VW-Sparkurs: Bis zu 100.000 ArbeitsplÀtze gefÀhrdet
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 23:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Arbeitssoziologe Martin Kuhlmann vom SOFI Göttingen warnte heute, die aktuelle Krise gefĂ€hrde den notwendigen Interessenausgleich. Angesichts drohender WerksschlieĂungen sei eine faire Kompromisslösung zwingend erforderlich.
Renditeziele treiben Stellenabbau voran
Konzernchef Oliver Blume will die Rendite von rund 3 auf 8 bis 10 Prozent steigern. DafĂŒr stehen tiefgreifende Einschnitte im Raum. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hĂ€lt den Abbau von bis zu 100.000 ArbeitsplĂ€tzen fĂŒr möglich.
HauptgrĂŒnde fĂŒr den Druck: die hohen Produktionskosten in Deutschland, die schwache Nachfrage in China und die mangelnde Auslastung der Werke. Deutsche Standorte haben einen Kostennachteil von rund 20 Prozent gegenĂŒber Werken in Osteuropa.
Zur Senkung der Arbeitskosten schlĂ€gt der Vorstand vor, die 40-Stunden-Woche ĂŒber fĂŒnf Jahre ohne Lohnausgleich einzufĂŒhren. Das wĂŒrde die Kosten um bis zu 15 Prozent senken. Die wirtschaftliche Dringlichkeit ist enorm: 2025 verzeichnete VW einen GewinnrĂŒckgang von 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.
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Belegschaft wehrt sich
In den betroffenen Werken formiert sich Widerstand. In Baunatal warten rund 15.000 BeschÀftigte auf Antworten zum Sparkurs. Die IG Metall hat bereits Proteste vor dem Werk Kassel gestartet.
FĂŒr Ende August sind Betriebsversammlungen in neun Werken geplant. Die Arbeitnehmerseite verweist auf die erheblichen GewinnrĂŒcklagen von 161 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr schĂŒttete der Konzern zudem 2,6 Milliarden Euro an die AktionĂ€re aus.
Keine Staatshilfe in Sicht
Hessens MinisterprÀsident Boris Rhein erteilte Staatshilfen heute eine Absage. Die Haushaltslage lasse das nicht zu, zudem sei der Staat bereits beteiligt. Rhein sprach sich zudem gegen das Verbrenner-Aus aus.
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Strategische Risiken kommen aus China. WĂ€hrend VW Importe aus chinesischer Produktion prĂŒft, warnte Merics-Direktor Mikko Huotari vor diesem Schritt. Er verwies auf unfaire Wettbewerbsbedingungen. Alternativ wird vorgeschlagen, freie KapazitĂ€ten fĂŒr andere Zwecke wie die RĂŒstungsproduktion zu nutzen.
Die Börse reagiert nervös. Die VW-Vorzugsaktie fiel heute zeitweise unter 73 Euro â ein klares Zeichen fĂŒr die anhaltende Unsicherheit der Investoren.
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