Verpackungsverordnung, Pflichten

Verpackungsverordnung: Neue Pflichten für Firmen ab August

09.06.2026 - 17:02:32 | boerse-global.de

Schweiz und EU verschärfen Regeln für Chemikalien. Deutschland plant Bürokratieabbau für Landwirte. Digitaler Produktpass kommt.

Chemikalienregulierung: Neue Pflichten für Unternehmen in der Schweiz und EU
Verpackungsverordnung - Nahaufnahme eines Wissenschaftlers im Laborkittel, der ein Becherglas mit blauer Flüssigkeit hält, umgeben von Laborgeräten. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Informationsangebote, Entlastungen für Landwirte und digitale Standards stehen im Fokus.

Schweiz: Unternehmen in der Pflicht

Das SECO hat Anfang Juni neue Details zum Anmeldeverfahren für chemische Stoffe veröffentlicht. Neue Substanzen müssen zwingend gemeldet werden, bevor sie auf den Markt kommen. Die Behörde prüft dabei die Risiken für Arbeitnehmer und legt Schutzmaßnahmen fest.

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Doch die Verantwortung bleibt bei den Unternehmen. Von den rund 250.000 gemeldeten Produkten unterliegt der Großteil der Selbstkontrolle. Arbeitgeber müssen eigenständig Expositions- und Risikobeurteilungen durchführen. Das SECO stellt Informationsseiten bereit, die über 20.000 Stoffe abdecken. Hersteller sind zudem verpflichtet, Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung zu stellen.

Deutschland: Weniger Bürokratie für Landwirte

Das BMEL plant im Rahmen eines neuen Bürokratieabbaugesetzes Erleichterungen für die Landwirtschaft. Das Intervall für die verpflichtende Fortbildung im Pflanzenschutz soll von drei auf sechs Jahre verlängert werden. Zudem sollen bestimmte Meldepflichten im Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sowie in der Bundes-Tierärzteordnung gestrichen werden.

Die Maßnahmen zielen darauf ab, administrative Hürden für Landwirte und Nutzhanfproduzenten zu senken. In der laufenden EU-Förderperiode sollen keine neuen Öko-Regelungen eingeführt werden.

EU: Digitaler Produktpass kommt

Auf europäischer Ebene schreitet die Digitalisierung der Produktinformationen voran. Am 8. Juni wurden auf der Fachkonferenz DPP4EU technische Standards für den digitalen Produktpass vorgestellt. Aufbauend auf dem Batteriepass von 2023 entsteht eine interoperable Grundstruktur für ein globales Datenökosystem.

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Der Deutsche Bundestag befasst sich parallel mit der Umsetzung der EU-Verpackungsverordnung. Ab dem 12. August sollen Kernpflichten wie die Abgabe von Konformitätserklärungen zur Recyclingfähigkeit und zum Rezyklatanteil greifen. Hintergrund ist das hohe Verpackungsmüllaufkommen – in Deutschland lag es 2023 bei rund 215 Kilogramm pro Kopf. Branchenvertreter sprechen von einem neuen Zeitalter für die betroffenen Unternehmen.

Chemieunfälle: Warum die Regeln wichtig sind

Die Relevanz korrekter Kennzeichnung und Handhabung von Gefahrstoffen wurde durch mehrere Zwischenfälle unterstrichen. In Zwönitz und Haiger kam es am 8. Juni zu Chemieunfällen. In einem Fall trat Formaldehyd aus, nachdem ein Fass beschädigt worden war. Im Erzgebirgskreis löste eine chemische Reaktion eine Gaswolke aus.

Auch die fachgerechte Entsorgung bleibt eine Herausforderung. An der ETH Zürich musste am 7. Juni ein Wohnquartier evakuiert werden, um eine seit den 1990er-Jahren gelagerte Gasflasche mit hochreaktivem Chlortrifluorid abzutransportieren. Die Vorfälle verdeutlichen die Notwendigkeit aktueller Gefährdungsbeurteilungen.

Langfristige Gesundheitsrisiken rücken ebenfalls in den Fokus. In Österreich wird eine stärkere Regulierung von Quarzkomposit-Arbeitsplatten geprüft. Der beim Bearbeiten entstehende Staub gilt als krebserregend und kann Silikose verursachen. In Australien wurde die Verwendung dieses Materials bereits untersagt.

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