VW-Sparpaket: 100.000 Stellen und vier Werke bis 2034 gefährdet
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 18:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der VW-Aufsichtsrat hat am Donnerstag in Wolfsburg über ein milliardenschweres Sparpaket beraten – begleitet von massiven Protesten der Belegschaft.
Proteste vor der Konzernzentrale
An allen deutschen VW-Standorten kam es zu Aktionen. In Wolfsburg versammelten sich hunderte Mitarbeiter vor dem Tagungsort. Die Sitzung begann mit rund einer Stunde Verspätung.
Betriebsratschefin Daniela Cavallo kritisierte den Vorstand scharf. Sie warf der Führung vor, Stellen nach dem Gießkannenprinzip streichen zu wollen – ohne tragfähige Vision. „Wir brauchen einen ganzheitlichen Zukunftsplan, der über reine Kostensenkungen hinausgeht“, so Cavallo. Auch IG-Metall-Chefin Christiane Benner kündigte massiven Widerstand an.
Bis zu 100.000 Stellen weg – vier Werke vor dem Aus
Im Zentrum der Beratungen steht das „Group Target Picture“ von Konzernchef Oliver Blume. Die Pläne sehen drastische Einschnitte vor:
- 100.000 Stellen sollen weltweit wegfallen
- Vier deutsche Werke drohen bis 2034 die Schließung: Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm
- 45 Milliarden Euro weniger Investitionen
- Ausgliederung der Kernmarke VW sowie Prüfung von Beteiligungen wie Seat oder Ducati
Ein Konzernsprecher bestätigte, der Abbau von Überkapazitäten sei notwendig.
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Land Niedersachsen stellt sich quer
Gegen die Werksschließungen regt sich breiter Widerstand. Das Land Niedersachsen, als Großaktionär im Aufsichtsrat vertreten, lehnt die Pläne ab. Arbeitnehmervertreter und regionale Politiker betonen die Bedeutung der Standorte für die Wirtschaftsstruktur.
Die Lage des Konzerns ist angespannt. Die VW-Aktie notiert auf einem Tiefstand seit dem Dieselskandal. Die Tochter Porsche verbuchte im ersten Halbjahr 2026 einen Absatzrückgang von 16 Prozent.
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Der Vorstand drängt auf schnelle Umsetzung. Der Betriebsrat pocht auf Verhandlungen über ein alternatives Konzept. Ergebnisse der Aufsichtsratssitzung wurden noch am Abend erwartet.
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