Vietnam, Steuerpflicht

Vietnam: Neue Steuerpflicht fĂŒr Influencer und E-Commerce ab Juli

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 10:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Gesetze in Vietnam erfassen Einnahmen aus Multi-Channel-Vertrieb und Influencer-TĂ€tigkeiten systematisch. HĂ€ndler und Content Creator mĂŒssen ihre UmsĂ€tze aus allen KanĂ€len zusammenrechnen.

Vietnam verschĂ€rft Steuerregeln fĂŒr digitale GeschĂ€fte und Influencer
Abstrakte Darstellung von digitalen DatenflĂŒssen und Netzwerken, die Online-Handel und Influencer-Marketing symbolisieren. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Seit dem 1. Juli 2026 gelten in Vietnam schĂ€rfere Steuergesetze fĂŒr digitale GeschĂ€fte. Die neuen Vorschriften erfassen erstmals systematisch Einnahmen aus Multi-Channel-Vertrieb und Influencer-TĂ€tigkeiten.

Grundlage sind das Gesetz 108/2025 sowie die Dekrete 252, 253 und 254 aus dem Jahr 2026. In einem Workshop in Hanoi am 20. Juli erlĂ€uterten Regierungsvertreter die praktischen Folgen fĂŒr HĂ€ndler und Content Creator.

UmsĂ€tze aus allen KanĂ€len mĂŒssen summiert werden

Eine zentrale Neuerung: HĂ€ndler mĂŒssen ihre Einnahmen aus physischen LĂ€den, eigenen Websites, sozialen Medien und E-Commerce-Plattformen zusammenrechnen. Als Bemessungsgrundlage dient der Bruttoumsatz vor AbzĂŒgen.

FĂŒr Haushalte und Einzelunternehmen liegt die Freigrenze bei 1 Milliarde Vietnamesischen Dong (VND) pro Jahr. Überschreitet der Gesamtumsatz diese Schwelle, wird der HĂ€ndler steuerpflichtig. Zudem mĂŒssen dann elektronische Rechnungen ausgestellt werden.

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Eine Erleichterung: Unternehmen mit mehreren Standorten können kĂŒnftig eine einheitliche Steuer-ID fĂŒr alle Filialen nutzen. Das soll den Verwaltungsaufwand reduzieren.

Klare Regeln fĂŒr Influencer und Affiliate-Marketer

Die Finanzverwaltung nimmt besonders Key Opinion Leaders (KOL), Key Opinion Consumers (KOC), Affiliate-Marketer und Content Creator ins Visier. Entscheidend ist laut Behörde nicht die Berufsbezeichnung, sondern die Art des Vertrags und die tatsÀchlichen Einkommensquellen.

Ein wichtiger Punkt: Ein pauschaler Quellensteuerabzug von 10 Prozent durch Plattformbetreiber befreit nicht von der eigenen SteuererklĂ€rungspflicht. Betroffene mĂŒssen ihre Gesamteinnahmen aus allen Plattformen zusammenfassen und prĂŒfen, ob eine Nachzahlung fĂ€llig wird. FĂŒr digitale Dienstleistungen gelten in der Regel 2 Prozent Einkommensteuer und 5 Prozent Mehrwertsteuer.

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KI und Big Data fĂŒr die Steuerkontrolle

Die neuen Regeln gehen mit einer Digitalisierungswelle in der Steuerverwaltung einher. Die Behörden setzen auf Big Data und kĂŒnstliche Intelligenz – unter anderem in Form eines KI-Chatbots in der App eTax Mobile. Ziel ist es, Compliance-Kosten zu senken und Transaktionsdaten prĂ€ziser zu ĂŒberwachen.

Die Empfehlung an Marktteilnehmer: VertrĂ€ge und Belege systematisch sammeln. Nur so lĂ€sst sich bei PrĂŒfungen die korrekte Einkommensart nachweisen. Bei WarenrĂŒckgaben im E-Commerce schreibt Dekret 253/2026 zudem spezielle Verfahren fĂŒr angepasste elektronische Rechnungen vor.

Auch Vermieter und auslÀndische Anbieter betroffen

Die Steuerpflicht erstreckt sich auf Vermietungen ĂŒber digitale Plattformen. Bei Jahreseinnahmen ĂŒber 1 Milliarde VND fallen 5 Prozent Umsatzsteuer plus 5 Prozent Einkommensteuer auf den Überschuss an. Die ErklĂ€rungsfristen enden jeweils am 31. Juli und 31. Januar.

AuslĂ€ndische Lieferanten und Plattformbetreiber mĂŒssen ihre UmsĂ€tze auf dem vietnamesischen Markt deklarieren. Unter bestimmten Voraussetzungen dĂŒrfen Plattformen Rechnungen im Namen der VerkĂ€ufer ausstellen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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