Vermögenswirksame Leistungen: 480 Euro jÀhrlich ungenutzt lassen
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein erheblicher Teil der Arbeitnehmer in Deutschland verzichtet auf zusĂ€tzliche Gehaltsbestandteile in Form von vermögenswirksamen Leistungen (VL). Aktuellen Marktbeobachtungen zufolge zahlen viele Arbeitgeber monatlich bis zu 40 Euro in entsprechende VertrĂ€ge ein, doch diese Angebote werden hĂ€ufig nicht in Anspruch genommen. Dies fĂŒhrt dazu, dass BeschĂ€ftigte ĂŒber die Jahre signifikante Summen bei der privaten Vermögensbildung ungenutzt lassen.
Erhebliche finanzielle EinbuĂen durch Verzicht
Die finanziellen Konsequenzen bei einer Nichtinanspruchnahme dieser Leistungen sind betrÀchtlich. Wenn ein Arbeitnehmer den maximalen Arbeitgeberanteil von 40 Euro pro Monat nicht abruft, entgehen ihm pro Jahr direkt 480 Euro.
Auf einen Zeitraum von sechs Jahren hochgerechnet â der ĂŒblichen Ansparphase fĂŒr VL-VertrĂ€ge â summiert sich dieser Betrag auf etwa 2.900 Euro. Dabei handelt es sich lediglich um die Einzahlungen des Arbeitgebers, ohne BerĂŒcksichtigung möglicher Renditen oder staatlicher Förderungen.
Finanzexperten weisen darauf hin, dass die vermögenswirksamen Leistungen ein einfaches Mittel zum Vermögensaufbau darstellen, da die BetrĂ€ge direkt vom Arbeitgeber abgefĂŒhrt werden. Dennoch bleibt das Potenzial in vielen Betrieben ungenutzt, oft aufgrund mangelnder Information oder der HĂŒrde, einen entsprechenden Sparvertrag abzuschlieĂen.
Staatliche Zulagen als zusÀtzlicher Anreiz
Neben dem Arbeitgeberzuschuss können qualifizierte Arbeitnehmer von der staatlichen Arbeitnehmersparzulage profitieren. Diese Förderung ist jedoch an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden. Das zu versteuernde Einkommen darf fĂŒr Alleinstehende 40.000 Euro und fĂŒr zusammenveranlagte Paare 80.000 Euro pro Jahr nicht ĂŒberschreiten.
Die Höhe der staatlichen Zulage hĂ€ngt stark von der gewĂ€hlten Anlageform ab. Bei einem ETF-Sparplan gewĂ€hrt der Staat eine Zulage von 20 Prozent auf jĂ€hrliche Einzahlungen von maximal 400 Euro. Dies entspricht einem jĂ€hrlichen Bonus von bis zu 80 Euro. Wer sich stattdessen fĂŒr das Bausparen entscheidet, erhĂ€lt eine Zulage von 9 Prozent auf maximal 470 Euro pro Jahr, was einen staatlichen Zuschuss von höchstens 43 Euro ergibt.
Wer sich mit dem Thema Vermögensaufbau befasst, sollte auch die Arbeitgeberseite und die Möglichkeiten steuerfreier Extras kennen. Dieser kostenlose Ratgeber enthĂŒllt, welche Gehaltsextras neben klassischen Leistungen wie VL komplett steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Tankgutschein, Jobticket & Co.: So geben Sie Mitarbeitern mehr Netto â ohne Mehrkosten fĂŒr Sie
Renditevergleich zwischen ETF-SparplÀnen und BausparvertrÀgen
Ein wesentlicher Faktor fĂŒr das Endergebnis nach der Vertragslaufzeit ist die gewĂ€hlte Anlageklasse. In der Regel laufen VL-VertrĂ€ge ĂŒber insgesamt sieben Jahre, wobei nach sechs Jahren der Einzahlung ein Ruhejahr folgt. Beispielrechnungen verdeutlichen die Unterschiede in der Kapitalentwicklung:
Bei einer konservativen Anlage mit einer Verzinsung von lediglich 0,5 Prozent pro Jahr erreicht das angesparte Kapital bei einer monatlichen Rate von 40 Euro nach Ablauf der sieben Jahre etwa 2.900 Euro. Dies entspricht in etwa dem Niveau eines klassischen Bausparers in der aktuellen Marktsituation.
Wird das Kapital hingegen in ein ETF-Depot investiert und erzielt eine durchschnittliche Rendite von 6 Prozent pro Jahr, belĂ€uft sich das Endkapital auf rund 3.700 Euro. Damit bieten aktienbasierte VL-Lösungen deutlich höhere Wachstumschancen als klassische Zinsprodukte, unterliegen jedoch auch den ĂŒblichen Marktschwankungen.
WÀhrend Arbeitnehmer oft auf Zulagen verzichten, lassen viele Betriebe durch eine fehlerhafte Abrechnung von Lohnnebenkosten unnötig Kapital liegen. Der Gratis-Download erklÀrt, wie Verantwortliche Abgaben rechtssicher optimieren und gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit durch clevere Benefits steigern. Kostenlosen Lohnnebenkosten-Ratgeber jetzt herunterladen
Kostenstrukturen bei digitalen VL-Anbietern
FĂŒr Arbeitnehmer, die vermögenswirksame Leistungen in ETFs investieren möchten, spielen auch die anfallenden Kosten eine Rolle bei der Anbieterwahl. Digitale Dienstleister wie Oskar-VL 2 rufen beispielsweise eine ServicegebĂŒhr ab 1,0 Prozent pro Jahr auf das verwaltete Vermögen auf. Hinzu kommen die Kosten fĂŒr die eigentlichen börsengehandelten Indexfonds (ETFs), die laut Marktangaben bei etwa 0,14 Prozent pro Jahr liegen.
Trotz dieser GebĂŒhrenstrukturen bleibt die Differenz zwischen den Anlageformen bestehen, da die potenziell höheren Renditechancen bei Fondsanlagen die Kosten im Vergleich zu zinsschwachen Alternativen oft kompensieren können. Arbeitnehmer sollten daher prĂŒfen, welche Anlageform am besten zu ihrem Risikoprofil und ihren EinkommensverhĂ€ltnissen passt, um die monatlichen ZuschĂŒsse ihres Arbeitgebers effektiv zu nutzen.
