VW-Dieselskandal, Landgericht Braunschweig

VW-Dieselskandal: Prozess gegen drei Ex-Manager verzögert sich

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 13:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Auftakt des vierten großen Strafverfahrens zur VW-Dieselaffäre verschiebt sich wegen des Fehlens eines Angeklagten aus gesundheitlichen Gründen. Die Verhandlung soll am 5. November fortgesetzt werden; ein weiteres Verfahren ist für den 24. November angesetzt.

Elf Jahre nach dem Dieselskandal

  • Am Landgericht Braunschweig sollte am 2. November der vierte große Betrugsprozess beginnen.
  • Die Anklage richtet sich gegen drei ehemalige Führungskräfte und umfasst auch den Vorwurf einer uneidlichen Falschaussage.
  • Der Prozess wurde bis zum 5. November unterbrochen, während für 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 geplant ist.
Ein weiterer Prozess zur VW-Dieselaffäre konnte nicht wie geplant beginnen. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa Pool/dpa

VW-Dieselskandal: Prozessauftakt in Braunschweig verzögert

Mehr als elf Jahre nach dem Bekanntwerden der Dieselmanipulationen ist der Auftakt des vierten großen Betrugsprozesses gegen ehemalige VW-Führungskräfte in Braunschweig verschoben worden. Einer der drei Angeklagten fehlte am Montag aus gesundheitlichen Gründen, die Anklage wurde deshalb nicht verlesen.

Gericht setzt Verfahren bis Donnerstag aus

Nach einer Unterbrechung erklärte der Vorsitzende Richter, der Betroffene sei aus Sicht des Gerichts nicht ausreichend entschuldigt. Der Prozess wurde bis Donnerstag, 5. November, unterbrochen.

Den drei ehemaligen Führungskräften wird unter anderem vorgeworfen, die illegale Abschalteinrichtung mitentwickelt oder nicht gegen deren Weiterentwicklung eingeschritten zu sein. Einem Angeklagten wird außerdem eine uneidliche Falschaussage vorgeworfen.

Software erkannte Testsituationen

Die Dieselaffäre wurde im September 2015 öffentlich, nachdem US-Behörden manipulierte Fahrzeuge nachgewiesen hatten. Die Software erkannte Testsituationen und senkte dort die Stickoxid-Emissionen; im normalen Fahrbetrieb lagen die Werte deutlich höher.

Der Skandal kostete den damaligen VW-Chef Martin Winterkorn sein Amt und den Konzern Milliarden. Weltweit waren mehrere Millionen Fahrzeuge betroffen.

Erstes Urteil wird überprüft

Das erste große Betrugsverfahren in Braunschweig endete im Mai 2025 nach mehreren Jahren mit zwei Haft- und zwei Bewährungsstrafen. Die Verurteilten legten Revision ein und bezeichneten sich als Bauernopfer; eine Entscheidung ist bislang nicht absehbar.

Winterkorns Verfahren war aus gesundheitlichen Gründen abgetrennt und wegen Verhandlungsunfähigkeit vorläufig eingestellt worden. Vor Gericht hatte er jede strafrechtliche Verantwortung zurückgewiesen.

Zwei weitere Prozesse bis Ende 2028

Das aktuelle Verfahren richtete sich zunächst gegen elf Beschuldigte. Gegen acht von ihnen wurde es nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen Geldauflagen eingestellt. Für die drei verbliebenen Angeklagten sind 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 angesetzt.

Am 24. November soll in Braunschweig der fünfte und voraussichtlich letzte Prozess beginnen. Angeklagt sind sieben ehemalige Führungskräfte und Mitarbeiter des Konzerns; auch dieses Verfahren soll 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 dauern.

Der verzögerte Auftakt zeigt, wie langwierig die strafrechtliche Aufarbeitung der Volkswagen-Dieselaffäre ist. Mehr als elf Jahre nach dem Bekanntwerden der Manipulationen stehen weiterhin mehrere ehemalige Führungskräfte im Fokus der Justiz. Das Landgericht Braunschweig bündelt damit einen wesentlichen Teil der deutschen Strafverfahren gegen frühere Verantwortliche.

Langwierige Verfahren in Braunschweig

Die Dimension des Komplexes erklärt sich auch aus der Zahl der Beschuldigten, der technischen Fragen und der notwendigen Prüfung individueller Verantwortlichkeiten. Das nun betroffene Verfahren war zunächst gegen elf Beschuldigte gerichtet; bei acht von ihnen wurde es gegen Geldauflagen eingestellt. Für die drei verbliebenen Angeklagten sind 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 vorgesehen.

Der zeitliche Abstand zum Skandal prägt auch die weitere Aufarbeitung. Das erste große Braunschweiger Betrugsverfahren endete im Mai 2025 mit Haft- und Bewährungsstrafen, doch die Verurteilten legten Revision ein. Eine Entscheidung darüber ist nicht absehbar. Zugleich wurde das Verfahren gegen Martin Winterkorn wegen Verhandlungsunfähigkeit vorläufig eingestellt.

Weitere Anklage im November

Mit dem für den 24. November geplanten fünften Verfahren steht bereits der nächste große Komplex bevor. Dort sollen sieben frühere Führungskräfte und Mitarbeiter vor Gericht stehen; auch dafür sind 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 angesetzt. Für Verbraucher und Aktionäre bleibt die strafrechtliche Klärung deshalb relevant, weil sie Verantwortlichkeiten, mögliche Rechtsfolgen und die Bewertung des jahrelangen Umgangs mit manipulierten Abgaswerten betrifft.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

NDR: „Dieselskandal bei VW: Prozess gegen Ex-Mitarbeiter startet“ (02.11.2026)

Der NDR ordnet den Prozess als Verfahren gegen drei ehemalige VW-Führungskräfte ein und nennt den Vorwurf der Mitentwicklung einer illegalen Software. Anders als die dpa-Meldung erläutert der Beitrag außerdem die behaupteten wirtschaftlichen Motive und verweist auf den für den 24. November geplanten Prozess gegen sieben weitere Beschuldigte.

n-tv: „Der Börsen-Tag: Zwei neue Prozesse zum VW-Dieselskandal“ (02.11.2026)

n-tv hebt den größeren zeitlichen Rahmen hervor: Im November sollen zwei weitere Strafprozesse gegen insgesamt zehn Angeklagte beginnen. Der Beitrag bestätigt die Vorwürfe und die geplante Dauer bis Ende 2028, berichtet jedoch nicht über die gesundheitlich bedingte Verzögerung des Auftakts.

Beide Beiträge stimmen beim Umfang der weiteren Verfahren und beim geplanten Prozess gegen sieben Beschuldigte überein. Der Schwerpunkt reicht dabei von den konkreten Vorwürfen bis zur langfristigen Fortsetzung der strafrechtlichen Aufarbeitung.

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