VW-Dieselskandal: Prozess gegen drei Ex-Manager verzögert sich
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 14:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVerfahrensplan in Braunschweig
- Das Landgericht Braunschweig setzte die Fortsetzung des vierten Prozesses fĂŒr Donnerstag, den 5. November, an.
- Das Verfahren startete ursprĂŒnglich mit elf Beschuldigten; gegen acht wurde gegen Geldauflagen eingestellt.
- Der fĂŒnfte Prozess soll am 24. November gegen sieben ehemalige FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeiter beginnen.
VW-Dieselskandal prÀgt weiter Strafverfahren in Braunschweig
Der vierte gröĂere Betrugsprozess zum VW-Dieselskandal hat am Montag am Landgericht Braunschweig nicht wie geplant begonnen, weil einer der drei Angeklagten aus gesundheitlichen GrĂŒnden fehlte. Nach einer Unterbrechung erklĂ€rte der Vorsitzende Richter, der Betroffene sei aus Sicht des Gerichts nicht ausreichend entschuldigt.
Anklage wird am Donnerstag erwartet
Die Anklageschrift wurde deshalb nicht verlesen. Das Gericht unterbrach den Prozess bis Donnerstag, 5. November.
Den drei ehemaligen FĂŒhrungskrĂ€ften wird unter anderem vorgeworfen, die illegale Abschalteinrichtung mitentwickelt oder nicht gegen ihre Weiterentwicklung eingeschritten zu sein. Gegen einen Angeklagten richtet sich zudem der Vorwurf einer uneidlichen Falschaussage.
Manipulationen kamen 2015 ans Licht
Die DieselaffĂ€re wurde im September 2015 öffentlich, nachdem US-Behörden manipulierte Dieselfahrzeuge nachgewiesen hatten. Die Software erkannte Testsituationen und senkte dabei den Stickoxid-AusstoĂ, wĂ€hrend die Emissionen im normalen Fahrbetrieb deutlich höher blieben.
Der Skandal kostete den damaligen VW-Chef Martin Winterkorn das Amt und den Konzern Milliarden. Weltweit waren mehrere Millionen Fahrzeuge betroffen.
Erstes Urteil wird ĂŒberprĂŒft
Im Mai 2025 endete der erste Betrugsprozess in Braunschweig nach mehreren Jahren mit einem Urteil. Zwei der vier Angeklagten erhielten Haftstrafen, zwei weitere BewÀhrungsstrafen; die Verurteilten legten Revision ein.
Winterkorns Verfahren war wegen gesundheitlicher GrĂŒnde abgetrennt und spĂ€ter wegen VerhandlungsunfĂ€higkeit vorlĂ€ufig eingestellt worden. Der frĂŒhere VW-Chef hatte eine strafrechtliche Verantwortung vor Gericht zurĂŒckgewiesen.
Zwei Verfahren mit langen ZeitplÀnen
Das aktuelle Verfahren richtete sich zunÀchst gegen elf Beschuldigte. Gegen acht von ihnen wurde das Verfahren nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen Geldauflagen eingestellt.
FĂŒr den Prozess sind 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 angesetzt. Am 24. November soll in Braunschweig zudem der fĂŒnfte und voraussichtlich letzte Prozess beginnen; dort stehen sieben ehemalige FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeiter im Zentrum. Auch dafĂŒr sind 150 Verhandlungstage bis Ende 2028 vorgesehen.
Der verzögerte Auftakt zeigt, wie langwierig die strafrechtliche Aufarbeitung des VW-Dieselskandals ist. Mehr als elf Jahre nach dem Bekanntwerden der Manipulationen stehen in Braunschweig weiterhin mehrere Verfahren aus.
Im Zentrum des vierten Prozesses stehen drei ehemalige FĂŒhrungskrĂ€fte. Die VorwĂŒrfe reichen von der Mitentwicklung der Abschalteinrichtung bis zum unterlassenen Einschreiten gegen ihre Weiterentwicklung; einem Angeklagten wird zudem eine uneidliche Falschaussage vorgeworfen. Das Gericht muss nun zunĂ€chst klĂ€ren, ob das Verfahren am 5. November regulĂ€r fortgesetzt werden kann.
Langfristige juristische Folgen
Die Dimension des Verfahrens zeigt sich auch am angesetzten Umfang von 150 Verhandlungstagen bis Ende 2028. Parallel steht am 24. November ein weiteres Verfahren gegen sieben frĂŒhere FĂŒhrungskrĂ€fte und Mitarbeiter an, ebenfalls mit einem bis Ende 2028 geplanten Prozessumfang von 150 Tagen.
FĂŒr Betroffene und die Ăffentlichkeit bedeutet die lange Dauer, dass zentrale strafrechtliche Fragen erst Jahre nach dem Skandal abschlieĂend geklĂ€rt werden. Auch die Revision gegen das Urteil im ersten Braunschweiger Betrugsprozess ist noch nicht entschieden; damit bleiben sowohl individuelle Verantwortlichkeiten als auch mögliche weitere Konsequenzen offen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âDieselskandal bei VW - Angeklagter fehlt bei Prozessauftaktâ (02.11.2026)
Der Beitrag hebt hervor, dass der Verteidiger wegen starker RĂŒckenprobleme eine vorlĂ€ufige Einstellung beantragt habe. Anders als die dpa-Meldung beschreibt er auĂerdem die Position der Staatsanwaltschaft und den fĂŒr Donnerstag vorgesehenen Fortsetzungstermin.
stern: âVW-AbgasaffĂ€re: Prozess zum VW-Dieselskandal verzögertâ (02.11.2026)
Der Artikel bestĂ€tigt den verzögerten Beginn, die Unterbrechung bis zum 5. November und die geplanten 150 Verhandlungstage. Einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt legt er auf die Vorgeschichte des Skandals, das vorlĂ€ufig eingestellte Verfahren gegen Martin Winterkorn und den fĂŒnften Prozess im November.
Ăbereinstimmend steht die Verzögerung wegen des fehlenden Angeklagten im Mittelpunkt. Unterschiede ergeben sich vor allem bei den ergĂ€nzten Details zu den AntrĂ€gen der Verteidigung, zur Haltung der Staatsanwaltschaft und zum weiteren Verfahrensablauf.
