VHV und IFB-Studie zu Klimawandel und Extremwetterereignissen: Potenziell jedes GebÀude von Naturgefahren betroffen
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 10:41 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Extremwetter zeigt sich in Deutschland zunehmend vielfĂ€ltig: StĂŒrme, Starkregen, Hagel, Hochwasser und Hitze treten intensiv und in Kombination miteinander auf - dies hat Folgen fĂŒr die Planung und den Bau von GebĂ€uden. In den Jahren 2013, 2022 und 2023 verursachten groĂflĂ€chige Hagelereignisse erhebliche SachschĂ€den, beispielsweise an HĂ€usern und Autos; 2018 fĂŒhrte Orkan Friederike zu SturmschĂ€den, wĂ€hrend gleichzeitig eine DĂŒrreperiode begann, die bis ins Jahr 2020 anhielt. Im Sommer 2021 folgten auf Hitzewellen schwere Gewitter mit Sturmböen, Starkregen und Hagel sowie die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. 2022 prĂ€gten zudem schwere Gewitterlagen mit sogenannten Superzellen das Schadengeschehen, wĂ€hrend langanhaltende RegenfĂ€lle Weihnachten 2023 in Niedersachsen und im FrĂŒhsommer 2024 in Bayern und Baden-WĂŒrttemberg zu Ăberflutungen fĂŒhrten.
"Mit unserer Studie machen wir darauf aufmerksam, wie stark GebĂ€ude durch Extremwetter gefĂ€hrdet sind und wie wichtig PrĂ€vention und die richtige Absicherung der Risiken zunehmend werden. Extremwetterereignisse verursachen nicht nur SchĂ€den an DĂ€chern, Fassaden und Kellern von GebĂ€uden - hĂ€ufig ist auch die gesamte GebĂ€udetechnik betroffen. Gleichzeitig beobachten wir auch in der Kfz-Versicherung vermehrt Kumulschadenereignisse infolge von Hagel, Sturm, Hitze, Trockenheit, Starkregen und Ăberschwemmungen", so Dr. Sebastian Reddemann, Sprecher des Vorstandes der VHV Allgemeine Versicherung AG.
Fazit der Studie: Extremwetter wird zur Daueraufgabe fĂŒr den GebĂ€udesektor
Konsequenzen fĂŒr die Planung und Baupraxis: Die Studie zeigt, dass Sturm, Hagel, Starkregen, Hitze und Ăberschwemmungen die Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb deutlich verĂ€ndern. WiderstandsfĂ€hige GebĂ€ude- und Quartierskonzepte rĂŒcken daher stĂ€rker in den Fokus - von hagelresistenteren Materialien ĂŒber bessere EntwĂ€sserung und RegenwasserrĂŒckhaltung bis hin zu wirksamem Hitzeschutz.
"Unser Anspruch als fĂŒhrender Versicherer der Bauwirtschaft ist es, Risiken nicht nur zu versichern, sondern SchĂ€den möglichst frĂŒhzeitig zu erkennen und im besten Fall zu vermeiden. Mit der Extremwetterstudie rĂŒcken wir deshalb das Thema PrĂ€vention in den Vordergrund. Die Studienergebnisse bieten eine wichtige Grundlage, um die Auswirkungen von Extremwettereignissen auf GebĂ€ude zu verstehen und daraus MaĂnahmen fĂŒr langfristig funktionsfĂ€hige GebĂ€ude abzuleiten", erklĂ€rt Dr. Sebastian Reddemann.
Höchster Schadenaufwand durch Starkregen, RĂŒckstau, Ăberschwemmungen: Nicht nur einzelne Extremereignisse, sondern auch viele kleine lokale Schadenereignisse prĂ€gen die Gesamtbilanz. WĂ€hrend Sturm und Hagel besonders hĂ€ufig auftreten, verursachen Elementargefahren wie Starkregen, RĂŒckstau, Ăberschwemmung oder Schneedruck zwar seltener SchĂ€den, können im Einzelfall aber besonders teuer werden. (siehe Abb.)
Extremwetter belastet GebĂ€ude mehrfach: Neben einzelnen Ereignissen wie Sturm, Hagel oder Starkregen gewinnen komplexe SchĂ€den an Bedeutung, bei denen mehrere Einwirkungen zusammenkommen oder aufeinander folgen - etwa Starkregen mit RĂŒckstau, Ăberflutung, Hagel und Sturmböen. Dadurch steigen die Anforderungen an GebĂ€udehĂŒlle, Kellerbereiche und technische Anlagen. Die Studie unterscheidet dabei zwischen SchĂ€den durch Sturm, Hagel, Blitz und Frost sowie durch die zusĂ€tzlich versicherbaren Elementargefahren wie Starkregen, Ăberschwemmung oder Schneedruck.
Regionale und saisonale VerĂ€nderung von SchĂ€den: WĂ€hrend SturmschĂ€den traditionell vor allem im Winterhalbjahr auftraten und Hagel- sowie BlitzschĂ€den die Sommermonate prĂ€gten, zeigten die Jahre 2023 und 2024 auch hier deutliche Verschiebungen: SturmschĂ€den nehmen auch im Sommer zu, HagelschĂ€den verlagerten sich stĂ€rker zum Sommerende in den August und lagen zuletzt deutlich ĂŒber dem langjĂ€hrigen Mittel. Auch regional zeigten sich neue Muster - mit zusammenhĂ€ngenden Zonen erhöhter SturmaktivitĂ€t und einer stĂ€rkeren Betroffenheit sĂŒddeutscher Regionen bei wasserbedingten SchĂ€den.
Gewitter bĂŒndeln Schadentreiber: FĂŒr GebĂ€ude sind Gewitter besonders folgenreich, weil sie mehrere Schadentreiber gleichzeitig bĂŒndeln: Starkregen, Hagel, Blitzschlag und Sturmböen treffen hier hĂ€ufig zusammen. Organisierte Gewittersysteme wie Superzellen können ĂŒber lĂ€ngere Zeit in einer Region anhalten und dadurch komplexe Schadenlagen verursachen: von beschĂ€digten DĂ€chern ĂŒber Ăberflutungen bis hin zu AusfĂ€llen technischer Anlagen.
Ăber die Studie
Die soeben erschienene Studie "Klimawandel und Extremwetterereignisse - Schadenentwicklung und Anforderungen an WohngebĂ€ude" basiert auf Schadenstatistiken der VHV Allgemeine Versicherung AG zu Schadenmeldungen der WohngebĂ€ude- (inkl. Elementar-) und Bauleistungsversicherung ab 2002 in Deutschland sowie auf Daten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) ab 1970. Diese detaillierten Zeitreihen erlauben eine differenzierte Betrachtung von SchadenhĂ€ufigkeiten, Schadenhöhen sowie deren zeitlicher Entwicklung. BerĂŒcksichtigt wurden ausschlieĂlich gemeldete und versicherte SchĂ€den. In der Regel entspricht in der WohngebĂ€udeversicherung ein Vertrag auch einem versicherten GebĂ€ude. Deswegen können die Kennzahlen auch je GebĂ€ude interpretiert werden.
Hier können Sie die gesamte Extremwetterstudie herunterladen.
Ăber die VHV Allgemeine Versicherung AG
Die VHV Allgemeine Versicherung AG ist einer der gröĂten deutschen Kfz-Versicherer und fĂŒhrender Versicherer fĂŒr die Bauwirtschaft. Als Experte in diesen MĂ€rkten bietet die VHV ein umfassendes Produktportfolio in der Schaden- und Unfallversicherung fĂŒr Privat- und Firmenkunden. Das Unternehmen kann auf ĂŒber 100 Jahre Erfahrung und Expertise zurĂŒckblicken. Die VHV Allgemeine Versicherung AG gehört zur VHV Gruppe, einem modernen Konzern von Experten fĂŒr Versicherung und Vorsorge.Mehr ĂŒber die VHV Allgemeine Versicherung erfahren Sie unter: www.vhv.de.
FĂŒr Informationen zur VHV Gruppe besuchen Sie unseren Newsroom auf www.vhv-gruppe.de/newsroom.
Ăber das Institut fĂŒr Bauforschung
Das Institut fĂŒr Bauforschung e.V. (IFB) mit Sitz in Hannover wurde 1946 gegrĂŒndet. SatzungsgemĂ€Ăe Aufgaben sind die wissenschaftliche Forschung und deren Förderung in den Bereichen Planung im Bauwesen, Baustoffe, Bauarten, Baubetrieb sowie BauschĂ€den und deren Ursachen. Die Verschmelzung mit dem Institut fĂŒr Bauschadensforschung e.V. im Jahr 2002 hat die Arbeitsschwerpunkte auf dem Gebiet der Schadenanalyse und BauqualitĂ€t im Hoch- und Tiefbau erweitert. Im Auftrag öffentlicher und privater Auftraggeber bearbeitet das Institut umfassende Studien zu aktuellen Problemen des nachhaltigen und qualitĂ€tsvollen Planens, Bauens und Nutzens. Im Auftrag bzw. in Zusammenarbeit mit den VHV Versicherungen sind Studien zu Kabel- und LeitungsschĂ€den, zur Risikobewertung von WĂ€rmedĂ€mmung, zum Brandschutz im GebĂ€udebestand und zu BauschĂ€den durch Klimawandel sowie seit 2018 die in der Fachwelt vielbeachtete Reihe der VHV-Bauschadenberichte entstanden. https://bauforschung.de
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Janine Bollhorst
Unternehmenskommunikation
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