VW startet Batteriezellen-Großproduktion in Salzgitter
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 08:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVolkswagen will ab Mitte September in seiner neuen Batteriezellenfabrik im niedersächsischen Salzgitter die Großserienproduktion starten. In dem Werk soll dann sieben Tage die Woche rund um die Uhr produziert werden.
Produktionsziel bis Jahresende
Bis zum Jahresende plant der Konzern, in Salzgitter mindestens eine Million Batteriezellen zu fertigen. Diese Menge reicht nach Unternehmensangaben für rund 10.000 Elektroautos und markiert den Einstieg in die industrielle Eigenfertigung von Stromspeichern.
Die Batteriezellen aus Salzgitter sind zunächst für neue Elektrokleinwagen-Modelle vorgesehen, die Volkswagen in seinen spanischen Werken produziert. Der Chef der Batteriesparte PowerCo, Frank Blome, betonte, man müsse und werde liefern, um die Versorgung der Fahrzeuge sicherzustellen.
Neues Werk als Kern der Batterie-Strategie
Das etwa 2 Milliarden Euro teure Batteriezellen-Werk in Salzgitter ist das erste eigene Werk dieser Art im Volkswagen-Konzern. Europas größter Autohersteller will sich damit schrittweise aus der Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern für Batteriezellen lösen und zentrale Teile der Wertschöpfung ins Unternehmen holen.
Parallel dazu baut Volkswagen weitere Batteriewerke in Spanien und Kanada, um die Kapazitäten für kommende Elektromodelle zu erweitern und die Versorgung in verschiedenen Weltregionen abzusichern.
Anspruch auf Technologieführerschaft
Frank Blome machte deutlich, dass Volkswagen nicht nur den Rückstand gegenüber chinesischen Batterieherstellern wie CATL und BYD verringern will. Langfristig strebt der Konzern eine führende Rolle bei Batterietechnologien an.
Alles andere sei keine Option, sagte der oberste Batteriemanager. Ziel sei es, Produkte zu entwickeln, die besser sind als die derzeit am Markt verfügbaren Lösungen und damit die Leistungsfähigkeit der Elektrofahrzeuge des Konzerns weiter zu steigern.
Mit dem Start der Großserienproduktion von Batteriezellen in Salzgitter setzt Volkswagen einen zentralen Baustein seiner Elektrostrategie um. Die eigene Zellfertigung gilt als Schlüssel, um Kosten, Qualität und Lieferfähigkeit der Batterien besser kontrollieren zu können und damit die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt für Elektroautos zu sichern.
Strategische Bedeutung für Volkswagen
Das Werk in Salzgitter ist das erste eigene Batteriezellenwerk des Konzerns und mit rund 2 Milliarden Euro Investitionssumme ein Großprojekt, das die Transformation vom klassischen Motorenhersteller hin zu einem integrierten Anbieter elektrischer Antriebe sichtbar macht. Die geplante Produktion von mindestens einer Million Zellen bis Jahresende ist zwar gemessen am Weltmarkt noch relativ klein, markiert aber den Eintritt in industrielle Stückzahlen und schafft wertvolle Erfahrungen für weitere geplante Werke in Europa und Nordamerika.
Indem VW zunächst Elektrokleinwagen-Modelle aus spanischen Werken mit Zellen aus Salzgitter versorgt, verknüpft der Konzern seine Standorte über Ländergrenzen hinweg und stabilisiert die Lieferketten innerhalb des eigenen Verbunds. Gleichzeitig verringert der Hersteller die Abhängigkeit von asiatischen Lieferanten, was angesichts geopolitischer Spannungen und volatiler Rohstoffmärkte als wichtiger Risikopuffer gilt.
Wettbewerb und technologische Perspektive
Die explizite Zielsetzung, technologisch zu führenden Batterieherstellern aufzuschließen und diese perspektivisch zu übertreffen, zeigt den Anspruch von VW, nicht nur beim Fahrzeug, sondern auch bei Schlüsselkomponenten mitzuspielen. Dafür müssen Zellchemie, Fertigungsprozesse und Kostenstruktur kontinuierlich verbessert werden. Gelingt dies, könnte Volkswagen seinen Elektrofahrzeugen durch eigene Speicherlösungen einen Differenzierungsvorteil verschaffen – etwa über Reichweite, Ladegeschwindigkeit oder Lebensdauer der Batterien.
Für die Region Salzgitter bedeutet das Werk eine langfristige Perspektive im Wandel von der klassischen Motorenfertigung hin zu neuen Technologien. Gleichzeitig sendet der Produktionsstart ein Signal in den deutschen und europäischen Automarkt, dass große Hersteller die Elektromobilität weiter ausbauen und dazu tief in die eigene Wertschöpfung investieren.
