GESAMT-ROUNDUP, Israel

GESAMT-ROUNDUP: Israel weist Genozid-Vorwurf zurĂŒck - MilitĂ€rschlĂ€ge gegen Huthi

12.01.2024 - 16:22:48 | dpa.de

Vor dem Internationalen Gerichtshof hat Israel den Vorwurf des Völkermords zurĂŒckgewiesen.

Die Klage SĂŒdafrikas sei haltlos und mĂŒsse abgewiesen werden, forderte Israels Rechtsvertreter am Freitag vor dem Weltgericht in Den Haag. Mit einer ersten Entscheidung der Richter wird vor dem 6. Februar gerechnet.

Nach MilitĂ€rschlĂ€gen der USA, Großbritanniens und weiterer VerbĂŒndeter gegen Huthi-Stellungen im Jemen zeigten sich mehrere arabische Staaten besorgt ĂŒber die Sicherheitslage in der Region. Die Angriffe aus der Luft und von See in der Nacht zum Freitag waren eine Reaktion auf wiederholte Attacken der Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer, die zunehmend Auswirkungen auf den Welthandel zeigen.

Ziel der Huthi ist, ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen zu erzwingen. Die EU berĂ€t ĂŒber einen eigenen MilitĂ€reinsatz zum Schutz der Handelsschifffahrt im Roten Meer.

Israel pocht auf Recht auf Selbstverteidigung

Die Anhörungen in dem Genozid-Verfahren in Den Haag wurden von Demonstrationen Hunderter AnhĂ€nger Israels und der PalĂ€stinenser begleitet. SĂŒdafrika hatte Israel die Verletzung der Völkermord-Konvention vorgeworfen.

Die Richter beraten nun ĂŒber einen Eilantrag SĂŒdafrikas, ein Ende der militĂ€rischen Handlungen anzuordnen. Israel wies diese Forderung zurĂŒck, da dem Land das Recht auf Selbstverteidigung genommen werde. Ein Hauptverfahren zum Völkermord-Vorwurf kann sich ĂŒber Jahre hinziehen.

Israel reagiert mit seinen EinsÀtzen auf das schlimmste Massaker in seiner Geschichte. Am 7. Oktober töteten Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen in Israel mehr als 1200 Menschen. Israel geht davon aus, dass noch 136 Geiseln im Gazastreifen festgehalten werden. 25 davon sind vermutlich nicht mehr am Leben.

UN-MenschenrechtsbĂŒro: Israel verstĂ¶ĂŸt gegen humanitĂ€res Völkerrecht

Israel verstĂ¶ĂŸt nach Angaben des UN-MenschenrechtsbĂŒros im Gazastreifen gegen die Grundprinzipien des humanitĂ€ren Völkerrechts. Der Hochkommissar fĂŒr Menschenrechte, Volker TĂŒrk, habe bereits betont, dass mit Verletzungen des humanitĂ€ren Völkerrechts das Risiko steige, wegen Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen zu werden, sagte eine Sprecherin des BĂŒros in Genf.

Infolge der israelischen MilitĂ€reinsĂ€tze sind nach jĂŒngsten Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde seit Kriegsbeginn 23 708 Menschen getötet und etwa 60 000 verletzt worden. Die Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

Deutschland unterstĂŒtzt MilitĂ€rschlĂ€ge gegen Huthi

Die MilitĂ€rschlĂ€ge gegen die Huthi seien eine Reaktion auf die "illegalen, gefĂ€hrlichen und destabilisierenden" Angriffe der Rebellen auf Schiffe im Roten Meer und beruhe auf dem Recht der Selbstverteidigung, heißt es in einer gemeinsamen ErklĂ€rung der Allianz, der neben den USA und Großbritannien die Niederlande, Kanada, Bahrain und Australien angehören. Sie wird auch von der Bundesregierung mitgetragen, wie Außenministerin Annalena Baerbock sagte.

Die Nato verwies auf eine Mitverantwortung des Iran. Die Huthi-KrĂ€fte wĂŒrden vom Iran unterstĂŒtzt, versorgt und ausgerĂŒstet, sagte Nato-Sprecher Dylan White am Freitag.

Huthi kĂŒndigen Vergeltung an und wollen Attacken fortsetzen

Nach Angaben der Huthi wurden bei den Angriffen fĂŒnf ihrer Mitglieder getötet und mehrere verletzt. Sie drohten nach Angaben des Fernsehsenders Al Massirah mit Vergeltung und kĂŒndigten an, die Angriffe auf angeblich mit Israel in Verbindung stehende Handelsschiffe im Roten Meer fortzusetzen.

Russland verurteilte die SchlĂ€ge der USA und ihrer VerbĂŒndeten und beantragte fĂŒr Freitag eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Auch aus dem Iran kam Kritik an dem Vorgehen und Warnungen vor wachsender Unsicherheit und InstabilitĂ€t in der Region.

EU plant eigenen MilitÀreinsatz im Roten Meer

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat der AuswĂ€rtige Dienst der EU erste VorschlĂ€ge fĂŒr den Start eines neuen gemeinsamen europĂ€ischen MilitĂ€reinsatzes im Roten Meer erarbeitet. Sie sehen unter anderem die Entsendung von Kriegsschiffen und luftgestĂŒtzten FrĂŒhwarnsystemen in das Konfliktgebiet vor. Letztere könnten zum Beispiel AufklĂ€rungsflugzeuge sein. Deutschland unterstĂŒtzt die Planungen. Die Außenminister der EU-Staaten sollen bei einem Treffen am 22. Januar ĂŒber eine mögliche Beteiligung der EU an der US-Initiative zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Roten Meer beraten. Der EU-Einsatz könnte dann bereits im Februar gestartet werden.

Israels Armee: Dutzende Terroristen im Gazastreifen getötet

Israels Armee tötete nach eigener Darstellung Dutzende Terroristen im Gazastreifen. Darunter seien auch am Massaker am 7. Oktober in Israel beteiligte Kommandeure gewesen, teilte das MilitĂ€r am Freitag mit. Allein im FlĂŒchtlingsviertel Al-Maghasi im Zentrum des KĂŒstengebiets töteten Soldaten den Angaben zufolge am Donnerstag 20 Terroristen. In Chan Junis im SĂŒden des Gazastreifens habe die Armee unter anderem aus der Luft ein MilitĂ€rgelĂ€nde der islamistischen Hamas angegriffen.

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