VW-Dieselskandal, Landgericht Braunschweig

VW-Dieselskandal: Prozess gegen drei Ex-Manager verzögert sich

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 14:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Auftakt des vierten großen Betrugsprozesses gegen ehemalige VW-FĂŒhrungskrĂ€fte ist in Braunschweig wegen des Fehlens eines Angeklagten verschoben worden. Die Verhandlung soll am 5. November fortgesetzt werden; ein weiteres Verfahren ist fĂŒr den 24. November angesetzt.

Verfahrensplan in Braunschweig

  • Das Landgericht Braunschweig setzte die Fortsetzung des vierten Prozesses fĂŒr Donnerstag, den 5. November, an.
  • Das Verfahren startete ursprĂŒnglich mit elf Beschuldigten; gegen acht wurde gegen Geldauflagen eingestellt.
  • Der fĂŒnfte Prozess soll am 24. November gegen sieben ehemalige FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeiter beginnen.
  • Ein weiterer Prozess zur VW-DieselaffĂ€re konnte nicht wie geplant beginnen. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • Die Listen mit Terminen fĂŒr VW-Prozess sind endlos lang. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • Einer der drei beschuldigten ehemaligen VW-FĂŒhrungskrĂ€fte. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • Einer der drei Beschuldigten im vierten Betrugsprozess zur DieselaffĂ€re. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Ein weiterer Prozess zur VW-DieselaffĂ€re konnte nicht wie geplant beginnen.  - Bild: Julian Stratenschulte/dpa Die Listen mit Terminen fĂŒr VW-Prozess sind endlos lang.  - Bild: Julian Stratenschulte/dpa Einer der drei beschuldigten ehemaligen VW-FĂŒhrungskrĂ€fte.  - Bild: Julian Stratenschulte/dpa Einer der drei Beschuldigten im vierten Betrugsprozess zur DieselaffĂ€re.  - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

VW-Dieselskandal prÀgt weiter Strafverfahren in Braunschweig

Der vierte grĂ¶ĂŸere Betrugsprozess zum VW-Dieselskandal hat am Montag am Landgericht Braunschweig nicht wie geplant begonnen, weil einer der drei Angeklagten aus gesundheitlichen GrĂŒnden fehlte. Nach einer Unterbrechung erklĂ€rte der Vorsitzende Richter, der Betroffene sei aus Sicht des Gerichts nicht ausreichend entschuldigt.

Anklage wird am Donnerstag erwartet

Die Anklageschrift wurde deshalb nicht verlesen. Das Gericht unterbrach den Prozess bis Donnerstag, 5. November.

Den drei ehemaligen FĂŒhrungskrĂ€ften wird unter anderem vorgeworfen, die illegale Abschalteinrichtung mitentwickelt oder nicht gegen ihre Weiterentwicklung eingeschritten zu sein. Gegen einen Angeklagten richtet sich zudem der Vorwurf einer uneidlichen Falschaussage.

Manipulationen kamen 2015 ans Licht

Die DieselaffĂ€re wurde im September 2015 öffentlich, nachdem US-Behörden manipulierte Dieselfahrzeuge nachgewiesen hatten. Die Software erkannte Testsituationen und senkte dabei den Stickoxid-Ausstoß, wĂ€hrend die Emissionen im normalen Fahrbetrieb deutlich höher blieben.

Der Skandal kostete den damaligen VW-Chef Martin Winterkorn das Amt und den Konzern Milliarden. Weltweit waren mehrere Millionen Fahrzeuge betroffen.

Erstes Urteil wird ĂŒberprĂŒft

Im Mai 2025 endete der erste Betrugsprozess in Braunschweig nach mehreren Jahren mit einem Urteil. Zwei der vier Angeklagten erhielten Haftstrafen, zwei weitere BewÀhrungsstrafen; die Verurteilten legten Revision ein.

Winterkorns Verfahren war wegen gesundheitlicher GrĂŒnde abgetrennt und spĂ€ter wegen VerhandlungsunfĂ€higkeit vorlĂ€ufig eingestellt worden. Der frĂŒhere VW-Chef hatte eine strafrechtliche Verantwortung vor Gericht zurĂŒckgewiesen.

Zwei Verfahren mit langen ZeitplÀnen

Das aktuelle Verfahren richtete sich zunÀchst gegen elf Beschuldigte. Gegen acht von ihnen wurde das Verfahren nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen Geldauflagen eingestellt.

FĂŒr den Prozess sind 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 angesetzt. Am 24. November soll in Braunschweig zudem der fĂŒnfte und voraussichtlich letzte Prozess beginnen; dort stehen sieben ehemalige FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeiter im Zentrum. Auch dafĂŒr sind 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 vorgesehen.

Der verzögerte Auftakt zeigt, wie langwierig die strafrechtliche Aufarbeitung des VW-Dieselskandals ist. Mehr als elf Jahre nach dem Bekanntwerden der Manipulationen stehen in Braunschweig weiterhin mehrere Verfahren aus.

Im Zentrum des vierten Prozesses stehen drei ehemalige FĂŒhrungskrĂ€fte. Die VorwĂŒrfe reichen von der Mitentwicklung der Abschalteinrichtung bis zum unterlassenen Einschreiten gegen ihre Weiterentwicklung; einem Angeklagten wird zudem eine uneidliche Falschaussage vorgeworfen. Das Gericht muss nun zunĂ€chst klĂ€ren, ob das Verfahren am 5. November regulĂ€r fortgesetzt werden kann.

Langfristige juristische Folgen

Die Dimension des Verfahrens zeigt sich auch am angesetzten Umfang von 150 Verhandlungstagen bis Ende 2028. Parallel steht am 24. November ein weiteres Verfahren gegen sieben frĂŒhere FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeiter an, ebenfalls mit einem bis Ende 2028 geplanten Prozessumfang von 150 Tagen.

FĂŒr Betroffene und die Öffentlichkeit bedeutet die lange Dauer, dass zentrale strafrechtliche Fragen erst Jahre nach dem Skandal abschließend geklĂ€rt werden. Auch die Revision gegen das Urteil im ersten Braunschweiger Betrugsprozess ist noch nicht entschieden; damit bleiben sowohl individuelle Verantwortlichkeiten als auch mögliche weitere Konsequenzen offen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Dieselskandal bei VW - Angeklagter fehlt bei Prozessauftakt“ (02.11.2026)

Der Beitrag hebt hervor, dass der Verteidiger wegen starker RĂŒckenprobleme eine vorlĂ€ufige Einstellung beantragt habe. Anders als die dpa-Meldung beschreibt er außerdem die Position der Staatsanwaltschaft und den fĂŒr Donnerstag vorgesehenen Fortsetzungstermin.

stern: „VW-AbgasaffĂ€re: Prozess zum VW-Dieselskandal verzögert“ (02.11.2026)

Der Artikel bestĂ€tigt den verzögerten Beginn, die Unterbrechung bis zum 5. November und die geplanten 150 Verhandlungstage. Einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt legt er auf die Vorgeschichte des Skandals, das vorlĂ€ufig eingestellte Verfahren gegen Martin Winterkorn und den fĂŒnften Prozess im November.

Übereinstimmend steht die Verzögerung wegen des fehlenden Angeklagten im Mittelpunkt. Unterschiede ergeben sich vor allem bei den ergĂ€nzten Details zu den AntrĂ€gen der Verteidigung, zur Haltung der Staatsanwaltschaft und zum weiteren Verfahrensablauf.

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