Volkswagen-Krise: Ăber 100.000 ArbeitsplĂ€tze wackeln
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 05:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Autobauer Volkswagen steckt tief in der Krise. Die am Freitag vorgelegte Bilanz fĂŒr das erste Halbjahr zeigt sinkende Auslieferungen, eine schwache Rendite und massive SparplĂ€ne. Vor allem der chinesische Markt bereitet Sorgen.
Auslieferungen brechen ein â China als Problemmarkt
Im zweiten Quartal sanken die weltweiten Auslieferungen um 9 Prozent auf rund 2,08 Millionen Fahrzeuge. Besonders hart traf es den wichtigen chinesischen Markt: Hier brach der Absatz um 33 Prozent auf 424.300 Fahrzeuge ein. FĂŒr das gesamte erste Halbjahr summierten sich die Auslieferungen auf 4,1 Millionen Fahrzeuge â ein Minus von 6,3 Prozent.
Die operative Rendite liegt derzeit bei mageren 3,3 Prozent. Konzernchef Oliver Blume hÀlt dennoch an den langfristigen Zielen fest: Bis 2026 soll die Rendite auf 4 Prozent steigen, bis 2030 sogar auf 8 Prozent. Analysten rechnen trotz der schwierigen Lage nicht mit einem weiteren massiven Gewinneinbruch im Jahresverlauf.
Stellenabbau: Ăber 100.000 ArbeitsplĂ€tze wackeln
Das Sparprogramm des Konzerns ist gewaltig. Weltweit sind theoretisch 50.000 zusĂ€tzliche Stellen von Streichungen betroffen. Bereits zuvor war ein Abbau von 50.000 ArbeitsplĂ€tzen bis 2030 vereinbart â 37.000 Abfindungsvereinbarungen sollen bereits unterschrieben sein. Insgesamt könnten ĂŒber 100.000 Stellen zur Disposition stehen.
Besonders gefĂ€hrdet sind die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm. Ohne wettbewerbsgerechte Belegung droht ihnen in den 30er Jahren das Aus. Doch die PlĂ€ne stoĂen auf Widerstand: Der Aufsichtsrat lehnte die jĂŒngsten EntwĂŒrfe ab. FĂŒr den 4. September ist eine weitere Sitzung angesetzt. Gegenwind kommt vom Betriebsrat und vom Land Niedersachsen, das 20,2 Prozent an Volkswagen hĂ€lt.
Produktion wird umgekrempelt
Die Krise bei Volkswagen betrifft nicht nur den Konzern selbst â ĂŒber 100.000 ArbeitsplĂ€tze wackeln, vier Werke sind akut gefĂ€hrdet. FĂŒr Zulieferer und regionale Unternehmen bedeutet das: Ihre Lieferketten und Standorte stehen auf dem Spiel. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen konkrete Checklisten zur Standortsicherung, Strategien zur Diversifizierung Ihrer Lieferkette und ein FrĂŒhwarnsystem fĂŒr regionale Arbeitsmarktrisiken. Jetzt kostenlosen Krisen-Report anfordern
Um wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben, will Volkswagen Modelle kĂŒnftig stĂ€rker nach Produktionskosten verteilen. Ziel: maximal 3.000 Euro Kosten pro Fahrzeug. WĂ€hrend das Skoda-Werk im tschechischen Kvasiny diese Marke bereits unterbietet, liegen deutsche Standorte wie Zwickau bei rund 4.000 Euro. Hannover liegt sogar im fĂŒnfstelligen Bereich. Die GesamtkapazitĂ€t des Konzerns wurde bereits von 12 Millionen Fahrzeugen vor der Pandemie auf 9 Millionen reduziert.
Porsche steckt in der Krise
Auch die Tochtermarke Porsche hat massive Probleme. In Zuffenhausen und Weissach fallen rund 5.000 Stellen weg. Zusammen mit einem frĂŒheren Sparpaket sind es insgesamt 9.000 ArbeitsplĂ€tze â etwa ein Drittel der Belegschaft. Der Absatz brach im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 122.306 Fahrzeuge ein. Bereits 2025 war der operative Gewinn um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro abgestĂŒrzt.
Diesel-Skandal: Neue Klage eingereicht
Die juristischen Nachwehen des Dieselskandals reiĂen nicht ab. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat Klage gegen BeschlĂŒsse der Hauptversammlung vom Juni 2026 eingereicht. Grund sind Vergleiche mit D&O-Versicherern ĂŒber rund 277 Millionen Euro sowie die Haftungsfreistellung des Ex-Vorstandschefs Martin Winterkorn gegen eine Zahlung von 11 Millionen Euro. Die SdK kritisiert eine unzureichende Informationsbasis fĂŒr AktionĂ€re. Die Gesamtkosten der Diesel-AffĂ€re werden mittlerweile auf 32 Milliarden Euro beziffert.
WĂ€hrend Volkswagen um seine Rendite kĂ€mpft und Werke wie Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm um ihre Zukunft bangen, mĂŒssen MittelstĂ€ndler handeln â bevor die nĂ€chste Welle des Stellenabbaus ihre Region erreicht. Dieser Leitfaden liefert Ihnen ein FrĂŒhwarnsystem, um Risiken frĂŒhzeitig zu erkennen, und zeigt, wie Sie Ihre Lieferkette diversifizieren. Sichern Sie sich jetzt die entscheidenden Strategien. Standort-Risiko-Check jetzt anfordern
Zukunftstechnologie trotz Sparkurs
Dennoch investiert Volkswagen weiter in neue Technologien â vor allem in China. Ab 2027 plant der Konzern dort Fahrzeuge mit Level-3-Autonomie. Die Kooperation mit dem Partner Horizon Robotics wurde dafĂŒr ausgebaut. Erste Auslieferungen sind fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte 2027 vorgesehen.
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