Vietnam, Arbeitsschutz

Vietnam verschÀrft Arbeitsschutz: Bis zu 75 Millionen VND Strafe

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 20:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutschland plant Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag, wĂ€hrend Vietnam hohe Strafen fĂŒr fehlende Gesundheitschecks einfĂŒhrt. Frankreich setzt auf PrĂ€vention.

Attestpflicht ab Tag 1: Deutschland plant hÀrtere Krankschreibungs-Regeln
Digitale Checkliste fĂŒr betriebliche Gesundheitsuntersuchungen auf einem Tablet in einem modernen BĂŒro. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz wird weltweit strenger. WĂ€hrend Vietnam drakonische Strafen fĂŒr Unternehmen einfĂŒhrt, plant Deutschland die RĂŒckkehr zur Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag.

Vietnam: Bis zu 75 Millionen VND Strafe pro Unternehmen

Mit dem Dekret 283/2026/ND-CP verschĂ€rft Vietnam ab dem 10. September 2026 die Regeln fĂŒr Arbeitsschutz und Gesundheitsvorsorge massiv. Arbeitgeber mĂŒssen ihre Belegschaft kĂŒnftig jĂ€hrlich untersuchen lassen, bei gefĂ€hrlichen TĂ€tigkeiten sogar alle sechs Monate.

Wer die Checks versĂ€umt, zahlt pro Mitarbeiter ein bis drei Millionen VND. Die Obergrenze pro Unternehmen liegt bei 75 Millionen VND. Besonders teuer wird es bei VersĂ€umnissen vor der Versetzung in risikobehaftete Arbeitsbereiche: Hier drohen fĂŒnf bis zehn Millionen VND.

Auch fehlende SicherheitsplĂ€ne (15 bis 20 Millionen VND) und mangelhafte Desinfektionsmaßnahmen (20 bis 25 Millionen VND) werden sanktioniert. Selbst Arbeitnehmer mĂŒssen mit Strafen rechnen, wenn sie vorgeschriebene SchutzausrĂŒstung nicht nutzen.

Parallel erhöhen die Behörden den Druck auf BeitragssĂŒnder: In Ho-Chi-Minh-Stadt wurden kĂŒrzlich 100 Betriebe wegen ausstehender Sozialversicherungszahlungen verwarnt. Das Dekret sieht hier Strafen von 18 bis 20 Prozent des hinterzogenen Betrags vor.

Deutschland: Attestpflicht ab Tag eins geplant

Die Bundesregierung will 2026 die Nachweispflichten bei Krankschreibungen verschĂ€rfen. Arbeitnehmer sollen bereits ab dem ersten Krankheitstag ein Ă€rztliches Attest vorlegen mĂŒssen. Zudem steht die telefonische Krankschreibung aus der Pandemie-Zeit vor dem Aus.

Anzeige

Wer die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag frĂŒhzeitig in seine HR-Prozesse integriert, spart bares Geld und vermeidet Rechtsstreitigkeiten. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die neuen Regeln konkret umsetzen – inklusive Checkliste und PrĂ€ventionsstrategien gegen hohen Krankenstand. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Attestpflicht anfordern

Der Hintergrund: Der Krankenstand ist drastisch gestiegen. Zwischen Januar und November 2025 lag er bei durchschnittlich 18,6 Tagen pro Kopf – 2021 waren es noch etwa 13 Tage. Umfragen deuten zudem darauf hin, dass sich ein signifikanter Teil der BeschĂ€ftigten schon einmal krankgemeldet hat, ohne tatsĂ€chlich arbeitsunfĂ€hig zu sein.

Die PlĂ€ne sorgen fĂŒr Streit. WĂ€hrend einige MittelstĂ€ndler die Regelung bereits erfolgreich praktizieren, laufen Gewerkschaften und SozialverbĂ€nde Sturm. Hans-Josef Hotz, Vorsitzender des VdK Baden-WĂŒrttemberg, warnt vor einem „BĂŒrokratiemonster“ fĂŒr Arztpraxen. Der DGB Bayern nennt das Vorhaben schlicht „unsinnig“.

Zweifel an Krankschreibung: Arbeitgeber gestÀrkt

UnabhĂ€ngig von der Gesetzesreform hat die Justiz die Position der Arbeitgeber bereits gestĂ€rkt. Das Landesarbeitsgericht Köln (Az. 7 SLa 54/25) entschied: Der Beweiswert einer ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigung kann erschĂŒttert werden, wenn die Krankmeldung in auffĂ€lligem Zusammenhang mit betrieblichen Konflikten steht oder unglaubwĂŒrdig wirkt.

In solchen FĂ€llen muss der BeschĂ€ftigte seine Beschwerden konkret darlegen – sonst droht der Verlust der Entgeltfortzahlung.

Anzeige

Der Krankenstand in Deutschland ist auf 18,6 Tage pro Kopf gestiegen – und die geplante Attestpflicht ab Tag eins wird kommen. Unternehmen, die jetzt ihre Prozesse anpassen, sichern sich einen Wettbewerbsvorteil. Holen Sie sich den Leitfaden mit konkreten Handlungsempfehlungen fĂŒr Ihre HR-Abteilung. Leitfaden zur Attestpflicht jetzt sichern

Frankreich setzt auf PrÀvention statt Sanktion

Einen anderen Weg geht Frankreich: Ab Oktober 2026 dĂŒrfen Physiotherapeuten eigenstĂ€ndig prĂ€ventive Gesundheitsuntersuchungen anbieten. Die 30- bis 45-minĂŒtigen Checks richten sich an junge Erwachsene sowie BeschĂ€ftigte in der Mitte und am Ende ihrer Karriere. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken frĂŒhzeitig zu erkennen und die langfristige ArbeitsfĂ€higkeit zu sichern.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wirtschaft | 69914253 |