VW-Betriebsratswahl, Metall

VW-Betriebsratswahl: IG Metall verliert acht Prozentpunkte

20.06.2026 - 00:39:14 | boerse-global.de

Die IG Metall büßt bei den VW-Betriebsratswahlen acht Prozentpunkte ein, während unabhängige Listen zulegen. Der Sparkurs des Konzerns sorgt für Unruhe.

VW-Betriebsratswahl 2026: IG Metall verliert deutlich an Einfluss
VW-Betriebsratswahl - Eine stilisierte Wahlurne mit 'VW'-Logo auf einem Fabrikboden, umgeben von zerknüllten Stimmzetteln, symbolisiert Machtverschiebung bei VW. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während die IG Metall in der Gesamtbranche zulegt, bröckelt ihre Macht im Wolfsburger Stammkonzern.

Bei den turnusmäßigen Betriebsratswahlen 2026 erreichte die IG Metall bei Volkswagen nur noch 85 Prozent der Sitze. 2022 waren es noch 93 Prozent. Von den Verlusten profitierten vor allem unabhängige Gruppierungen und rechte Listen.

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Krisenstimmung erschüttert VW-Belegschaft

Die Wahlergebnisse fallen in eine Phase massiver Umstrukturierungen. Vorstandschef Oliver Blume verteidigte auf der Hauptversammlung am 18. Juni die Sparstrategie: Das Geschäftsmodell funktioniere in der bestehenden Form nicht mehr, die Risikolage sei so hoch wie nie zuvor. Eine interne Umfrage unter Führungskräften Ende 2025 hatte ergeben: Die Mehrheit stuft die Lage als existenzgefährdend ein.

Das Sparprogramm ist gewaltig. Sechs Milliarden Euro jährlich sollen die Kosten sinken, die Investitionen um 30 Milliarden Euro runter. Bis 2030 sind konzernweit bis zu 50.000 Stellen geplant. 28.000 Mitarbeiter haben bereits freiwillige Ausscheidensvereinbarungen unterschrieben. Die Produktionskapazität europäischer Werke soll um weitere 500.000 Fahrzeuge fallen.

Branchenweit läuft es für die IG Metall besser

Im Rest der Metall- und Elektroindustrie sieht die Lage anders aus. Branchenweit steigerte die IG Metall ihren Anteil auf 74 Prozent – ein Plus von vier Prozentpunkten. In Bayern stellt die Gewerkschaft bei 87 Prozent der Betriebsräte den Vorsitz.

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Kritik am Sparkurs – und Widerstand aus der Belegschaft

Analysten von Union Investment und der Deka kritisierten auf der Hauptversammlung: Ein reines Sparprogramm sei keine Zukunftstrategie. Volkswagen müsse wieder attraktivere Modelle entwickeln. Besonders die sinkenden Gewinne und die aus Aktionärssicht zu niedrige Dividende sorgen für Unmut.

IG Metall und Betriebsrat kündigten Widerstand gegen mögliche Werksschließungen an. Der Standort Kassel (Baunatal) gilt durch den Zuschlag für die neue SSP-Plattform als gesichert. An anderen Standorten bleibt die Lage ungewiss. Finanzvorstand Arno Antlitz verwies auf den Druck durch chinesische Wettbewerber, die hocheffiziente Fabriken in Europa errichteten.

Trotz aller Kritik am Management: Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch wurde mit 98,5 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Ein detailliertes Konzept zur Neuausrichtung will Oliver Blume am 9. Juli präsentieren.

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