Verdacht auf Sprengstoff-Spuren nach Drohnenfund in Wunstorf
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNach Informationen aus Sicherheitskreisen geht es um Spuren von Sprengstoff. Inwiefern diese der Drohne zuzuordnen sind, wird dem Vernehmen nach noch untersucht.
Zuvor hatten NDR, WDR und "SĂŒddeutsche Zeitung" berichtet, Ermittler gingen davon aus, dass die gefundene Drohne mit Sprengstoff bestĂŒckt gewesen sein könnte. Das verdĂ€chtige Material sei wenige Meter von der Drohne entfernt gefunden worden. Die kriminaltechnischen Untersuchungen der Substanz seien noch nicht abgeschlossen, hieĂ es in dem Bericht weiter.
Ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover verwies auf Anfrage zu dem Bericht an den Generalbundesanwalt. Eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe Ă€uĂerte sich auf Anfrage nicht.
Ermittler hatten vergangene Woche nach dem Drohnenfund das schwer zugĂ€ngliche GelĂ€nde in der Region Hannover abgesucht. Sie gehen davon aus, dass die Drohne dort abgestĂŒrzt und in mehrere Teile zerbrochen ist. Woher die Drohne stammt, ist bislang unklar. Ăstlich des Gebiets am Steinhuder Meer liegt der Fliegerhorst Wunstorf. Dieser ist ein wichtiger Standort der Bundeswehr, die deutsche A400M-Flotte ist dort stationiert.
Parallelen zu Fall in Leipzig?
FrĂŒheren Angaben zufolge prĂŒfen die Ermittler auch einen möglichen Zusammenhang mit dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen handelte es sich in Wunstorf nicht um eine handelsĂŒbliche Drohne, sondern um ein mit eigenen Bauteilen versehenes Flugobjekt. Es sei eine gewisse Ăhnlichkeit mit der Sprengstoff-Drohne vom Flughafen Leipzig/Halle festzustellen, hieĂ es. Dies und der Fundort, rund zwei Kilometer vom Fliegerhorst Wunstorf entfernt, legten den Verdacht nahe, dass es sich um einen russischen AusspĂ€hversuch gehandelt haben könnte, wie es zunĂ€chst geheiĂen hatte.
Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August eine mit Sprengstoff prĂ€parierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen gefunden worden. In dem Fall ermittelt der Generalbundesanwalt. Die Bundesregierung macht Russland fĂŒr den versuchten Angriff verantwortlich. Moskau bestreitet dies.
Die Drohne in Wunstorf, die zufĂ€llig gefunden wurde, lag dort womöglich schon etwas lĂ€nger am Boden. Wie NDR, WDR und "SĂŒddeutsche Zeitung" berichten, könnte das FluggerĂ€t dort möglicherweise bereits zwei Jahre lang gelegen haben. Ein Landwirt soll sie demnach kĂŒrzlich gefunden haben.
