Volkswagen meldet 5,82 Milliarden Euro Verlust im dritten Quartal
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 07:56 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVolkswagens Quartal mit hoher Sonderbelastung
- Volkswagen meldete am Donnerstag für das dritte Quartal 2026 einen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro nach Steuern.
- Der Konzernumsatz sank im Jahresvergleich um 6,3 Prozent auf rund 75,28 Milliarden Euro.
- Von Juli bis September lieferte Volkswagen 1,89 Millionen Fahrzeuge aus, in China gingen die Verkäufe um 38,5 Prozent zurück.
Volkswagen meldet 5,82 Milliarden Euro Verlust
Volkswagen hat im dritten Quartal 2026 einen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro nach Steuern verzeichnet. Das teilte der Autohersteller am Donnerstag mit.
Sondereffekte belasten das Ergebnis
Im Vorjahreszeitraum hatte Volkswagen einen Verlust von gut 1,07 Milliarden Euro gemeldet. Wesentliche Gründe für das Minus waren laut Unternehmen Sondereffekte in Höhe von 7,8 Milliarden Euro, darunter eine Abschreibung auf den Firmenwert der Tochtergesellschaft Porsche.
Besonders stark belastete die Porsche-Abschreibung das operative Ergebnis. Die Wertberichtigung belief sich auf rund 6,4 Milliarden Euro und war nicht zahlungswirksam, beeinträchtigte das operative Ergebnis von Volkswagen jedoch erheblich.
Umsatz und Auslieferungen gehen zurück
Der Umsatz des Konzerns sank im dritten Quartal um 6,3 Prozent auf rund 75,28 Milliarden Euro. Als weitere Belastungen nannte Volkswagen das schwache Marktumfeld in China, den weltweit zunehmenden Preis- und Wettbewerbsdruck sowie den gestiegenen Anteil von margenschwächeren Elektroautos.
Von Juli bis September lieferte der Konzern 1,89 Millionen Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Rückgang von fast 14,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
China bleibt besonders schwach
Im wichtigen chinesischen Markt sanken die Verkaufszahlen um 38,5 Prozent auf knapp 406.000 Fahrzeuge. Bis Ende September übergab Volkswagen insgesamt gut 6 Millionen Fahrzeuge an Kunden, 9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Volkswagens Quartalsverlust fällt in eine Phase, in der die deutsche Autoindustrie gleichzeitig mit schwacher Nachfrage, hohen Transformationskosten und wachsendem Wettbewerbsdruck aus China umgeht. Die Porsche-Abschreibung erklärt einen großen Teil des Ergebniseinbruchs, weil sie das Ergebnis bilanziell belastet, ohne unmittelbar Geld abfließen zu lassen.
Operativ bleibt die Entwicklung dennoch angespannt. Der Konzern verlor im dritten Quartal deutlich an Absatz, besonders in China. Der Rückgang dort verweist auf strukturelle Probleme: Lokale Hersteller gewinnen Marktanteile, während etablierte Anbieter ihre Modellpaletten schneller an den Preis- und Technologiewettbewerb anpassen müssen.
China und Elektromobilität als Belastungsfaktoren
Der steigende Anteil margenschwächerer Elektroautos verschärft den Druck auf die Profitabilität. Für Volkswagen kommt hinzu, dass hohe Investitionen in neue Modelle, Software und Produktionsstrukturen mit sinkenden Verkaufsmengen zusammentreffen. Das macht die Absatzentwicklung für die kommenden Quartale besonders relevant.
Für Kunden und Beschäftigte kann der Verlust indirekte Folgen haben, etwa durch stärkeren Kostendruck, eine vorsichtigere Modell- und Investitionsplanung oder weitere Anpassungen in den Vertriebs- und Produktionsstrukturen. Entscheidend wird sein, ob Volkswagen den China-Rückgang begrenzen, die Margen bei Elektrofahrzeugen verbessern und die Sonderbelastungen hinter sich lassen kann.
