VOBC-Aufmaß, Malerbetrieben

VOB/ C-Aufmaß: 2,5-m²-Regel kann Malerbetrieben 92,70 Euro sichern

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Meisterox-App berechnet Übermessungen nach Gewerken und ergänzt Aufmaß, Bautagebuch, Datenaustausch sowie Fotodokumentation.

Meisterox-App: VOB/C-Aufmaßregeln und digitale Baudokumentation
Ein heller, minimalistischer Rohbau mit frisch verputzten Wänden und einem leeren Fensterrahmen in einem Handwerksbetrieb. Illustration mit AI erstellt.

Bei Malerarbeiten wendet die Handwerker-Anwendung Meisterox-App laut Angaben auf der Unternehmenswebsite die 2,5 m² Übermessungsregel nach VOB/C DIN 18363 automatisch an. Demnach werden Aussparungen bis zu einer Einzelgröße von 2,5 m² im Aufmaß übermessen, während größere Flächen abgezogen werden.

Für Laibungen sieht das Regelwerk eine gesonderte Berechnung vor. Die digitale Erfassung soll Abrechnungsfehler minimieren, die bei manuellen Berechnungen im Bau- und Ausbaugewerbe entstehen können.

Berechnungslogik und finanzielle Auswirkungen bei Malerarbeiten

Anhand eines Berechnungsbeispiels für Malerarbeiten veranschaulicht der Anbieter die Funktionsweise des Systems: Bei einer Wandfläche von 27,50 m², einem Fenster A von 1,80 m² sowie einer Tür C von 2,10 m² greift die Übermessung, da beide Öffnungen unter dem Schwellenwert von 2,5 m² liegen.

Ein Fenster B mit 3,00 m² wird hingegen als Abzug gewertet. Unter Einbeziehung eines Laibungszuschlags von +1,25 m² ergibt sich daraus eine abrechenbare Gesamteinfläche von 25,75 m².

Eine fehlerhafte manuelle Berechnung ohne Berücksichtigung der normativen Übermessung würde im selben Fall lediglich 20,60 m² ausweisen. Aus dieser Differenz von 5,15 m² resultiert bei einem angenommenen Einheitspreis von 18,00 €/m² ein Betrag von 92,70 €, der dem ausführenden Betrieb bei ungenauer Abrechnung verloren ginge.

Vorgaben für das Fliesenlegerhandwerk nach DIN 18352

Für das Gewerk der Fliesen- und Plattenarbeiten greift die Meisterox-App auf die Übermessungsregel nach VOB/C DIN 18352 zurück. In diesem Anwendungsbereich liegt der Grenzwert bei 0,5 m²: Aussparungen bis zu einer Einzelgröße von 0,5 m² werden übermessen, während größere Durchbrüche abzuziehen sind. Laibungsflächen werden auch hier gesondert erfasst. Bei linearen Maßen werden Unterbrechungen mit einer Einzellänge von bis zu 1,00 m übermessen.

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Ein vom Anbieter aufgeführtes Rechenbeispiel demonstriert die Systematik an einer 15,00 m² großen Wand: Eine Revisionsöffnung mit 0,12 m² sowie eine Nische von 0,24 m² werden übermessen. Ein Fenster mit 0,80 m² wird abgezogen.

Mit einem Laibungszuschlag von +0,56 m² beläuft sich das Gesamtergebnis auf 14,76 m². Bei einer rein manuellen Ermittlung entstünde hingegen ein Wert von 13,84 m². Die resultierende Differenz von knapp 1 m² entspricht bei einem Satz von 85 €/m² einem Abrechnungsunterschied zugunsten des Handwerkers.

Bautagebuch, Schnittstellen und Fotodokumentation

Neben der Aufmaßerstellung integriert die Meisterox-App nach Angaben der Betreiber ein Bautagebuch, das den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) gemäß §§ 146 und 147 der Abgabenordnung (AO) entspricht.

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Zur Gewährleistung der Revisionssicherheit nutzt das Tagebuch SHA-256-Verschlüsselungen sowie integrierte Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Für den Datenaustausch und die Rechnungslegung stellt die Software Exporte in den Standards GAEB X31 sowie XRechnung 3.0 bereit. Zudem erzwingt das Programm im Bereich der Fliesenarbeiten eine Fotodokumentation für Abdichtungsmaßnahmen gemäß DIN 18534, differenziert nach den Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I, um die Einhaltung baurechtlicher und normativer Vorgaben lückenlos nachzuweisen.

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