Vietnam: Neue Arbeitsschutzregeln für 31 Arbeitsgruppen ab Januar 2027
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas vietnamesische Innenministerium hat am 20. Oktober 2026 eine neue Verordnung verabschiedet, die den Schutz von Beschäftigten in besonders gefährlichen Arbeitsumgebungen neu regelt. Mit dem Rundschreiben Thông t? 27/2026/TT-BNV legt die Behörde eine Liste von 31 Arbeitsgruppen fest, für die ab dem 1. Januar 2027 deutlich strengere Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gelten.
Die Neuregelung stützt sich rechtlich auf Artikel 14 Absatz 6 des vietnamesischen Arbeitssicherheitsgesetzes von 2015 sowie auf Artikel 2 Absatz 14 Buchstabe d des Dekrets 276/2026/N?-CP.
Mit dem Inkrafttreten der neuen Vorschriften zum Jahresbeginn 2027 wird das bisherige Rundschreiben Thông t? 06/2020/TT-BL?TBXH vom 20. August 2020 außer Kraft gesetzt.
Erfasste Tätigkeiten und physische Belastungsgrenzen
Der Katalog der 31 betroffenen Arbeitsbereiche definiert konkrete Gefahrenquellen und Schwellenwerte. Unter anderem werden Elektroarbeiten in Abschnitt M?c 13 sowie Arbeiten in einer Höhe von über 2 m in Abschnitt M?c 7 gesondert aufgeführt.
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Zudem regelt die Liste Einsätze in engen Räumen unter Abschnitt M?c 12 und Arbeiten im Bereich von Elektromagnetfeldern ab 3 kHz unter Abschnitt M?c 9.
Darüber hinaus erstrecken sich die strengen Auflagen auf Tätigkeiten mit ionisierender Strahlung sowie den Umgang mit Gefahrstoffen und Sprengstoff. Auch ergonomische und betriebliche Faktoren finden Berücksichtigung: So fallen das manuelle Heben von Lasten ab 20 kg sowie der Betrieb von Gemeinschaftsküchen, in denen täglich ab 300 Mahlzeiten zubereitet werden, explizit unter die neuen Schutzbestimmungen.
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Geltungsbereich und Pflichten für Arbeitgeber
Die Vorschriften gelten landesweit für Behörden, Organisationen und Unternehmen sowie für die in Artikel 2 des Arbeitssicherheitsgesetzes genannten Personen. Eine Ausnahme besteht für vietnamesische Arbeitskräfte, die im Rahmen eines Vertrages im Ausland tätig sind.
Für Betriebe bringt die Verordnung unmittelbare Handlungspflichten mit sich. Arbeitgeber sind verpflichtet, die im eigenen Betrieb anfallenden Tätigkeiten genau zu identifizieren, den jeweiligen Risikogruppen zuzuordnen und die vorgeschriebenen Sicherheitsschulungen für das Personal zu organisieren.
Auf behördlicher Seite soll die Behörde C?c Vi?c làm die fachliche Anleitung bei der Umsetzung übernehmen. Die Volkskomitees und Fachbehörden auf Provinzebene sind angewiesen, die Verbreitung und Durchführung der Vorgaben vor Ort zu steuern.
Bußgelder bei Verstößen gegen Arbeitsschutzvorgaben
Flankiert werden die Schutzvorschriften durch Sanktionen bei Pflichtverletzungen. Ergänzend sieht das Dekret 283/2026/N?-CP in Artikel 32 finanzielle Strafen vor. Fehlen vorgeschriebene Umwelt- oder Hygieneakten im Betrieb, drohen Geldbußen zwischen 500.000 und 1.000.000 VND.
Deutlich höhere Strafen von 5.000.000 bis 10.000.000 VND werden fällig, wenn Arbeitgeber keine Sicherheitspläne vorweisen können, keine Sicherheitsbeauftragten benennen oder das Fehlen von geschultem Erste-Hilfe-Personal festgestellt wird.
