VW-Krise, Beschäftigte

VW-Krise: 8.000 Beschäftigte in Zwickau bangen um Zukunft

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 19:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Volkswagen will ein Viertel der Managementstellen streichen, während Betriebsrat und IG Metall für mehrere Werke fehlende Perspektiven beklagen.

Volkswagen: Stellenabbau und Unsicherheit für Werke nach Versammlungen
Leere Montagehalle eines Automobilwerks mit modernen Fertigungsrobotern bei gedimmter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach den jüngsten Betriebsversammlungen am 26. August 2026 an den Standorten Emden und Zwickau zeigt sich die Arbeitnehmerseite unzufrieden mit den Ergebnissen der Gespräche mit dem Konzernvorstand.

Thomas Knabel von der IG Metall Zwickau kritisierte im Anschluss an das Zusammentreffen, dass entscheidende Fragen zur langfristigen Ausrichtung und Sicherung der Standorte nicht beantwortet worden seien. VW-Chef Oliver Blume hatte die Versammlungen genutzt, um die Belegschaft über die wirtschaftliche Lage und geplante Umstrukturierungen zu informieren.

Stellenabbau im Management und Fokus auf Arbeitskosten

Während seines Besuchs in Emden und Zwickau am 26. August 2026 kündigte Konzernchef Oliver Blume tiefgreifende Veränderungen in der Verwaltungsstruktur an. Im Management des Automobilherstellers solle ein Viertel der Stellen abgebaut werden.

Als Begründung für den strikten Sparkurs führte Blume unter anderem die Standortkosten in Deutschland an. Die Arbeitskosten an den hiesigen Standorten lägen laut seinen Ausführungen mehr als doppelt so hoch wie an vergleichbaren europäischen Produktionsstätten.

Diese Kostenstruktur belaste die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns erheblich. Blume erklärte vor den Beschäftigten, dass für die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm derzeit noch keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre feststehe. Damit bleibt die langfristige Auslastung dieser Standorte ein zentraler Streitpunkt zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretern.

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Ungewisse Perspektiven für sächsische und niedersächsische Standorte

Die Stimmung unter den Mitarbeitern wird nach dem Besuch des Vorstandsvorsitzenden als angespannt beschrieben. Mike Rösler, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von VW Sachsen, berichtete nach der Versammlung von einer gemischten Stimmung innerhalb der Belegschaft. Insbesondere am Standort Zwickau, an dem aktuell rund 8.000 Beschäftigte tätig sind, herrsche laut Thomas Knabel von der IG Metall eine große Ungewissheit über die Zeit nach 2030.

Die Gewerkschaft sieht die Zukunft des Werks in Sachsen kritisch, da konkrete Zusagen für neue Modelle oder Projekte über das aktuelle Jahrzehnt hinaus fehlen. Die Unsicherheit betrifft dabei nicht nur die Produktion, sondern die gesamte strategische Rolle des Werks im Konzernverbund.

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Personalabbau und alternative Beschäftigungsmodelle in Zwickau

Der Standort Zwickau hat bereits in der jüngeren Vergangenheit einen deutlichen Personalrückgang erfahren. Nach Angaben des dortigen Betriebsrates sank die Zahl der Beschäftigten von ehemals 11.000 auf nunmehr 8.000 Personen. Zuletzt seien weitere 1.000 Arbeitsplätze abgebaut worden, was die hochgradige Unsicherheit unter den verbliebenen Mitarbeitern weiter verstärkt habe.

Um die drohende Beschäftigungslücke zu schließen und neue Aufgabenfelder zu erschließen, brachte der Betriebsrat in Zwickau alternative Konzepte ins Gespräch. Dazu gehöre die Demontage von Gebrauchtwagen als neues Geschäftsfeld. Nach Planungen der Arbeitnehmervertreter könnten in diesem Bereich bis zu 1.000 Mitarbeiter eingesetzt werden.

Ob und wie solche Modelle in die Konzernstrategie integriert werden können, blieb nach der Betriebsversammlung am 26. August 2026 jedoch offen. Das Management hat sich zu diesen spezifischen Vorschlägen bislang nicht abschließend geäußert.

Mehr zum Thema bei taz: „Zukunft von Volkswagen: VW-Beschäftigte in Zwickau bangen“

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