Verpackungsverordnung PPWR: 25-ppb-Grenzwert für PFAS ab August
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Lübecker Sicherheitstechnik-Konzern Dräger fordert von der Bundesregierung, sich gegen das geplante EU-weite PFAS-Verbot zu stellen. Konzernchef Stefan Dräger nennt die aktuellen Regulierungspläne „existenzbedrohend“ für das Unternehmen.
Industrie fordert differenzierte Regeln
Die Stoffgruppe PFAS umfasst mehr als 10.000 chemische Verbindungen. Wegen ihrer extremen Langlebigkeit gelten sie als „Ewigkeitschemikalien“. Doch nicht alle sind gleichermaßen problematisch: Dräger verlangt gezielte Ausnahmen für Stoffe, die als ungiftig und nicht wasserlöslich eingestuft werden.
Für die Herstellung hochspezialisierter Arbeitsschutzmittel seien bestimmte PFAS-Verbindungen derzeit unverzichtbar, betont der Konzern. Das Unternehmen beschäftigt rund 16.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 3,5 Milliarden Euro.
Kritik am politischen Vorgehen
Stefan Dräger bemängelt zudem die fehlende Legitimation des Verbotsvorstoßes: Die Initiative sei ohne entsprechenden Beschluss des Bundestages gestartet worden. Ein pauschales Totalverbot aller PFAS-Verbindungen halten Experten ohnehin für kaum umsetzbar.
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Das EU-Beschränkungsverfahren läuft bereits seit 2023. Die abschließende Bewertung durch die zuständigen EU-Gremien wird bis Ende 2026 erwartet.
Neue Grenzwerte ab August
Schon früher wird es ernst: Ab dem 12. August 2026 greifen neue PFAS-Grenzwerte für Lebensmittelverpackungen. Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) sieht Obergrenzen von 25 ppb für einzelne Verbindungen und 250 ppb für die Gesamtsumme vor. Zusätzlich wird der Gesamtfluorgehalt auf 50 Milligramm pro Kilogramm begrenzt.
Kreislaufwirtschaft als langfristiges Ziel
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Die EU treibt parallel eine umfassende Neuordnung der Kreislaufwirtschaft voran. Bis 2040 soll das Verpackungsmüllaufkommen im Vergleich zu 2018 um 15 Prozent sinken. Ab Anfang 2030 sollen leichte Plastiktüten und Einwegverpackungen in der Gastronomie weitgehend verboten werden.
Für Unternehmen wie Dräger steht jedoch die Verfügbarkeit technischer Kunststoffe im Fokus, deren Eigenschaften durch PFAS-Verbindungen definiert werden. Die Branche warnt davor, dass pauschale Stoffverbote die Funktionalität von Rettungs- und Schutzausrüstung gefährden könnten.
