Von 36 auf 288 Millionen Euro: Warum Bauprojekte in Deutschland völlig aus dem Ruder laufen
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 08:05 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS1. Die neue Brücke bei Pirna kostet statt ursprünglich 36 Millionen inzwischen rund 288 Millionen Euro: Wie kann sich ein Bauprojekt um das Achtfache verteuern?
Peter Burnickl: „Solche Kostenexplosionen entstehen häufig nicht durch einen einzelnen Fehler, sondern durch eine ganze Kette von Problemen. Besonders die Verzögerung von über 20 Jahren spielt bei diesem Projekt eine entscheidende Rolle. Durch Inflation, steigende Materialpreise und höhere Energiekosten wird das Bauen von Jahr zu Jahr teurer. Hinzu kommen mögliche Planungsfehler, nachträgliche Änderungen und eine unzureichende Abstimmung der Gewerke. Wenn sich ein Bauprojekt über Jahrzehnte hinzieht, können die ursprünglich kalkulierten Kosten irgendwann völlig unrealistisch werden.“
2. Warum werden Baukosten in Deutschland immer wieder völlig falsch kalkuliert?
Peter Burnickl: „Ein großes Problem ist, dass Bauprojekte häufig nicht ganzheitlich betrachtet werden. Es entsteht der Eindruck, dass nicht immer die wirtschaftlichsten Wege gewählt und mögliche Alternativen ausreichend geprüft werden. Statt von Anfang an verschiedene Lösungen hinsichtlich Kosten, Bauzeit und langfristiger Wirtschaftlichkeit zu vergleichen, wird häufig an einmal getroffenen Entscheidungen festgehalten. Kommen dann jahrelange Verzögerungen hinzu, steigen die Kosten durch Inflation, Materialpreissteigerungen und höhere Energiepreise immer weiter. Was ursprünglich wirtschaftlich erschien, kann 20 Jahre später längst überholt sein.“
3. Wie lassen sich solche Kostenexplosionen verhindern, bevor Millionen an Steuergeldern verloren gehen?
Peter Burnickl: „Der wichtigste Hebel liegt in einer frühzeitigen, ganzheitlichen und wirtschaftlichen Planung. Bevor ein Großprojekt umgesetzt wird, sollten unterschiedliche Bauweisen und wirtschaftliche Alternativen sorgfältig geprüft werden. Dabei müssen nicht nur die unmittelbaren Baukosten, sondern auch mögliche Verzögerungen, Preissteigerungen und langfristige Folgekosten berücksichtigt werden. Gleichzeitig braucht es klare Entscheidungen und eine konsequente Kostenkontrolle. Denn jedes zusätzliche Jahr kann durch steigende Material-, Energie- und Personalkosten Millionen verschlingen. Wer Projekte über Jahrzehnte verzögert, darf sich am Ende nicht über explodierende Baukosten wundern.“
Über Dr. Peter Burnickl:
Dr. Peter Burnickl hat sich zur Aufgabe gemacht, mit einem neuen Ansatz für nachhaltige, optimierte und wirtschaftliche Gebäude zu sorgen. Er ist der Geschäftsführer der Pro Bauherr GmbH und eingetragener Sachverständiger für Baukosten und technische Gebäudeausstattung. Als Ingenieur, Projektentwickler und Bauträger kennt er die Branche außerdem genau. Mit seinem Team unterstützt er Bauherren dabei, so zu bauen, dass alle Kosteneinsparpotentiale voll ausgeschöpft sind. Weitere Informationen unter: https://www.pro-bauherr.com/.
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