VW und IG Metall verhandeln am 30. September in Hannover
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 14:11 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVolkswagen, IG Metall und Betriebsrat treffen sich am 30. September in Hannover zu einem Überprüfungsgespräch über den Zukunftstarifvertrag von 2024. Im Mittelpunkt stehen die Zusagen für die Werke Emden, Zwickau und Hannover, deren Folgebelegung Volkswagen derzeit nicht gewährleisten kann.
Gespräch auf Grundlage der Revisionsklausel
IG Metall und Betriebsrat hatten Mitte September die Revisionsklausel des Vertrags gezogen und damit das Gespräch erzwungen. Anlass war ein erneut verschärfter Sparkurs, den das Management um VW-Konzernchef Oliver Blume zuvor vorgestellt hatte.
Volkswagen, IG Metall und Betriebsrat wollten sich zu dem Termin nicht äußern. Das Überprüfungsgespräch soll klären, wie die tarifvertraglichen Zusagen angesichts der aktuellen Planungen umgesetzt werden können.
Bis zu 60.000 weitere Stellen im Blick
Der Sparkurs sieht den Abbau von Überkapazitäten in Europa sowie den Wegfall von bis zu 60.000 weiteren Stellen vor. Bereits 2024 hatte Volkswagen mit den Arbeitnehmern den Abbau von 50.000 Stellen vereinbart, davon 35.000 bei der deutschen Volkswagen AG.
Tarifpolitischer Druck nimmt zu
Parallel bereitet die IG Metall die nächste Tarifrunde im VW-Haustarif vor. Die Gewerkschaft fordert für Beschäftigte und Auszubildende fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Haustarif gilt für rund 130.000 Beschäftigte an mehreren deutschen Standorten.
Das Überprüfungsgespräch am 30. September fällt in eine Phase, in der Volkswagen seine Standort- und Beschäftigungsplanung neu ordnet. Der Zukunftstarifvertrag von 2024 sollte den Abbau sozialverträglich organisieren und zugleich Perspektiven für einzelne Werke sichern. Mit der Revisionsklausel haben IG Metall und Betriebsrat nun ein vertraglich vorgesehenes Verfahren genutzt, um die zugesagten Perspektiven angesichts des verschärften Sparkurses erneut auf die Tagesordnung zu setzen.
Im Mittelpunkt stehen die Werke in Emden, Zwickau und Hannover. Für die Beschäftigten ist entscheidend, ob VW konkrete Folgebelegungen und Produktionsaufträge benennen kann. Die Frage reicht damit über einzelne Schichten oder Modelle hinaus: Sie betrifft die Auslastung der Standorte, Investitionen und die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen in mehreren Regionen.
Standortpolitik unter Kostendruck
Die Größenordnung des bereits vereinbarten Abbaus von 50.000 Stellen und der zusätzlich angekündigten Einsparungen erhöht den Druck auf die Gespräche. Zugleich zeigen die bundesweiten Aktionen der IG Metall in der Autoindustrie, dass Standort- und Beschäftigungssicherung derzeit zentrale Konfliktthemen der Branche sind. Beim VW-Haustarif geht es um rund 130.000 Beschäftigte an mehreren deutschen Standorten.
Für die Verhandlungen am 30. September dürfte deshalb maßgeblich sein, welche belastbaren Zusagen VW für die drei Werke vorlegen kann. Ein Ergebnis hätte nicht nur Bedeutung für die betroffenen Belegschaften, sondern auch für Zulieferer und die wirtschaftliche Stabilität der jeweiligen Regionen.
