Versorgungswirtschaft: 135.000 BeschÀftigte erhalten 1,25% mehr Gehalt
07.06.2026 - 03:09:35 | boerse-global.de
Zum 1. Juni sind in der Versorgungswirtschaft neue Tarife in Kraft getreten. Rund 135.000 BeschÀftigte in kommunalen Versorgungsunternehmen erhalten 1,25 Prozent mehr Gehalt. Die neue Tabelle gilt bis MÀrz 2027 und reicht von 2.604,51 Euro in der untersten bis zu 9.922,08 Euro in der höchsten Entgeltgruppe. Hinzu kommt eine Sonderzahlung im November in Höhe des vollen Oktober-Gehalts.
Auch die kommunalen Bauhöfe haben neue Regeln. Seit dem 1. Mai gelten dort die Bestimmungen des TVöD VKA. Facharbeiter mit dreijĂ€hriger Ausbildung werden in die Gruppen E5 bis E9b eingestuft, Ingenieure ab E10. Der Stufenaufstieg erfolgt je nach Betriebszugehörigkeit nach ein bis fĂŒnf Jahren.
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EU-Lohntransparenz: Deutschland verpasst die Frist
Am 7. Juni ist die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie abgelaufen. Die Bundesregierung hat kein Gesetz verabschiedet. Grund: Uneinigkeit ĂŒber die konkrete Ausgestaltung. FĂŒr Unternehmen bedeutet das ein erhöhtes Klagerisiko.
Denn das Bundesarbeitsgericht hat die HĂŒrden fĂŒr Entgeltdiskriminierung bereits gesenkt. Reicht ein einzelner mĂ€nnlicher Kollege mit höherem Gehalt aus, um einen Diskriminierungsverdacht zu begrĂŒnden? Nach aktueller Rechtsprechung: ja. Unternehmen sollten ihre VergĂŒtungsstrukturen daher an objektiven Kriterien ausrichten â Kompetenz, Belastung, Verantwortung, Arbeitsbedingungen. Der bereinigte Gender-Pay-Gap liegt in Deutschland weiter bei rund 6 Prozent.
Was verdient Deutschland 2026?
Das Bruttomediangehalt liegt in diesem Jahr bei 53.900 Euro. Die Spitzenverdiener: Ărzte mit ĂŒber 100.000 Euro. Bereichsleiter kommen auf 80.500 Euro, Entwicklungsingenieure auf 75.500 Euro. Im IT-Sektor verdienen FachkrĂ€fte durchschnittlich 66.750 Euro, spezialisierte KI-Engineers rund 77.800 Euro.
VergĂŒtungsberater prognostizieren fĂŒr 2026 eine allgemeine Gehaltssteigerung von 3,1 Prozent. Das Ost-West-GefĂ€lle bleibt mit rund 15 Prozent bestehen. Auch der Gender-Pay-Gap ist sichtbar: MĂ€nner verdienen im Schnitt 55.900 Euro, Frauen 50.500 Euro. Im Vertrieb erhalten 90 Prozent der Leiter eine variable VergĂŒtung â im Mittel 18 Prozent des Gesamteinkommens.
Neue Regeln fĂŒr Lohnnebenkosten und Vorsorge
Seit Januar 2026 haben sich die Parameter fĂŒr Lohnnebenkosten verĂ€ndert. In Nordrhein-Westfalen können Betriebe fĂŒr Lohnzusatzkosten im Krankheitsfall ZuschlagssĂ€tze von rund 58,98 Prozent geltend machen.
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Bei der betrieblichen Altersvorsorge sind monatliche BeitrĂ€ge bis zu 338 Euro steuer- und sozialabgabenfrei. Ein steuerfreier Betrag von bis zu 676 Euro ist möglich. Arbeitgeber mĂŒssen mindestens 15 Prozent zuschieĂen.
Und noch eine Ănderung: Das Bundesfinanzministerium hat im MĂ€rz die umsatzsteuerliche Bewertung von Dienstwagen neu gefasst. Grund war eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs. Die neuen GrundsĂ€tze konkretisieren, was bei der Ăberlassung von Fahrzeugen an Arbeitnehmer zu beachten ist.
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