Verbrenner-Aus: Merz und Macron planen EU-Vorstoß vor Gipfel 2026
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 16:02 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollen das Aus des Verbrennerverbots in der Europäischen Union mit einem gemeinsamen Vorstoß besiegeln. Vor dem EU-Gipfeltreffen Ende kommender Woche soll nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ein Positionspapier vorgelegt werden, das zugleich strikte Made-in-EU-Vorgaben für Elektroautos fordert.
Verbrenner-Aus als Teil eines Tauschgeschäfts
Dem Bericht zufolge gibt Macron seinen Widerstand gegen eine Aufweichung des Verbrennerverbots auf, während Merz strengere Herkunftsregeln akzeptiert. Die Bundesregierung setzt sich bislang für eine möglichst weiche Regelung ein, bei der Lieferanten aus Partnerstaaten wie Großbritannien und Kanada weitgehend mit EU-Anbietern gleichgestellt werden.
Frankreich verlangt dagegen eine enge Auslegung zugunsten europäischer Unternehmen. Wie die Übereinkunft im Detail aussehen soll, ist nach Angaben von Diplomaten noch offen. Kanzleramt und Élysée-Palast verhandeln demnach intensiv; eine Einigung vor dem Gipfel gilt als wahrscheinlich.
Herkunftsregeln reichen über Autoindustrie hinaus
Macron dringt dem Bericht zufolge auf möglichst weitgehende Zugeständnisse bei den Herkunftsregeln, die über den Automobilsektor hinausgehen sollen. Die Made-in-EU-Vorgaben sind Teil des Gesetzesvorschlags der Europäischen Kommission für das Industrie-Beschleuniger-Gesetz. Der Vorschlag betrifft auch energieintensive Branchen und Technologien für die Energiewende.
EU-Ziel für Neuwagen steht auf dem Prüfstand
Nach den geltenden Flottengrenzwerten dürfen in der EU zugelassene Neuwagen eines Herstellers durchschnittlich 93,6 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Nach bisherigen Plänen sollte der zulässige Wert schrittweise auf null Gramm sinken, wodurch der Verkauf neuer Verbrenner ab 2035 indirekt verhindert würde.
Die Europäische Kommission schlug Ende vergangenen Jahres vor, das CO2-Reduktionsziel für Neuwagen 2035 von 100 auf 90 Prozent gegenüber 2021 abzusenken. Im Gegenzug soll unter anderem grüner Stahl verwendet werden; außerdem müssten Verbrenner mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden. Der Bundesregierung geht dieser Vorschlag zu weit.
Frankreich führt bislang eine Gruppe aus sieben EU-Staaten an, die sich gegen eine starke Aufweichung stellt. Zu ihr gehören auch Spanien und die Niederlande. Die sieben Länder verfügen gemeinsam über die für eine Sperrminorität erforderlichen Stimmen.
