Streit, Ukraine-Kurs

Nach Streit um Ukraine-Kurs: Scholz trifft Macron und Tusk in Berlin

13.03.2024 - 06:30:20 | dpa.de

Vor dem Hintergrund massiver deutsch-französischer Differenzen in der Ukraine-Politik wird Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Freitag in Berlin mit dem französischen PrÀsidenten Emmanuel Macron und dem polnischen MinisterprÀsidenten Donald Tusk zusammenkommen.

Ein entsprechender Bericht des Nachrichtenportals "Politico" wurde der Deutschen Presse-Agentur in Regierungskreisen bestÀtigt. Es ist das erste Treffen des sogenannten Weimarer Dreiecks auf Spitzenebene seit Juni vergangenen Jahres.

Das GesprĂ€ch findet knapp drei Wochen nach der denkwĂŒrdigen Ukraine-Konferenz statt, zu der Macron rund 20 Staats- und Regierungschefs nach Paris eingeladen hatte. Sie mĂŒndete in einen Eklat. Auf der anschließenden Pressekonferenz schloss der französische PrĂ€sident die Entsendung von Bodentruppen nicht aus, woraufhin Scholz in den Tagen darauf mehrfach öffentlich widersprach. "Um es klipp und klar zu sagen: Als deutscher Bundeskanzler werde ich keine Soldaten unserer Bundeswehr in die Ukraine entsenden", sagte er.

Tusk hat ebenfalls deutlich gemacht, dass er keine Entsendung von Bodentruppen in die Ukraine beabsichtige. Sein Außenminister Radoslaw Sikorski Ă€ußerte sich allerdings positiv zum Vorstoß Macrons: "Die PrĂ€senz von Nato-Truppen in der Ukraine ist nicht undenkbar. Ich begrĂŒĂŸe die Initiative von Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron", schrieb er am Freitag auf der Plattform X (vormals Twitter).

Das GesprĂ€chsformat "Weimarer Dreieck" war im August 1991 von den damaligen Außenministern Hans-Dietrich Genscher, Roland Dumas und Krzysztof Skubiszewski im thĂŒringischen Weimar gegrĂŒndet worden. Es diente zunĂ€chst vor allem der HeranfĂŒhrung Polens und anderer osteuropĂ€ischer Staaten an die EuropĂ€ische Union und an die Nato. Zwischenzeitlich verlor das Dreieck deutlich an Bedeutung. Im Februar 2022 fand erstmals seit vielen Jahren wieder ein Spitzentreffen statt, zwei weitere folgten dann 2023.

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