber Anbietern mit geringeren Standards.

Zu den festgestellten Schwachstellen zĂ€hlen nach Verbandsangaben fehlende Notabschaltungen, unzureichende elektrische Sicherheit, mangelhafte Schutzeinrichtungen sowie eine gĂ€nzlich fehlende CE-Kennzeichnung. VDMA-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Thilo Brodtmann unterstrich in diesem Zusammenhang, dass Sicherheit nicht zu einem Wettbewerbsnachteil werden dĂŒrfe.

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Wie Medien unter Berufung auf Branchenberichte darlegten, zeigt unter anderem der Fall einer Maschinenbaureihe namens LF1390, wie billig importierte, teils brandgefÀhrliche Anlagen deutsche Unternehmen AuftrÀge kosten.

China als Hauptursprung unsicherer GerÀte

Hinsichtlich der geografischen Herkunft der beanstandeten Maschinen verzeichnet die VDMA-Umfrage einen Schwerpunkt in Asien: In 52 Prozent der erfassten FĂ€lle stammt die unsichere Technik aus China, gefolgt von Einfuhren aus Indien und der TĂŒrkei. Zugleich lĂ€sst sich die genaue Herkunft in 37 Prozent der FĂ€lle gar nicht eindeutig zuordnen, was die Verfolgung von VerstĂ¶ĂŸen zusĂ€tzlich erschwert.

Der VDMA fordert vor diesem Hintergrund ein BĂŒndel an Gegenmaßnahmen. Dazu zĂ€hlen Importverbote ĂŒber eine öffentlich gefĂŒhrte Schwarze Liste fĂŒr auffĂ€llige Hersteller sowie eine einheitliche MarktĂŒberwachung aus einer Hand.

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Zudem verlangt der Industrieverband intensivere Kontrollen direkt bei der Einfuhr, eine verpflichtende und validierte ReprĂ€sentanz innerhalb der EuropĂ€ischen Union sowie Sicherheitsleistungen fĂŒr Hersteller aus Drittstaaten, um das Vorgehen ĂŒber Briefkastenfirmen einzudĂ€mmen. Nach Angaben des VDMA setzen LĂ€nder wie die USA und Indien derartige Kontrollmechanismen bereits ein.

Auch auf europĂ€ischer Ebene stehen regulatorische Neuerungen an: Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230, welche die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ablöst, ist ab dem 20. Januar 2027 verbindlich anzuwenden. Sie entfaltet in allen EU-Mitgliedstaaten direkte Rechtskraft und wird in Deutschland flankierend durch ein nationales DurchfĂŒhrungsgesetz umgesetzt.

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