Vietnam: 125 Millionen Tonnen Zement – Umbau zu grünen Baustoffen
04.07.2026 - 23:36:07 | boerse-global.de
Die internationale Bau- und Immobilienwirtschaft forciert den Umbau hin zu nachhaltigen Lieferketten und zirkulären Materialkreisläufen. Branchenübergreifende Partnerschaften und technologische Innovationen sollen die ökologische Transformation vorantreiben.
Strategische Allianzen für emissionsarme Baustoffe
In Südostasien haben große Branchenakteure neue Kooperationen gestartet. Der Immobilienentwickler AP Thailand und der Farbenhersteller TOA Paint vereinbarten: Künftig kommen in allen Bauprojekten des Entwicklers ökologisch zertifizierte Materialien zum Einsatz. TOA liefert spezielle Farben und Gipsplatten mit Umweltproduktdeklarationen (EPD). Der Hersteller will bis zur Jahrhundertmitte eine Netto-Null-Emissionsbilanz erreichen.
Parallel dazu läuft in Vietnam eine Aktionswoche für nachhaltige Partnerschaften. Ziel ist es, Hersteller umweltfreundlicher Produkte enger mit Einzelhändlern und Endverbrauchern zu vernetzen. Das Land produziert jährlich rund 125 Millionen Tonnen Zement und 150 Millionen Kubikmeter Beton. Materialkosten machen dort zwischen 55 und 65 Prozent des gesamten Projektwerts aus. Die Transformation hin zu nicht gebrannten und recycelten Baustoffen hat daher höchste Priorität.
Zirkuläres Bauen in Deutschland
In Deutschland rücken neben der Materialwahl auch die Rückbaubarkeit und digitale Dokumentation von Gebäuden in den Fokus. In Wolfsburg entstehen zwei rund 40 Meter hohe Holzhochhäuser nach dem Prinzip des zirkulären Bauens. Die zwölfgeschossigen Gebäude mit über 100 Wohneinheiten nutzen rückbaubare Verbindungen und ein Materialkataster. Geothermie und Photovoltaik sollen den nachhaltigen Betrieb sichern.
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Auf politischer Ebene diskutieren Branchenverbände in Nordrhein-Westfalen über einen Gebäuderessourcenpass und die verstärkte Nutzung von Building Information Modeling (BIM). Vertreter der Bauverbände betonten: Angesichts schwankender Materialpreise und wachsender Digitalisierungsanforderungen müssen transparente Vergabeverfahren und bezahlbares Bauen gewährleistet sein. Kritik gab es an der mangelnden Transparenz bei kommunalen Vergaben.
Engpässe bei der Materialversorgung
Trotz der grünen Transformation kämpft die Branche mit logistischen Problemen. In den vietnamesischen Provinzen Cao Bang und Khanh Hoa berichten Behörden von Engpässen bei mineralischen Rohstoffen für Infrastrukturprojekte. Der Bedarf an Naturstein, Sand und Füllboden für Schnellstraßen und Umsiedlungsprojekte übersteigt dort das Angebot der lizenzierten Gruben.
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Neue Forschungsansätze sollen die langfristige Versorgung mit kritischen Mineralien sichern. Wissenschaftler der Georgia Tech untersuchen mit künstlicher Intelligenz natürliche Lagerstätten und industrielle Rückstände entlang der US-Atlantikküste. Kohleverbrennungsrückstände könnten so effizienter als Ressource für die Industrie kartiert werden.
